Bremer „Hood Training“ organisiert Rap-Contest

„Sprich es aus“

Kreativität wecken und Protest formulieren – den Gewinnern des Rap-Contests winkt eine professionelle Studioproduktion. 
Foto: SCREENSHOT
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Kreativität wecken und Protest formulieren – den Gewinnern des Rap-Contests winkt eine professionelle Studioproduktion. Foto: SCREENSHOT
  • Thomas Kuzaj
    vonThomas Kuzaj
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Bremen – „Sprich aus, was Dir nicht passt.“ Mit einem Rap-Wettbewerb will der freie Jugendhilfeträger „Hood Training“, Mitglied des Diakonischen Werks, Jugendlichen eine Stimme geben – nach dem Vorbild der erfolgreichen US-Bewegung „Voice of the Youth“ („Stimme der Jugend“).

16 Zeilen, 16 Takte zu aktuellen politischen Ereignissen und Themen – das ist die Idee, so der „Hood-Training“-Gründer und Inklusionspädagoge Daniel Magel. Der Grundgedanke des jetzt zehn Jahre alten Sozial-Sport-Projekts ist eigentlich Sport als Form der Gewaltprävention. Der Sport: „Calisthenics“, eine Mischung aus (nach Möglichkeit) Freiluft-Geräteturnen und Fitnesstraining an Stangen.

Von Beginn an hatte Musik dabei eine große Rolle gespielt – Hip-Hop und Videos, Raps, Beats und Bässe. Rap ist eine Ausdrucksform, die viele Jugendliche anspricht. „Rap hat einen enormen Einfluss als Identifikationspunkt“, heißt es bei „Hood Training“. So lag die Idee nah, mal einen Rap-Wettbewerb zu starten. Die Teilnehmer dafür sucht „Hood Training“ nicht allein in Bremen und dem Umland. Das läuft über die sozialen Netzwerke (Instagram, Facebook) praktisch bundesweit.

Leidenschaft ohne Beleidigungen

„Wir bieten den Jugendlichen die Möglichkeit, herauszulassen, was ihnen nicht passt“, so Magel. Beleidigungen und Verunglimpfungen sind dabei nicht erlaubt. Rollenklischees und Statussymbole abzufeiern, das eben ist bei diesem Contest nicht gemeint.

Sondern: „In den unterschiedlichsten Brennpunkten der Welt wird Rap-Musik als Mittel genutzt, um Jugendliche von der Straße zu holen und ihnen nahezubringen, wie sie sich mit ihrer bestehenden Leidenschaft zur Musik Gehör verschaffen können. Sie werden angehalten, ihre Situation zu reflektieren und Potenziale sowie Missstände zu artikulieren.“

Kurzum: „Es geht um Skills, Lyrics, Performance.“ Am Ende entscheidet eine Jury, wer gewinnt. Zu gewinnen gibt‘s „eine professionelle Studioaufnahme mit freshem Beat und Videoproduktion“ – mit einem Wert von 2 500 Euro zugleich eine echte Starthilfe für junge Rap-Künstler.

Lions-Club zeichnet Engagement aus

Gewonnen hat dieser Tage auch „Hood Training“ selbst – auf Initiative des Lions-Clubs „Bremer Schweiz“ den mit 1 000 Euro dotierten Lions-Integrationspreis; unter anderem für Engagement und regelmäßige Trainingsangebote in den Brennpunktvierteln an der Grohner Düne und in Lüssum.

Während des Corona-Lockdowns hat „Hood Training“ zudem ein neues Gym in Osterholz-Tenever fertiggestellt, eine Indoor-Anlage. Das Hygienekonzept dafür wurde gemeinsam mit dem Roten Kreuz (DRK) entwickelt – 20 Quadratmeter Fläche pro Person, das zum Beispiel gilt auch hier. Das Kinder- und Jugendhaus „Schweizer Viertel“ am Ute-Meyer-Weg ist eine DRK-Einrichtung.

Die „Hood Kidz“ – die ganz Jungen also – dürfen donnerstags ab 16.30 Uhr kommen, Mädchen und Jungen ab 13 Jahren donnerstags um 17.30 Uhr. Die Personalkosten dafür stammen aus Win-Mitteln (Programm „Wohnen in Nachbarschaften“), von der Kindergeldstiftung und von der Wohnungsbaugesellschaft Gewoba.

Anerkennung als Jugendhilfeträger

Dieser Tage ist „Hood Training“ offiziell als Träger der freien Jugendhilfe anerkannt worden – ein Ziel, auf das Magel und sein Team jahrelang hingearbeitet haben. Apropos Jahre. . . das zehnjährige Bestehen soll standesgemäß gefeiert werden. Nämlich, so die Planung, mit einer „Street Jam“ am Freitag, 11. September. Spätestens dort werden sich Engagement und Sport einmal mehr mit Hip-Hop und Rap verbinden.

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