Stadt übernimmt Ölhafen von Esso: Vor der Neuerschließung steht die Sanierung der Altlasten im Boden

Mit einem Euro Grundstück gesichert

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Blick auf das Altlastensanierungsobjekt.

Bremen - Ein wichtiges Kapitel für die Stadt Bremen hat jetzt ein gutes Ende genommen, wie es ein Sprecher des Bauressorts formuliert: Die Esso Deutschland GmbH hat den sogenannten Privatteil des Ölhafens sowie 15 Hektar des ehemaligen Mobil-Oil-Tanklagers der Stadt Bremen überlassen. „Nun können die Sanierungsarbeiten fortgeführt werden, ohne weitere zeitliche Verzögerungen durch komplizierte Eigentumsverhältnisse“, sagte Sprecher Jens Tittmann. Ziel sei es, das Gelände wieder nutzbar zu machen.

Esso Deutschland überlässt der Stadt ihre letzten Besitzungen an der Hüttenstraße in Oslebshausen für einen symbolischen Euro und wird dafür von allen Ansprüchen wegen der Altlasten freigestellt, wie es heißt. An den anstehenden Sanierungsmaßnahmen beteiligt sich der Mineralölkonzern mit einem erheblichen Geldbetrag. Über die genaue Höhe wurde Stillschweigen vereinbart, sagte Tittmann. Diese Lösung versetze Bremen in die Lage, umfangreiche Sanierungsmaßnahmen durchzuführen und die Grundstücke für eine Neuerschließung vorzubereiten.

Bis es soweit war, mussten viele rechtliche und technische Hürden genommen werden, fachlicher Rat und juristischer Beistand waren erforderlich, um die komplizierte Sachlage zu klären. Der Sprecher: „Fachleute aus dem Ressort Umwelt, Bau und Verkehr haben lange auf eine technisch und finanziell tragfähige Lösung für eine Sanierung hingearbeitet.“ Der qualifizierte Sanierungsplan stützt sich den Angaben zufolge auf mehr als 100 Gutachten, die von 1976 bis heute zu den Belastungen des Bodens und des Grundwassers am Ölhafen angefertigt worden sind.

Ist der Boden von den Altlasten befreit, sollen zeitnah gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) neue Investoren für die attraktiv gelegenen Grundstücke am Ölhafen gefunden werden.

Die Verunreinigungen von Boden und Grundwasser am Ölhafen sind auf den langjährigen Raffinerie- und Tanklagerbetrieb sowie auf kriegsbedingte Schäden zurückzuführen, wie es heißt. Das Raffineriegelände gehörte während des Zweiten Weltkrieges zu den sogenannten Primärzielen für Luftangriffe der Alliierten. Erste Maßnahmen, den ausgelaufenen Treibstoff und andere Rohölprodukte zu bergen, starteten bereits Ende der 70er Jahre. Seitdem wurden insgesamt mehr als 6 000 Tonnen Öl aus dem Untergrund entfernt. Mit der Ansiedlung der Firma Umweltschutz Nord in den 80er Jahren entstand die Hoffnung, die Industriebrache schnell wieder nutzbar zu machen. „Doch spätestens mit dem Konkurs der Firma im Juni 2003 wurde klar, dass mit einer schnellen Reaktivierung des Areals nicht zu rechnen war“, so Tittmann.

Juristische Auseinandersetzungen zu verschiedenen Bereichen folgten, die Sanierung kam zum Stillstand. Sechs Jahre „intensive Verhandlungen“ brachten jetzt die abschließende Klärung.

gn

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