Stadtmusikanten aus Bronze: Spektakuläre Auktion des Bremer Tierschutzes löst die ersten Gebote aus

10.000 Euro wären zu toppen

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Mediengruppe Kreiszeitung

BREMEN (kra). Die Bremer Stadtmusikanten als wunderschöne Bronzestatue fürs Wohnzimmer, die munteren Vier als Aquarell-Malerei an der Wand, beides auch noch von einem renommierten Künstler erschaffen? Noch sind diese Wahrzeichen Bremens zum Schnäppchenpreis erhältlich. Aber nicht unwahrscheinlich, dass sie in der nächsten Woche im Preis noch steigen. Und das wäre in diesem Fall auch gut so. Der Tierschutz Bremen startete vergangenen Dienstag eine der bemerkenswertesten Auktionen seiner Geschichte. Interessenten können auf Arbeiten des Berliner Grafikers und Bildhauers Markus Lüpertz bieten, und der Erlös kommt ohne Abzug den 56 Hunden zu gute, die auf ein neues Zuhause warten, den 207 Katzen, den Vögeln, Schlangen, Schildkröten, Bartagamen, den 30 Gnadentieren.

Mit Stand vom gestrigen Sonnabendabend sind für die Bronzestatue 10.000 Euro geboten, der Startpreis wurde damit erreicht. Der Wert liegt laut Gutachten allerdings bei 22.500 Euro. Für das Aquarell ist ein Höchstgebot von 4200 Euro aufgerufen, und der Startpreis immerhin schon um 200 Euro übertroffen. Den eigentlichen Wert freilich schätzen Experten auf 8000 bis 10.000 Euro. Das ist durchaus noch Luft nach oben. Interessenten haben auf der Internetseite des Tierheimes bis einschließlich kommenden Sonntag um 23.59 Uhr Zeit zum Mitbieten, erst dann fällt der Hammer.

Schon seit Jahren faszinieren den in Teltow lebenden Künstler die vier Stadtmusikanten mit ihrem Mut und ihrer List und ihrer Antwort auf das Altern. „Etwas besseres als den Tod gibt es überall.“ Vor zwei Jahren war Lüpertz' Idee von einer bunten und gleichzeitig ins Surreale und Neoexpressionistische hineinragende Version als Bronzestatue vor dem Haus der Bürgerschaft ins Spiel gebracht worden, was sich zerschlug. Jetzt spendete er eine rund 50 Zentimeter hohe Version dem Bremer Tierschutz, und das Aquarell obendrauf. „Wir freuen uns sehr über eine derart großzügige und außergewöhnliche Spende“, erklärte Tierschutzvereins-Vorsitzender Wolfgang Apel bei der Übergabe,  „und wir hoffen natürlich, dass es einige Kunstsammler gibt, die sich an der Auktion beteiligen. In  unserem Tierheim werden zur Zeit über 500 Tiere täglich versorgt, daher hilft jede Spende, allen Schützlingen auch weiterhin eine hervorragende Versorgung zukommen zu lassen.“ Pro Jahr benötigt der Verein ein Spendenaufkommen von 1,5 Millionen Euro.

Lüpertz zählt zu den bekanntesten deutschen Künstlern der Gegenwart. Viele öffentliche Gebäude sind um seine Arbeiten bereichert. Er schuf „Die Philosophin“ im Bundeskanzleramt in Berlin und den Adler im Bundesgerichtshof. Gleichzeitig entstammt seiner Hand das Wandbild „Die sechs Tugenden“, das ebenfalls im Kanzleramt die Blicke auf sich zieht.

Der Kontakt zu Tieren ist ihm alles andere als fremd. Gleich zwei Hunde machen es sich im Hause des Berliner Künstlers gemütlich. Hölderlin und Lulu. „Sie hören sogar auf mich,“ sagt er, „jedenfalls manchmal.“

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