„Ich hab zu viele Bälle in der Luft.“

Sportliche Problemlösung

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Joggler Jörg Riedel in Aktion.

Was die Universität Bremen ausmacht, das sind die Menschen, die dort forschen, lehren, arbeiten und studieren. Einer von ihnen ist Jörg Riedel. Er läuft gern und er jongliert gern. Lässt sich das verbinden?

Bremen – „Ich hab zu viele Bälle in der Luft.“ Das sagt ein gestresster Büromensch hin und wieder, wenn er die Übersicht über seine To-do-Liste verloren hat. Für Jörg Riedel hat der Ausspruch eine völlig andere Bedeutung. Der 53-Jährige empfindet „Entspannung wie bei Meditation oder Yoga“, wenn die Bälle in der Luft sind. Riedel ist Joggler: Die Kombi aus Joggen und Jonglieren heißt so. Und der Pädagoge ist bereit, diese Kunst Interessierten zu vermitteln. Der Hochschulsport macht es möglich.

„Erst einmal“, so Riedel, „muss man Jonglieren üben.“ Bälle in ungerader Zahl: Drei fliegen durch die Luft. Kann er auch mal eben am Bürotisch vorführen. Dann kommt die nächste Stufe. Der jonglierende Mensch, also Riedel in dem Fall, fängt an zu laufen. Zehn Kilometer rennt der Dozent der Studierwerkstatt etwa dreimal die Woche.

Über die Erdbeerbrücke, um den Werdersee oder im Bürgerpark – mit Bällen, versteht sich. Natürlich wird er von staunenden Passanten immer wieder angesprochen. Ob das schwer ist? Wie das geht? Wie man das übt?

„Vor acht Jahren habe ich damit angefangen“, sagt der 53-Jährige, der Joggling das erste Mal in Süddeutschland gesehen hat und gleich fasziniert war. „Ein paar hundert Meter habe ich anfangs joggelnd zurückgelegt und hatte sofort Glücksmomente.“ Forschungsergebnisse zum Jonglieren besagten, dass beide Gehirnhälften durch die verschiedenen Bewegungen angeregt werden, weiß der Sportler. „Da muss was dran sein. Dinge, die sonst in meinem Kopf festsitzen, lösen sich“, sagt er.

Seit 1999 Dozent an der Studierwerkstatt, ist Jörg Riedel vielen Studenten bekannt. Akademisches Schreiben, Rhetorik, Präsentation, Lerngebote oder Studientechniken sind seine Lehrinhalte, mit denen er bereits vielen Ratsuchenden einen Weg gewiesen hat. Nun will er das Joggling im Hochschulsport als Entspannungsmethode vermitteln.

„Immer dienstags von 16 bis 17.30 Uhr sind Bälle da“, sagt Riedel. Der Kurs trägt die Nummer 3001. Der Joggler ist in Stuttgart geboren und hat an der Universität Bremen sein Diplom in der pädagogischen Erwachsenenbildung abgelegt. Der Sport ist nicht die einzige Freizeitbeschäftigung des dynamischen Mannes. Wer im Netz mal „Fiede Bied Quintett“ eingibt, sieht einen Saxophonspieler, dessen Klänge unter die Haut gehen und der einem bekannt vorkommt.  kg

Kontakt

riedel@uni-bremen.de

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