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Udo Lindenberg in Bremen: Ein Spektakel für Augen und Ohren

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Von: Martin Kowalewski

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Udo Lindenberg ist in Aktion. Und auch auf der Leinwand ist einiges zu sehen.
Der totale Rocker: Udo Lindenberg ist in Aktion. Und auch auf der Leinwand ist einiges zu sehen. © Kowalewski

Panikrocker Udo Lindenberg steht seit Jahrzehnten auf der Bühne. Und er sorgt immer noch für volle Häuser. In Bremen war die Stadthalle zweimal ausverkauft - 20 000 Besucher sahen den Udo.

Bremen Es ist voll am Freitagabend in der Bremer Stadthalle (ÖVB-Arena), richtig voll, sowohl auf den Rängen als auch in der Hallenmitte. Kurzum: Udo Lindenberg hat mit seinem Programm „Udopium Live 2022“ für ein volles Haus gesorgt. Die Fans erlebten eine aufwendige Show, viel fürs Ohr, viel fürs Auge.

Mit je 10 000 Besuchern ist die Bremer Stadthalle am Freitag und am Sonnabendabend zweimal praktisch ausverkauft. Der „Panikrocker“ zieht Besucher an. Der 76-Jährige ist beachtlich agil. Immer wieder nutzt er einen Laufsteg ins Publikum, oft begleitet von weiteren Künstlern. Er lässt das Mikro auch mal cool am Kabel kreisen. Er ist viel in Bewegung. Etwa zweieinviertel Stunden Programm ohne Pause zieht er durch – authentisch bis zum Schluss.

Zum Anfang: ein Spektakel auf der Leinwand. Ereignisse im Weltraum, ein einsam umhertreibender Astronaut gerät mächtig ins Trudeln, denn die „Panik 1“ saust vorbei und zur Erde. Die „Panik 1“ sieht allerdings aus wie ein normales Flugzeug. Hier ist wohl etwas Science-Fiction im Spiel. Der Astronaut steigt in ein eher „gewöhnlich“ wirkendes Raumfahrzeug ein. Das Flugzeug landet auf der Leinwand und ist dann in Seitenansicht zu sehen.

Udo Lindenberg in Bremen: „Panik 1“ landet im Publikum

Eine echte Treppe auf der Bühne kommt von der Decke aus herab und aus der Bord-Tür (also einer Öffnung in der Leinwand) steigt eine Person, die sehr nach Udo Lindenberg aussieht. Aber: Es folgen weitere Personen in diesem Look. Udo Lindenberg schwebt alleine ein auf einer Plattform mit Beinen sowie Düsen, aus denen Rauch kommt. Es ist ein Teil des vorher dargestellten „Raumfahrzeugs“. Ein Mann löst Sicherheitsgurte. Auf seiner Jacke steht „Panik Space Commander“. Bald ist Udo Lindenberg mit Background-Sängerinnen auf dem Laufsteg. Ständig ist auf der Leinwand im Hintergrund etwas zu sehen. Tänzerinnen legen sich ins Zeug. Ein Spektakel. Zu „Ich brech‘ Herzen der stolzesten Frauen“ werden unter anderem Nonnen und männliche Geistliche dargestellt. Und Udo erklärt zwei Nonnen und zwei männliche Geistliche (spielerisch) zu „Mann und Mann“ und „Frau und Frau“.

Bei „Wozu sind Kriege da“ singen Kinder mit. Im Publikum: leuchtende Handys. Der Song aus den frühen 80ern geht so einfach ans Herz, gerade in der Gegenwart. Der Wunsch nach Frieden, hochaktuell. „Wir dürfen die Utopie nicht aufgeben“, fordert Lindenberg. Dann erklingt „Wir ziehen in den Frieden“.

Panikrocker in Bremen: „Wir ziehen in den Frieden“

Auch das Thema Ökologie wird von Lindenberg aufgegriffen. Zu „Ratten“ sind bedrückende Bilder zu sehen: Müllhalden, rauchende Schornsteine, Tiere als Opfer der Umweltvergiftung.

Zeichnungen voller grauer, düsterer Atmosphäre begleiten auf der Leinwand den Song „Vom Opfer zum Täter“ über rechte Radikalisierung. Direkt im Abschluss erklingt „Bunte Republik Deutschland“. Und da wird es wieder bunt. Tänzerinnen tragen etwa aufblasbare Flamingos am Körper. Der Song hat Dennis Hako aus Bremen am besten gefallen, sagt er nach der Show. Der 16-Jährige, der Lindenberg zum ersten Mal sah, lobt die Show. Genauso sein Vater, Michael Hako (59). Ein echter Fan. Er habe seit 40 Jahren alle Shows von Lindenberg im Umkreis von 100 Kilometern gesehen, sagt der 59-Jährige. Ein 37-Jähriger Bremer lobt unter anderem die Detailverliebtheit der Show und findet sie auch „super durchdacht“.

Landung im Publikum: Udo Lindenberg schwebt auf einem „Raumfahrzeug“ auf die Bühne.
Landung im Publikum: Udo Lindenberg schwebt auf einem „Raumfahrzeug“ auf die Bühne. © Kowalewski

Das Publikum zieht mit und hält ebenso gut durch wie der Star. Lindenberg hat herzliche Worte für Bremen. So sagt er an einer Stelle, es sei sehr schön in Bremen, „sehr temperamentvoll, sehr sensibel“. Und auch: „Es fühlt sich an, wie zu Hause bei Euch in Bremen.“

Udos herzliche Worte für Bremen

Zarte Klänge, bombastischer Rock und viele Nuancen dazwischen. Viele und zum Teil auch lange Soli, die aber niemals langweilig werden. Hier glänzen die Gitarristen. Die Zuschauer erleben ein aufwendiges Musikprogramm mit liebevoller Detailarbeit. Ein breites Team von Instrumentalisten wirkt mit. Etwa Bläser, die bei „Jonny Controlletti“ oder auch „Alles klar auf der Andrea Doria“ wunderbar zur Geltung kommen. Und auch beim „Sonderzug nach Pankow“.

Zum Schluss steigen viele Leute von der Bühne in die „Panik 1“. Dann entschwebt Udo alleine.

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