Spiele-Tage im Bamberger-Haus: Der kommunikative Aspekt ist wichtig

Kinder retten Erdmännchen

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Spiele-Erfinder Arne Rose präsentierte und erklärte sein historisches Kriegsspiel.

Bremen - Von Isabel Niesmann. „Du hast geschummelt!“, beschwert sich ein Mädchen lautstark. Einen Tisch weiter feuern Eltern ihre Kinder an, die mit Konzentration, Spaß und vollem Körpereinsatz dabei sind, Erdmännchen vor dem Adler zu retten. Bei den Bremer Spiele-Tagen am Wochenende im Bamberger-Haus der Volkshochschule (VHS) geht es teilweise ganz schön hitzig zu.

Auch Dagmar Langer begab sich mit Tochter Zoé auf eine spannende Entdeckungsreise. „Es gibt vieles auszuprobieren. Schön, dass alles erklärt wird“, sagten die beiden begeistert, während sie sich an einer alternativen Kicker-Variante ausprobierten. Die Bremer VHS und der Spieleclub „Stechmücke“ organisierten zum neunten Mal das „größte Spiele-Event im Norden“.

Rund 1000 Spiele für jedes Alter waren auf drei Etagen verteilt. Etwa 3000Besucher probierten hier gemeinsam Neues aus und kamen ins Gespräch. Die 80 Helfer gaben hilfreiche Tipps und Erklärungen. Die Bandbreite reichte von klassischen Familien- und Kinderspielen, über komplexe Strategiespiele bis hin zu Bewegungs- und Großspielen. Mitarbeiter kleiner Verlage und etablierter Größen wie Pegasus oder Kosmos sowie zahlreiche Spiele-Autoren waren vor Ort. Sie präsentierten Messeneuheiten und altbekannte, beliebte Spiele. Bei verschiedenen Turnieren maßen sich die Besucher mit anderen Spielern oder hielten beim Spiele-Flohmarkt Ausschau nach Schnäppchen. Viele probierten ihr Glück auch bei den angebotenen Gewinnspielen.

Organisator Andreas Ebert, leidenschaftlicher Spieler und Leiter des Spiele-Treffs der VHS, sagte: „Einen allgemeinen Trend gibt es nicht. Dafür ist das Angebot zu vielschichtig. Beliebt sind aber schnelle, kurze Mitbringspiele.“

Diese Vielschichtigkeit wurde in den verschiedenen Themenräumen deutlich. Das baltische Geschicklichkeitsspiel „Novuss“ ist zum Beispiel eine Mischung aus Billard und Carrom und in Lettland in jeder Kneipe zu finden. Aufwendig und detailreich sind Tabletops, Strategiespiele mit Miniaturfiguren. 150 Stunden Arbeit stecken beispielsweise in dem historischen Kriegsspiel von Arne Rose, der von der Spielidee über die Figuren bis hin zur Landschaft alles selbst entwickelt und gefertigt hat.

„Der kommunikative Aspekt ist mir ganz wichtig, ebenso wie der ,Rote-Ohren-Effekt‘. Der zeigt nämlich, dass Spiele Spaß machen“, so Rose. Immer voll besetzt war auch der Tisch von Tim und Denny Malingriaux, den Erfindern von „Yooloo“, einem simplen Kartenspiel mit zehn Spielkarten und zehn Spielrunden, bei der immer die höchste Karte gewinnt. „Jeder Spieler legt seine Strategie vorher fest und kann diese nicht mehr ändern“, erzählten die Erfinder.

Der offene Spiele-Club der VHS tritt sich übrigens jeden zweiten Mittwoch um 18.30 Uhr, zum nächsten Mal am 16.März.

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