Sportsenatorin Stahmann: Reparatur ist wirtschaftlich / 900000 Euro Kosten

Unibad soll saniert werden

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Proteste von Hobby-Schwimmern und Schwimmvereinen gegen die Schließung und für eine sofortige Instandsetzung des Unibads begleiteten gestern Nachmittag die Sitzung der Sportdeputation.

Bremen - Kehrtwende: Das Unibad soll jetzt doch saniert werden. Einen entsprechenden Vorschlag will Sportsenatorin Anja Stahmann (Grüne) in eine Vorlage für den Senat schreiben. Das sagte sie gestern in einer Sitzung der Sportdeputation. Die Sanierungskosten schätzt die Grüne auf rund 900000 Euro. Danach könnte das Unibad fünf Jahre lang weiterbetrieben werden. Eine endgültige Entscheidung soll im Oktober fallen.

Etwa 200 Demonstranten, vor allem Schüler und Schwimmsportler, forderten während der Sitzung, dass das Unibad erhalten bleiben soll. Lange Zeit war in der Diskussion, das Bad zu schließen, weil die Sanierung der maroden Belüftungsanlage zu teuer sei.

Gestern klang das anders: „Ich werde dem Senat jetzt eine solide Kostenrechnung vorlegen, damit das Bad seinen Betrieb so bald wie möglich wieder aufnehmen kann“, sagte Stahmann. Die Reparaturarbeiten seien auch aus wirtschaftlicher Sicht vertretbar. Das Unibad ist Eigentum der Uni Bremen und wird von der Gesellschaft Bremer Bäder betrieben. Im Unibad befinden sich die einzigen 50-Meter-Bahnen Bremens. Auch deshalb ist „die Bedeutung des Unibads für den Schwimmsport erheblich“, so die Senatorin.

Die Freude der Schwimmsportler über die Unterstützung Stahmanns war gestern groß. „Ich nehme es als Versprechen, das Unibad schnellstmöglich zu reparieren“, sagte Stephan Oldag, Vorsitzender des Bremer Sport-Clubs (BSG). Auch die anderen Sportler forderten eine schnelle Wiedereröffnung des Unibads. Wann das sein wird, weiß jedoch keiner der Beteiligten. Das stelle vor allem die Schwimmvereine vor große Herausforderungen, sagte Oldag. „Wir werden jetzt schweren Herzens unseren Notfallplan durchführen.“ Dadurch komme es auch weiterhin zu Einschränkungen und Ausfällen von Schwimmkursen. Durch die vorübergehende Schließung würden 50 Prozent der Wasserfläche fehlen.

Und auch 35 Schulklassen weichen derzeit auf andere Bäder aus. „Teilweise müssen die Schüler dadurch längere Wege auf sich nehmen“, sagte Martina Baden, Geschäftsführerin der Bremer Bäder.

Wenn das Unibad dann in fünf Jahren endgültig schließt, soll das Westbad als Ersatz dienen und dafür renoviert werden. Zudem plant die Stadt auf dem Gelände des Horner Freibads einen Neubau mit zehn 50-Meter-Bahnen. Dieser soll auch künftig das Schwimmen unter Wettbewerbsbedingungen ermöglichen – eine Forderung, die von den Schwimmverbänden erhoben wird.

Die haben allerdings auch das Unibad noch nicht ganz aufgegeben: „Der Zug ist noch nicht abgefahren“, sagt David Koebel, Sprecher der Initiative „Rettet das Unibad“. Er verweist auf Möglichkeiten, die wesentlich kostengünstiger seien als das jetzige Konzept.

Die Uni selbst errechnete einen Sanierungsbedarf von 6,8 Millionen Euro. In einem weiteren Gutachten veranschlagte ein  Planungsbüro mehr als 18 Millionen für die Arbeiten. „Wir haben das Gutachten genauer betrachtet und einige Einsparpotenziale gefunden“, sagt Koebel. Es sei ohne Probleme möglich, die Sanierung auf das Nötigste zu beschränken.

lm/je

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