Hochofen 2 für 40 Millionen Euro modernisiert

Stahl-Zukunft in Bremen gesichert

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Bürgermeister Carsten Sieling (r.) steht in Schutzkleidung im Stahlwerk von Arcelor Mittal bei der symbolischen Einweihung des neuen Hochofens und hält die Gasleitung fest.

Bremen - Die Investition soll die Zukunft des Bremer Stahlwerks sichern. Rund 40 Millionen Euro hat der Stahlgigant Arcelor Mittal in die Modernisierung des Hochofens 2 auf dem Stahlwerke-Areal in Mittelsbüren gesteckt. Ohne die Instandsetzung hätte der Ofen in wenigen Jahren abgeschaltet werden müssen. Die Instandsetzung dauerte zwei Monate. Daran beteiligt waren nach Firmenangaben rund 600 Mitarbeiter von Arcelor Mittal sowie von Partnerfirmen. Am Montag wurde die Anlage wieder in Betrieb genommen. Mit dabei: Bremens Bürgermeister Carsten Sieling (SPD).

Im Hochofen 2 werden täglich 6.500 Tonnen Roheisen produziert, was zwei Drittel der Tagesproduktion im Bremer Stahlwerk entspricht. Der modernisierte Hochofen sei „ein entscheidendes Kernaggregat in der Produktionskette“, sagte ein Firmensprecher. Zuletzt wurde der Ofen 1999 instandgesetzt. Mit der aktuellen Neuzustellung sei die Entstaubung in der Gießhalle optimiert worden, um die vorhandenen Absaugkapazitäten zu erhöhen. Das sei „ein wichtiger Schritt in puncto Energieeffizienz und Umweltschutz“.

Arcelor Mittal hat zeitgleich in die Modernisierung der Stranggussanlage im Stahlwerk investiert. Dort sei eine neue Sekundärkühlung eingebaut worden. Die dabei verwendete Technologie sei eine Weltneuheit, die eine hochflexible breitenabhängige Kühlung des Stranges ermögliche, heißt es. Durch den Einsatz dieser Technologie werde die Qualität der Brammen weiter verbessert. Ein Strang der Stranggießanlage ist seit Mitte November in Betrieb, die Inbetriebnahme eines zweiten Stranges sei für Mitte Dezember geplant.

Mitarbeiter verzichten auf Prämien

„Wir haben 2017 rund 70  Millionen Euro in die industrielle Zukunft des Standortes Bremen investiert. Die Verbesserungen in Energieeffizienz und Umweltschutz sind unser Beitrag für nachhaltige Stahlproduktion“, sagte Reiner Blaschek, Vorstandsvorsitzender von Arcelor Mittal Bremen.

Die Weichen für die Investition sind Anfang 2016 gestellt worden, als Vorstand und Betriebsrat ein „Krisenpaket“ aushandelten. Seit März arbeiten die Stahlwerker weniger und erhalten auch weniger Geld (minus vier Prozent). Zudem haben die Mitarbeiter auf übertarifliche Prämien verzichtet.

Der Stahlkonzern sei seit Jahren ein verlässlicher Partner und das Stahlwerk einer der größten Arbeitgeber Bremens, sagte Sieling. Er würdigte die Modernisierungsmaßnahmen als Betrag zur Standortsicherung. „Die Probleme und Herausforderungen der Stahlindustrie nehmen wir sehr ernst“, fuhr der Bremer Regierungschef fort. „Wir werden uns auch weiter dafür einsetzen, dass unfaire EU-Auflagen nicht die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen in unserer Region beeinträchtigen.“

Bremer Werk beschäftigt rund 4.500 Menschen

Der globale Stahlmarkt ist hart umkämpft. Nach Angaben von Experten gibt es weltweit ein Stahl-Überangebot. Die USA beklagen bei Importen vor allem aus China, aber auch aus Europa und Deutschland „unfaire“ Praktiken und Dumpingpreise.

Das Bremer Stahlwerk gehört seit 2001 zum Arcelor-Konzern. Das Betriebsgelände in Oslebshausen direkt am Unterlauf der Weser ist etwa sieben Quadratkilometer groß. Seit 1957 wird in der „Hütte am Meer“ Stahl produziert. Arcelor Mittal Bremen gehört zum nach eigenen Angaben weltgrößten Stahlkonzern Arcelor Mittal, dessen Zentrale in Luxemburg liegt. Der Konzern beschäftigt nach eigenen Angaben rund 220.000 Mitarbeitern in 60  Ländern, das Bremer Werk (direkt und indirekt) rund 4 .500 Mitarbeiter. Im Werk werden pro Jahr rund 3,5 Millionen Tonnen Rohstahl produziert. - je

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