Beliebte Anlaufstelle am verkaufsoffenen Sonntag

„Street Food Markt“: Spinat mit Kokosmilch an Schoko-Kebab

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Die Domshof-Passage feierte 20-jähriges Bestehen – eine gut gefüllte Oase der Ruhe im Sonntagstrubel. 

Bremen - Von Jörg Esser. Zweistellige Temperaturen, dazu phasenweise Wolkenlücken, Wahnsinn – es weht ein Hauch von Frühling an diesem Sonntag. Da zieht es die Menschen ins Freie, in die Bremer Innenstadt beispielsweise. Schließlich haben an diesem Nachmittag die Einzelhandelsgeschäfte, Boutiquen und Warenhäuser geöffnet – fünf Stunden lang. Und nicht nur das. Die Einzelhändlervereinigung „City-Initiative“ hat die Bremer „Reisemeile“ und einen „Street Food Markt“ auf die Beine gestellt. Die Domshofpassage feiert zudem ihr 20-jähriges Bestehen.

Hinein in den Trubel. Es ist schon am frühen Nachmittag üppig voll in der City. Ungewohnt voll. Die Massen schieben sich durch die Obernstraße in Richtung Brill. Hauptanlaufpunkt ist der Ansgarikirchhof. „Da stehen die Fressbuden“, sagt Andy aus Grasberg. „Da laufen die Leute immer hin.“

Das klingt etwas despektierlich. Die Veranstalter werben mit dem Slogan von einer „kulinarischen Weltreise“ für ihren „Street Food Markt“. Kann man so sehen. Das Angebot ist zumindest ungewöhnlich. Gegrillte Heuschrecken gibt es. Frittiertes Eis, Schoko-Burger und Schoko-Kebab. Chicken-Burger, BBQ-Burger und Wild-Burger mit Känguru-Fleisch. Süßkartoffel-Pommes. Und Spinat mit Kokosmilch. Klingt gesund. Aber die Köche aus Kenia packen noch eins drauf: Sie haben einen „Hakuna-Matata-Teller“ im Angebot. Eben mit Spinat und Kokosmilch. Und mit Ananas, Hühnerfleisch, Kidney-Bohnen, Couscous, Brokkoli und Blumenkohl. Mehr geht wohl nicht. Andy sagt: „Landet ja alles in einem Magen.“ Doch probieren mag er nicht. „Ich esse klassisch. Nebenan gibt es Spanferkel mit Kraut.“ Na dann. Guten Appetit.

Die Sonne setzt sich wieder einmal nicht durch. Da tröstet der Rundgang durch die „Reisemeile“. Er soll zu Sommerphantasien anregen. Präsentiert werden regionale Angebote für Ausflügler und Tagestouristen. „Deutschlands einzige Hochseeinsel“ Helgoland wirbt mit einer neuen Fähre, das Mooraland in der Samtgemeinde Uchte mit einer „Moorbahnfahrt auf den Spuren von Niedersachsens ältester Moorleiche“. Idyllisch. Auch die guten alten Bekannten sind vor Ort – der Vogelpark Walsrode, das Freizeitbad Ronolulu aus Rotenburg, die Insel Langeoog, der Kurort Bad Qeynhausen, das Sauna-Huus Ganderkesee sowie Klimahaus und Auswandererhaus aus Bremerhaven. „Die Prospekte werden uns aus den Händen gerissen“, heißt es. Na dann.

Und neben Karstadt, Kaufhof, H & M und Zara profitiert auch die Bürgerpark-Tombola offensichtlich vom regen Sonntagstreiben. Es herrscht ein regelrechter Run auf die Losverkaufshäuschen. Jede Menge Zwei-Euro-Stücke wechseln den Besitzern. An der Gewinnausgabe bilden sich Schlangen. Geht doch.

Und Andy? Der ist mittlerweile satt, hat aber nichts gewonnen. Er macht jetzt Pause, sitzt auf einer Bank und schaut traurig in eine leere Bügelflasche. Das Bier ist nämlich auch alle. - je

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