Wachstum in der Neustadt

Umschlag in den Bremischen Häfen auf Vorjahresniveau

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Neuwagen von Mercedes-Benz stehen auf dem Autoterminal der BLG Logistik-Gruppe in Bremerhaven. Der Automobilumschlag hat dort 2017 um 8,9 Prozent auf rund 2,2 Millionen Fahrzeuge zugelegt. - Foto: dpa

Bremen - Von Jörg Esser. Der Umschlag an den Kajen und Terminals der Bremischen Häfen liegt mit 75,1 Millionen Tonnen auf Vorjahresniveau. Häfensenator Martin Günthner (SPD) spricht von einer „stabilen Seitwärtsbewegung“. Während es im Containergeschäft in Bremerhaven leichte Einbußen gibt, melden die stadtbremischen Hafenanlagen zweistellige Wachstumsraten. Das geht aus der vorläufigen Jahresbilanz hervor, die am Montag im Rathaus präsentiert wurde.

„Jeder fünfte Arbeitsplatz im Land Bremen hängt an den Häfen ab“, sagt Günthner. „Die Häfen sind die Herzkammer der bremischen Wirtschaft.“ Die Zahlen belegen das: Vom erwarteten Gesamtumschlag von 75,1 Millionen Tonnen (Vorjahr: 75,2 Millionen) entfallen 61,9 Millionen Tonnen auf Bremerhaven (minus 1,7 Prozent) und 13,1 Millionen Tonnen auf Bremen (plus 7,7 Prozent). In Bremerhaven wurden unter anderem knapp 5,5 Millionen Standardcontainer umgeschlagen (Gesamtmenge: 56,6 Millionen Tonnen), ein Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Der Automobilumschlag stieg um 8,9 Prozent auf etwa 2,2 Millionen Fahrzeuge.

Beim Umschlag von Massengut wird ein Zuwachs von vier Prozent auf zehn Millionen Tonnen erwartet. Und der deutliche Zuwachs in den stadtbremischen Häfen ist laut Günthner auf den deutlichen Anstieg im Umschlag von Windkraftkomponenten sowie anderer Projektladung wie Röhren und Forstprodukte zurückzuführen. Der Industriehafen und der Neustädter Hafen „haben als südlichste Seehäfen Deutschlands erhebliche Wettbewerbsvorteile“, sagt der Senator. „Das ist ein Pfund, mit dem wir auch in Zukunft weiter wuchern werden.“ Eine klare Ansage, die zugleich eine Breitseite gegen die CDU ist.

Neustädter Hafen an Kapazitätsgrenze

Fraktionschef Thomas Röwekamp und Wirtschaftsexperte Jens Eckhoff haben jüngst vorgeschlagen, den Neustädter Hafen zum Wohngebiet zu machen. Günthner dazu: „Wer eine starke Wirtschaft im Land Bremen will, muss in die Häfen investieren. Eine Debatte über die Umwidmung von funktionierenden Hafenanlagen geht meilenweit an der Realität vorbei.“

So sieht es auch Frank Dreeke, Vorstandsvorsitzender BLG Logistik-Gruppe. Der Neustädter Hafen sei Europas größtes Terminal für Stück- und Schwergut. Seit Frühsommer floriere das Geschäft. Die Umschlagsmengen seien nach oben geschnellt. Bis Jahresende werden der Umschlag links der Weser auf 1,3 Millionen Tonnen gewachsen sein, was einem Plus von 25 Prozent entspreche. Der Neustädter Hafen sei an der Kapazitätsgrenze. „Die aktuelle Diskussion schadet dem Image“, sagt Dreeke. Und wirft der CDU schlechtes Timing vor.

Zuversicht für 2018

Die BLG registriert insgesamt ein „überraschend erfolgreiches Jahr“ für die Bremischen Häfen. Der Autoumschlag habe wieder angezogen, der Schwergut-Logistikbereich „High & Heavy“ (Baumaschinen, Kräne, Windradkomponenten) habe 15 Prozent zugelegt und mit 1,35 Millionen Tonnen einen Umschlagsrekord verzeichnet.

Auch für das Jahr 2018 ist Dreeke zuversichtlich. Er erwartet einen „ähnlich positiven Verlauf wie 2017“. Und beim Automobilumschlag gibt es einen neuen Kunden mit „Bremer Blut“. Die BLG habe mit der Borgward-Gruppe einen Vertrag über den Import der in Bejing gefertigten Fahrzeuge über den Hafen Tiajin nach Bremerhaven unterzeichnet, so Dreeke.

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