Spielleidenschaft im Rollstuhl

Reha-Messe „Irma“ präsentiert Sportangebote für Menschen mit Behinderung

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In Messehalle 6 auf der Bürgerweide zeigen Profis, dass sportliche Höchstleistungen trotz Behinderung möglich sind. 

Bremen - Noch ist die Halle 6 des Bremer Messezentrums auf der Bürggerweide leer. Doch bei der Reha-Messe „Irma“ werden hier Menschen mit Handicap von Freitag, 14.  Juni, bis Sonntag, 16. Juni, sportliche Höchstleistungen zeigen. Paraeishockeyspieler Jacob Wolff (41) aus Sittensen und Rollstuhlbasketballer Nicolas Röger (35) aus Achim gehen durch die Halle und wissen schon, wo ihre Spielflächen sein werden.

Die Messe „Irma“ informiert mit 120 Ausstellern zu Produkten und Dienstleistungen im Reha-Bereich, sowie zu gesetzlichen Ansprüchen und Weiterbildungen für Fachkräfte und pflegende Angehörige. „Der Mensch und seine gleichberechtigte Teilhabe am Leben stehen im Mittelpunkt“, sagt Veranstalter Pascal Escales.

Wolff spielt mit seiner Mannschaft, den „Weserstars Bremen“, in der Bundesliga, der einzigen Liga in dieser Sportart. Darüber scherzt er gerne. Er ist aber auch Spieler in der Nationalmannschaft, was ihm unter anderem schon Reisen in die USA oder nach Südkorea bescherte.

Er leidet an einer inkompletten Querschnittslähmung, seit er vor 13 Jahren bei seiner Arbeit als Zimmermann von einem Dach gefallen ist. Sein linkes Bein kann er zu 75 Prozent bewegen. Für ein paar Schritte reicht das. Paraeishockey spielt er aber sitzend auf einem Schlitten. Sein Interesse an diesem Sport entflammte, als ein Mann ihm in der Reha ein Video zeigte.

Nicolas Röger (l.) und Jacob Wolff wollen auf der Reha-Messe „Irma“ Einblicke in Paraeishockey und Rollstuhlbasketball geben. 

In beiden Händen halten Paraeishockeyspieler Schläger, darunter: Spikes zum Anschieben. „Man muss über beide Arme Schwung holen. Man kann mit einem Arm geradeaus fahren. Mit dem anderen Arm kann man den Puck führen“, sagt Wolff. Auf der Messe können Interessierte die Schlitten probieren und auf eine Torwand schießen.

Röger spielt bei den „Achim Lions“, der Rollstuhlbasketballgruppe des TSV Achim 1860, in der dritten Liga. Röger erkrankte im Alter von zehn Jahren an Knochenkrebs. Sein rechtes Bein musste deshalb amputiert werden. Seitdem hat er eine Prothese. „Ich war vorher leidenschaftlicher Fußballer. Aber das hatte sich mit einem Bein erledigt“, sagt er. In der Reha probierte er Badminton und Basketball für Rollstuhlfahrer. „Nach einigen Jahren kam die Gelegenheit, Rollstuhlbasketball zu spielen. Eine Mutter engagierte sich zusammen mit einem Sanitätshaus, damit eine Mannschaft zusammenkommt“, sagt Röger. „Ich war überrascht, wie wendig ein Sportrollstuhl sein kann.“

Lenken des Rollstuhls mithilfe von Körpereinsatz

Wenn eine Hand für den Ball gebraucht werde, reiche die andere, um den Rollstuhl zu lenken, wenn man dazu noch seinen Körper einsetzt. Bei der Ballübernahme sollte der Rollstuhl allerdings schon in Bewegung sein. Sonst könne man den Ball kurz vor die Füße werfen, um beide Arme zum Schwungholen frei zu haben.

„Irma“ findet vom 14. bis 16. Juni in den Hallen 6 und 7 der Messe Bremen an der Bürgerweide statt. Die Messe öffnet täglich um 10 Uhr. Am Freitag und Sonnabend ist sie bis 18 Uhr geöffnet, am Sonntag bis 16 Uhr. Der Eintritt kostet fünf Euro.

Weitere Infos unter:

www.irma-messe.de

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