Spitzensport mit Witz und Nervenkitzel

„Feuerwerk der Turnkunst“ begeistert mit dem Programm „Aura“

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Lea und Francis von „Duo Unity“ begeistern beim „Feuerwerk der Turnkunst“ mit ihren Übungen am Cyr-Wheel.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Noah Chorny genehmigt sich erstmal einen ordentlichen Schluck Schnaps (oder auch nicht) aus der Metallpulle, bevor er die gehörigen Kräfte seines Körpers demonstriert. Er spielt einen Betrunkenen, der beschließt, auf eine Straßenlaterne zu klettern. Sein Auftritt am Dienstagabend beim „Feuerwerk der Turnkunst“ in der Stadthalle (ÖVB-Arena) ist nicht nur lustig, sondern auch absolut virtuos.

Etwa 6 700 Zuschauer sahen am Dienstag das aktuelle Programm „Aura“ beim „Feuerwerk der Turnkunst“ und waren begeistert. Am Mittwochnachmittag wird die Show mit knapp 9 000 Gästen fast ausverkauft sein.

Mit gerade gehaltenem Körper, den Kopf nach unten hängend, robbt Chorny mit Hilfe seiner kräftigen Arme den Laternenmast hoch, trunken, aber durchaus mit einer gewissen Leichtigkeit. Doch auch der Laternenmast ist nicht ganz im Normalzustand. Er biegt sich plötzlich zur Seite. Chorny ist etwas irritiert und lässt sich wieder hinabrutschen. Ein Schluck aus der Pulle, und es geht wieder hinauf. Oben angekommen, macht er mit seinem Handy erstmal ein paar Fotos vom Publikum.

Doch lange kann er den Sitz auf der Laterne nicht genießen, denn diese biegt sich schon wieder. Der Sportler wird sachte weggeschleudert. Chorny biegt sich nicht, sondern bleibt kerzengerade, hält sich mit einer Hand fest und richtet seine Beine waagerecht aus, während sein Kopf ruhig über der Laterne weilt.

Noah Chorny erklimmt in der Show „Aura“ beim „Feuerwerk der Turnkunst“ eine Laterne. Doch irgendwie ist der Mast anders als andere. - Foto: dpa

In akrobatischer Anmut vereint, zeigen sich Lea und Francis vom „Duo Unity“ bei ihren Übungen mit dem Cyr-Wheel. Sie versetzen das körpergroße Rad in rasante Drehungen. Während das Rad sich ums sich selbst dreht und über die Fläche bewegt, zeigen die beiden Sportler im Inneren des Reifens ihre Beweglichkeit. Einmal lösen sich Leas Beine vom Reifen, und ihr Körper ragt mittels der Fliehkräfte heraus. Auch in der schnellen Drehung schafft sie es, ihre Beine anzuheben und mit diesen Francis zu umklammern. Nun hängt sie vor seinem Oberkörper.

Das Duo Bazaliy traut sich am schwingenden Trapez in luftige Höhen. Zeitweise berühren die ukrainischen Zwillingsschwestern Ruslana und Taisiya Bazaliy dort fast die Scheinwerfer. Mehrfach lässt sich eine der beiden fallen, während die Partnerin sich mit dem Rücken auf das Trapez legt und die andere hoch über dem Boden mit den Händen auffängt.

Zwei echte Stimmungshöhepunkte

Der lokale Beitrag kommt von dem „Showteam Rhythmische Sportgymnastik“ des Vereins „Bremen 1860“. Die Darbietung gleich zu Beginn des Abends hält mit den starken anderen Nummern mit. Die Mädchen und Frauen sind zwölf bis 27 Jahre alt und haben ein Showprogramm zusammengestellt. Schnell und genauso biegsam wie die anderen Tour-Acts tanzen sie ihre Choreographien, malen mit Bändern Figuren und bauen ihre Radschläge ein.

Zwei echte Stimmungshöhepunkte liefern „Motus & Friends“ aus Dänemark. Ihre Sportart heißt „Tumbling“, was so viel bedeutet wie „sich überschlagen“. Der Schwung für die Überschläge kommt bespielsweise vom Sprungbrett. Ein Sportler springt auf einer Seite auf, wodurch gegenüber der andere Athlet hochgeschleudert wird. Das gibt genug Kraft für Mehrfach- und auch Seitwärts-Salti, vor allem als zwei Männer aus der Gruppe das Sprungbrett wie eine Wippe nutzen und die Kräfte hochschaukeln, bis sie den hängenden Scheinwerfern verdächtig nahekommen. Für den zweiten Auftritt wird eine Laufbahn aus Federmatten auf der Bühne ausgelegt. Die jungen Sportler nehmen Anlauf und erreichen genug Tempo, um Dreifach-Salti zu springen und waghalsige Sprungfolgen zu zeigen.

„Aura“ ist am Donnerstag noch einmal um 17 Uhr zu sehen. Eintritt: etwa 40 Euro.

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