500 Menschen aus Nord- und Ostsee geborgen

Spektakuläre Einsätze der Seenotretter

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Unter Seenotrettern: „Bootschafter“ Till Demtrøder (M.) steht kurz vor der Kontrollfahrt mit dem Seenotrettungskreuzer „Hermann Marwede“ der DGzRS zwischen den Rettungsmaännern Dominik Holtmeier (l.) und Sven Wittko.

Bremen/Cuxhaven - Ob blauer Himmel oder Sturmtief: Seenotretter fahren bei jedem Wetter raus. Mehr als 2 050 Einsätze gab es im vergangenen Jahr, 58 Menschen verdanken ihnen ihr Leben. Till Demtrøder, Schauspieler und ehrenamtlicher „Bootschafter“ der Organisation, rettete sogar schon selbst.

Rund 500 Menschen haben deutsche Seenotretter im vergangenen Jahr auf See gerettet oder aus einer Gefahr befreit. Sie waren in Nord- oder Ostsee in Not geraten. Insgesamt rückten die Einsatzkräfte der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) mehr als 2 050 Mal von einer ihrer 54 Stationen aus, sagte Sprecher Christian Stipeldey am Dienstag in Cuxhaven. Die DGzRS hat ihren Sitz in Bremen.

Es gab auch spektakuläre Einsätze, so Stipeldey. Im November brach in einem Windparkschiff nordwestlich von Helgoland ein Brand im Maschinenraum aus. Die Seenotretter brachten acht Techniker in Sicherheit und schleppten das havarierte Schiff zur Insel. Im Juli entdeckten die Einsatzkräfte vor Fehmarn zwei vermisste Taucher und brachten sie unterkühlt an Land. Im Juni kenterte der Katamaran dreier Segler bei Peenemünde in der Ostsee. Zwölf Stunden lang harrten sie und ihr Hund auf dem havarierten Schiff aus, bis die Rettung kam.

In 153 Jahren mehr als 84.500 Menschen geholfen

Seit der Gründung vor 153 Jahren haben die Seenotretter mehr als 84.500 Menschen auf See schnelle Hilfe gebracht. Für Wassersportler bietet die DGzRS seit 2017 eine Sicherheits-App an. Sie zeichnet über das Smartphone die Routen etwa von Kitern oder Kajakfahrern auf. Im Notfall hat die Seenotleitung Zugriff auf den aktuellen Ort des Mobiltelefons.

Einer der fast 11.000 Nutzer ist der Hamburger Schauspieler Till Demtrøder, der vor allem als Zivilfahnder Henning Schulz in der TV-Serie „Großstadtrevier“ bekannt wurde. Er ist selbst Segler und in diesem Jahr ehrenamtlicher „Bootschafter“ der DGzRS. „Ich habe auf meinen Touren schon viele brenzlige Situationen erlebt“, sagte Demtrøder. Dazu gehörten etwa ausgefallene Maschinen und Steuerruder sowie Verletzte, die geborgen werden mussten. „Es ist alles immer glimpflich ausgegangen“, sagte der 50-Jährige.

Sechs neue Rettungseinheiten in Dienst gestellt

„Ich war völlig erstaunt, als ich erfahren habe, dass die Seenotretter ohne jegliche staatliche Hilfe auskommen“, so Demtrøder, der Nachfolger von NDR-Fernsehmoderatorin Heike Götz („Landpartie“) ist. Vor ihr waren unter anderem Reinhard Mey, Carmen Nebel, Otto Sander, Jan Fedder und Thomas Schaaf „Bootschafter“.

Vor vielen Jahren wurde Demtrøder nach eigenen Worten sogar selbst zum Retter, als er auf der Hamburger Außenalster einen Mann ohne Schwimmweste bewusstlos im Wasser treiben sah. Er habe den Segler in sein Boot gezogen. „Ich habe heute noch Kontakt zu ihm“, sagte Demtrøder. Seit dem Vorfall achte er als Skipper darauf, dass alle an Bord eine Rettungsweste tragen.

Mit einem umfangreichen Neubau- und Umstationierungsprogramm bereiten sich die Seenotretter auf die Zukunft vor. Zuletzt taufte „Bootschafterin“ Götz am 8. November in Warnemünde die „Nimanoa“ für die Station Damp. Im abgelaufenen Jahr wurden sechs neue Rettungseinheiten (zwei Kreuzer, vier Boote) in Dienst gestellt, fünf weitere folgen in diesem Jahr. - sk/dpa

Weitere Informationen zu den Seenotrettern gibt es hier.

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