Die Spuren des verglühenden Mehls

Bremer Keramikmarkt in den Wallanlagen

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Unikate von Künstlern und Rosen vereint der alljährliche Markt in den Wallanlagen.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Wenn sich am Sonnabend, 24. Juni, vom Bremer Marktplatz aus die Teilnehmer der 20. „Bremen Oldtimer Classics“ auf den Weg machen, dann geht es ein paar Schritte weiter um Liebhaberstücke ganz anderer Art. Nicht aus Blech und Chrom, sondern aus Keramik. Beim 28. Bremer Keramikmarkt präsentieren sich 47 Werkstätten in den Wallanlagen gegenüber der Kunsthalle – und zwar am Sonnabend und Sonntag, 24. und 25. Juni, jeweils in der Zeit von 11 bis 18 Uhr.

„Mein Lieblingsstück“ – so heißt das Motto und Thema der sommerlichen Open-Air-Ausstellung in diesem Jahr. Einmal mehr geht es den Kunsthandwerkern und Einzelstücke, um Unikate. „Jede keramische Persönlichkeit ist anders“, sagt Peter Henning vom Organisationsteam des Bremer Keramikmarkts.

In den „gedrehten, gebauten und gegossenen Arbeiten“ der Künstler zeige sich „das über viele Berufsjahre erworbene Wissen und das sichere Gefühl für die erforderlichen Techniken und Brennvorgänge“.

Zwei international bekannte Kunsthandwerkerinnen sind zum ersten Mal in den Wallanlagen dabei. Hiltje Talsma aus Holland stellt Objekte aus, die „dem Zufall und der Kraft des Feuers ausgesetzt werden“. Die Künstlerin verwendet dafür die alte asiatische Technik des „Raku-Verfahrens“. Henning: „Dabei werden die Keramiken in glühendem Zustand aus dem Ofen geholt und mit Sägemehl zugedeckt. Das verglühende Mehl hinterlässt Feuer- und Schmauchspuren auf den Stücken und schafft so ungewöhnliche Oberflächen.“ In einem weiteren Schritt kombiniert Talsma die Keramik mit selbst geschöpftem Papier, welches sie aus Moos, Flachs oder auch Brennnesseln gewinnt.

Annette Wandrer aus Berlin experimentiert „mit den vielfältigen Möglichkeiten, die der Ton ihr bietet“. Auf diese Weise, so Henning, „entstehen Gefäße, Objekte und Skulpturen mit architektonischem Charakter“. Wandrers großes Interesse für die Gestaltung von Flächen lasse „malerische Aspekte auf den Oberflächen“ entstehen und verleihe „jedem einzelnen Objekt eine enorme visuelle Präsenz“.

Einmal mehr ergänzt eine Rosenausstellung den Keramikmarkt – auch da sind sicher Lieblingsstücke dabei. Familien mit Kindern haben zudem die Möglichkeit, selbst mit Ton zu arbeiten.

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