SPD: Erinnerungen an goldene Zeiten

Unter den Augen von Wilhelm Kaisen

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Liebe zum Detail: Blumenschmuck bei der CDU.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. SPD: War der Wahlkampf zu unpolitisch? War der Spitzenkandidat zu defensiv? Waren die Themen verkehrt? Viele Fragen wird man sich jetzt stellen (müssen) bei den Sozialdemokraten. Und natürlich begannen die Diskussionen gestern Abend – gewissermaßen unter den Augen von Sozialdemokraten, die für ganz andere Zeiten in Bremen stehen.

Denn die Wände der Polit-Kneipe „Ständige Vertretung“ in der Böttcherstraße, wo die SPD ihre Wahlparty nun gezwungenermaßen mehr beging als feierte, sind geschmückt mit Fotografien von Persönlichkeiten wie Nachkriegsbürgermeister Wilhelm Kaisen (1887 bis 1979) und Bürgermeister a.D. Hans Koschnick. Zeichen an der Wand? Zu Koschnicks Zeiten sagte manch einer in Bremen: „Du kannst einen Besenstiel auf den Marktplatz stellen und ‚SPD‘ dranschreiben – der wird hier gewählt.“

Liegestühle

für die Grünen

Grüne: Was tun, wenn‘s ganz schlimm kommt? Am besten: erstmal hinlegen. Das tut gut. Und so gesehen hatte es vielleicht etwas Vorausschauendes, dass die Organisatoren der Grünen-Wahlparty vor dem Lokal „Filosoof“ im Buntentor (Neustadt) ausgerechnet Liegestühle aufgestellt hatten. Jedenfalls lagen sie damit richtig.

Die CDU schont

ihren Teppich

CDU: Ein bestens gelaunter Parteichef Jörg Kastendiek gab bei der Wahlparty der CDU in einem leerstehenden Geschäft im Lloyd-hof (Innenstadt) ein Interview nach dem anderen. Oft hatte die Union nach Wahlen im Parteihaus (Am Wall) gefeiert (auch nach Niederlagen). Nun aber mal ein Ortswechsel. „Dann müssen wir morgen nicht den Teppich im CDU-Haus austauschen“, scherzt Kastendiek.

Im Lloydhof feiert man auf Fliesen – fast schwarz sind die, das passt. Auch sonst zeigen die Organisatoren ein Auge fürs Detail: Servietten in Merkel-Orange, Blumenschmuck im gleichen Ton. Das passt auch.

Ernährung: Die CDU serviert ihren Partygästen Quiche und Currywurst. Kräftiges also. Bei den Sozialdemokraten in der „Ständigen Vertretung“ stand dergleichen nicht bereit, dabei hätte man Stärkendes dort bestimmt gebrauchen können. Stattdessen gab‘s bei der SPD Lollis und Gummibärchentüten. Aufschrift: „Miteinander bärenstark werden.“ Hm...

„Happy“: Disco

bei der FDP

Musik: Hochstimmung beim „Stadtwirt“ im Katharinenklosterhof. Die FDP bejubelt ihre Spitzenkandidatin (und ihr Neu-Mitglied) Lencke Steiner. Und ein DJ legt Partymusik auf – kommentierende Musik, könnte man sagen. Jedenfalls ertönt doch tatsächlich ein Song, der angesichts der liberalen Hochstimmung an diesem Abend wie maßgeschneidert wirkt – „Happy“ von Pharrell Williams.

Wählen: Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) ist bereits seit zehn Jahren Präsident des Senats (und damit, so ist das in Bremen, formell „Erster unter Gleichen“). Der 65-Jährige ist gegenwärtig der dienstälteste Regierungschef in einem Bundesland. Mit seinem Namen ist nun der womöglich schlimmste Wahlabsturz der SPD in Bremen verbunden. Wählen ging er gestern – mit seiner Frau Birgit Rüst – in der Schule Grambker Heerstraße. CDU-Spitzenkandidatin Elisabeth Motschmann gab ihre Stimme in der Schule an der Freiligrathstraße (Schwachhausen) ab.

Warteschlangen

vor dem Wahllokal

Warten: Geringe Wahlbeteiligung? Nicht in Borgfeld! Am Vormittag standen die Wähler Schlange vor dem Wahllokal der Grundschule in Alt-Borgfeld – der Andrang war dort einfach so groß. Aber in dieser Form eben auch: eine Ausnahme. Und nicht repräsentativ.

Absage: Parteichef und Vizekanzler Sigmar Gabriel war als „Stargast“ der SPD-Wahlparty in der „Ständigen Vertretung“ angekündigt – fehlte dann aber. Allerdings nicht wegen des Wahlausgangs. Gabriel sei erkrankt, hieß es.

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