SPD-Vorstand diskutiert Böhrnsen-Nachfolge

Carsten Sieling ist der Favorit

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Gilt als Favorit: Carsten Sieling.

Bremen - Von Sönke Möhl. Wird es Carsten Sieling? Der Bremer SPD-Bundestagsabgeordnete hat die besten Chancen, die Nachfolge von Jens Böhrnsen als Regierungschef im kleinsten Bundesland anzutreten – wenn er denn will. Sollte er sich bewerben, würde wohl kein anderer SPD-Politiker gegen ihn antreten, ist aus Parteikreisen zu hören.

Heute, Montag, will der SPD-Landesvorsitzende Dieter Reinken dem Vorstand einen oder mehrere Personalvorschläge unterbreiten (wir berichteten). Er hatte die vergangene Woche für Gespräche mit mehreren Kandidaten genutzt. Der 56 Jahre alte Sieling verfügt über die größte politische Erfahrung unter den bisher genannten Namen.

Er war von 2004 bis 2006 Landeschef der SPD und hatte von 2005 bis 2009 die Bürgerschaftsfraktion geführt. Danach wechselte der Diplom-Ökonom in den Bundestag, wo er Sprecher der Parlamentarischen Linken in der SPD-Bundestagsfraktion ist.

Sieling verfügt in Bremen und im Bund über gute Kontakte. Seit 2011 sitzt er auch im Bundesvorstand seiner Partei.

Als Linker könnte er problemlos die Koalition mit den Grünen fortsetzen. Das Bündnis verfügt trotz herber Verluste immer noch über eine Mehrheit von 44 der 83 Sitze im Parlament. Die bequemen Zeiten der Zwei-Drittel-Mehrheit jedoch sind vorbei.

Sollte die SPD dennoch eine große Koalition mit der CDU bevorzugen, könnte Sieling zwar den linken Flügel der SPD beruhigen, weil er als Garant ihrer Interessen gilt. Für ihn selbst dürfte das aber nicht die Wunschverbindung sein. Die CDU-Spitzenkandidatin Elisabeth Motschmann, die dem christlich-konservativen Flügel der Union angehört, hatte im Wahlkampf keine Gelegenheit ausgelassen, sich der SPD als Partner anzudienen.

Was ist, wenn Sieling in Berlin bleiben will? Dann käme etwa Wirtschaftssenator Martin Günthner infrage. Der 39-Jährige gilt als glaubwürdiger Vertreter bremischer Wirtschaftsinteressen, hat aber auch sozialpolitischen Anspruch. Er ist redegewandt und sicher im öffentlichen Auftritt. Ob sich die Partei allerdings mit einem Bremerhavener an der Spitze der Zwei-Städte-Staats anfreunden kann, ist nicht gewiss.

Genannt wurden in den vergangenen Tagen auch die Namen von Staatsrätin Ulrike Hiller und Bildungssenatorin Eva Quante-Brandt. Der Bremer Parteienforscher Lothar Probst hatte nach der Wahl vermutet, es könnte auch eine Rochade geben, um zukünftig auf einem der Spitzenposten – Parteivorsitz, Fraktionsvorsitz, Bürgermeister – eine Frau zu haben.

dpa

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