Naturfreunde feiern 100-jähriges Bestehen / Schlüsselerlebnis „Knechtsand“

Spektakuläre Aktionen

Bremen - Von Jörg Esser1895 taten sich in Wien diverse junge Leute zusammen und gründeten die internationale Naturfreunde-Organisation – als Zentrale aller Naturfreundegruppen in Europa. Im Juli 1912 zogen die Naturfreunde in Bremen nach und hoben eine Ortsgruppe aus der Taufe. Am Freitag, 28. September, wird im Rathaus das Jubiläum gefeiert – die Festveranstaltung beginnt um 18.30 Uhr.

Die Naturfreunde verstanden sich als Teil der Arbeiterbewegung. Sie wollten junge Menschen aus dem Arbeitsalltag herausholen, damit diese „in der freien Natur Freizeit, Kultur und Bildung in einer Gemeinschaft Gleichgesinnter erleben“. Soziale Gerechtigkeit, Weltfrieden und der Erhalt der Natur waren die großen Ideen der Naturfreunde. „Das sind auch heute noch unsere Ziele“, sagt Herbert Brückner, viele Jahre Sena tor in Bremen und heute Ehrenpräsident der Naturfreunde Internationale.

In den Gründerjahren gab es „einen blühenden Aufbau mit großen Wandertagen“, notierten die Chronisten – bis die Nazis an die Macht kamen. Denen war die soziale Ausrichtung der Naturfreunde suspekt. Sie verboten den Verein wegen „staatsfeindlicher Betätigung“, beschlagnahmten das Vermögen, insbesondere des gerade eingeweihten Naturfreundehauses in Steinkimmen. Unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkriegs trafen sich die Naturfreunde wieder öffentlich und entwickelten ein neues gesellschaftspolitisches Engagement. Spektakuläre Aktionen folgten – „Knechtsand“ wurde zum „programmatischen Schlüsselwort“, heißt es in der Jubiläumsbroschüre. Die Engländer warfen Ende der 50er Jahre über dem Vogelschutzgebiet „Knechtsand“ im Wurster Watt westlich der Insel Neuwerk zu Übungszwecken reihenweise Bomben ab. Dagegen formierte sich Widerstand. Und „der Touristenverein aus Bremen“ war mittendrin statt nur dabei. Letztlich mit Erfolg: „Knechtsand“ wurde zum Naturschutzgebiet. Der Umweltschutz rückte später immer stärker in den Fokus der Naturfreunde-Arbeit.

Der Wanderstützpunkt in Steinkimmen wurde zum „Naturfreundehaus Kimmerheide“ umgebaut (mit 54 Betten). Und ein Haus in der Buchtstraße („Buchte“) hat der Verein jüngst für die Naturfreundejugend gekauft. Derzeit wird es renoviert und umgebaut. Für den 1. Mai 2013 ist die feierliche Eröffnung geplant.

Zunächst wird das Jubiläum gefeiert. Beim Festakt wird neben Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) und Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) auch der Präsident der Naturfreunde Internationale, Manfred Pils aus Wien, sprechen.

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