Spezialisierung soll Standort sichern

Bosch streicht in Bremen 370 Jobs

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Das Bosch-Werk in Huchting: Das Unternehmen will hier in den nächsten zwei Jahren 370 der insgesamt 520 Arbeitsplätze abbauen – möglichst sozialverträglich, wie es heißt.

Bremen - Von Jörg Esser und Elisabeth Gnuschke. Kellogg, Hachez, die Bremer Landesbank und andere – Hunderte von Stellen sind hier in den vergangenen Monaten verlorerengegangen oder werden in den Unternehmen noch verschwinden. Und jetzt auch noch Bosch. Der Geschäftsbereich Automotive Steering in Huchting kündigte am Donnerstag einen drastischen Stellenabbau an. Von 520 Jobs sollen 370 gestrichen werden.

Verkauft wurde der massive Stellenabbau als gute Nachricht – denn es hätte durchaus noch schlimmer kommen können. Das Werk soll bestehen bleiben, nicht geschlossen werden, so die gute Nachricht. Die Huchtinger wollen sich neu aufstellen und spezialisieren: auf elektrisch verstellbare Lenksäulen. Das teilte eine Firmensprecherin mit. Noch sind in Huchting 390 Stammkräfte sowie 130 Mitarbeiter mit befristeten Verträgen beschäftigt. Die Betriebsleitung verweist auf hohe Verluste. Nach ihren Angaben soll die „Wettbewerbsfähigkeit des Bremer Werks langfristig wieder hergestellt werden“. Geplant ist, dass sich der Standort spezialisiert, auf die Lenksäulen.

Prognosen gehen in diesem Segment von zweistelligen Zuwachsraten in den nächsten fünf Jahren aus. „Um an der positiven Marktentwicklung teilzuhaben, müssen wir in Bremen wettbewerbsfähiger werden. Das erreichen wir, indem wir uns voll auf dieses Wachstumsprodukt konzentrieren und unsere Fertigung kostengünstiger und effizienter aufstellen“, sagte Werkleiter Vincent Harter. Hingegen will Bosch die Produktion der mechanisch verstellbaren Lenksäule ins ungarische Werk nach Eger verlegen. Die Fertigung der Lenkzwischenwelle soll das Werk in Vendôme (Frankreich) übernehmen. Harter sagte: „Mit der Spezialisierung schaffen wir eine Zukunftsperspektive für den Standort Bremen.“

Lenksäulen für Personenwagen produziert

Im Huchtinger Werk entwickelt und produziert das Unternehmen verschiedene Lenksäulen für Personenwagen. Zur Zeit haben hier rund 520 Menschen Arbeit, davon sind 130 mit befristeten Verträgen ausgestattet. Sie und 240 Beschäftigte des Stammpersonals werden ihren Job verlieren. Mit der Neuausrichtung sieht Bosch ab 2020 einen Personalbedarf von lediglich rund 150 Stammkräften. Der Konzern hat angekündigt, den Arbeitsplatzabbau sozialverträglich zu gestalten. Freiwerdende Stellen sollen unbesetzt bleiben, Mitarbeiter in Vorruhestand gehen oder Abfindungen bekommen.

Bosch Automotive Steering ist Teil des Bosch-Konzerns mit Hauptsitz in Schwäbisch Gmünd (Baden-Württemberg), der weltweit 15.000 Mitarbeiter beschäftigt, davon 6000 in Deutschland.

Die Gewerkschaft IG Metall zeigte sich geschockt über die Pläne, obwohl man seit längerer Zeit wisse, dass sich angesichts roter Zahlen in Huchting etwas tun müsse. Doch dass es jetzt so hart komme, davon sei man überrascht, hieß es. Gewerkschaft und Betriebsrat kündigten Widerstand gegen den massiven Stellenabbau an.

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