Tarifeinigung zum Einsätz der Ärzte an verschiedenen Kliniken / Qualifizierung des Nachwuchses

Die Spezialisten kommen zum Patienten

Finanz-Staatsraat Henning Lühr (v.l.), Dr. Heidrun Gitter und Dr. Martin Rothe (beide Landesverband Bremen im Marburger Bund) beim Unterzeichnen der Vereinbarung.

Bremen - Von Elisabeth GnuschkeBREMEN · Spezialisten unter der Ärzten der Klinik-Holding Gesundheit Nord sollen künftig zum Patienten kommen – und nicht umgekehrt. Das beinhaltet eine gestern unterzeichnete Vereinbarung des Kommunalen Arbeitgeberverbandes (KAV) Bremen und des Marburger Bundes. Weiterer Punkt des Papiers: Die ärztliche Weiterbildung soll entscheidend verbessert werden.

Unterschrieben wurde die „zukunftsweisende Vereinbarung“ für den KAV von Finanz-Staatsrat Henning Lühr, Holding-Chef Dr. Diethelm Hansen sowie den Bremer Vertretern des Marburger Bundes, Dr. Heidrun Gitter (zweite Vorsitzende) und Dr. Martin Rothe (Vorsitzender). Es geht dabei um den Personalbinnenmarkt der rund 1 100 Ärzte in den vier Zentren der kommunalen Klinik-Holding.

„Wir sind mitten im Konsolidierungsprozess für die vier Kliniken“, so Lühr. Und dieser Prozess sei mit erheblichen Personaleinsparungen und Umstrukturierungen verbunden. Doch bei dieser Vereinbarung, so betonte Hansen, gehe es nicht um Einsparungen, sondern um eine Investition in qualifizierten Nachwuchs, also in die Zukunft, wenn die Demografie einen großen Ärztemangel bringt. Mehr als eine halbe Million Euro werde es kosten, die Vereinbarung umzusetzen. „Wir haben die Spielregeln verändert“, betonte Gitter. So könnten sich junge Ärzte künftig an allen vier kommunalen Bremer Kliniken weiterbilden. So würden die Ressourcen der Holding voll genutzt, da die Häuser verschiedene Schwerpunkte hätten. Diese hausübergreifende Fachausbildung sei „relativ einmalig“, sagte Gitter. Dem Marburger Bund sei genau diese qualifizierte Ausbildung wichtig, und die einzelnen Ärzte schätzten Entwicklungschancen mehr als Geld.

Es reiche auch ein Minimalstandard, um den Facharzt zu schaffen, erläuterte Hansen. Durch ihren längerfristigen Einsatz in den verschiedenen Kliniken eigneten sich die jungen Ärzte jedoch qualifiziertes Wissen an. Und sie müssten dafür nicht mehrfach ihre Stelle wechseln, sondern hätten Planungssicherheit. So wollen die Verbund-Kliniken als Arbeitgeber attraktiv bleiben – auch bei Ärztemangel. Laut Hansen legen die Chefärzte der Holding-Kliniken fest, wer wann wo eingesetzt wird.

Die bei der ver.di-Vereinbarung vor zwei Jahren in Sachen Personalbinnenmarkt zugesagte Sicherheit für Pflegekräfte gelte jetzt auch für die Ärzte des Marburger Bundes, so Hansen. Betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen. Andererseits sind die Mediziner verpflichtet, den Wechsel mitzumachen. Für eventuelle finanzielle Nachteile soll ein Ausgleich gezahlt werden.

Denn die Vereinbarung besagt, dass Ärzte, insbesondere auch Spezialisten, an mehreren Standorten eingesetzt werden dürfen. „Der Spezialist kommt zum Patienten, nicht umgekehrt“, sagten Gitter und Hansen. Der Holding-Chef nannte ein Beispiel: Die Experten für Nierenerkrankungen bei Kindern sitzen am Klinikum Links der Weser (LdW). Sollten bei einem kleinen Patienten in Mitte Nierenprobleme auftreten, soll der Mediziner zum LdW fahren – nicht das Kind durch Bremen kutschiert werden.

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