Direktkontakt schafft Begeisterung / Erster MINT-Tag und „Open Digilab“

Spaziergang auf der ISS

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Justus geht mit dem Finger in die Lichtschranke. Sein Programm funktioniert. Ein Propeller, stellvertretend für ein Windrad, bleibt stehen.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Justus (15) hat es in zehn Minuten geschafft: ein Programm für Sicherheit. Ein kleiner, elektrisch betriebener Propeller, stellvertretend für große Windräder, soll stehenbleiben, wenn eine Lichtschranke unterbrochen wird. Justus ist einer von 300 Schülern, die im Wissenschaftscenter Universum am Mittwoch bei der Auftaktveranstaltung des ersten MINT-Tages in Bremen und dem „Open Digilab“ in die Welt von Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) hineinschnupperten.

„Digitalisierung, künstliche Intelligenz, virtuelle Welten“, so lautet das Motto des MINT-Tages für Schüler von Oberschulen und Gymnasien sowie für Lehrer. Ins Leben gerufen wurde er vom Netzwerk „MINT-Forum“ Bremen in Kooperation mit den Ressorts Wissenschaft und Bildung.

„Ich programmiere das erste Mal in Fischertechnik“, sagt Justus, Schüler an der Oberschule am Leibnizplatz. Er benutzt die Lichtschranke wie einen Schalter. „Der Rotor startet, sobald die Lichtschranke funktioniert“, erklärt er. „Er hört auf, sobald sie unterbrochen ist. Dann erklingt ein Alarmsignal.“ Er geht mit den Fingern zwischen die Lichtschranke. Tuten, das Rad steht.

Das war die zweite von drei Aufgaben, die in eine Geschichte eingebunden sind. „Erst soll das Windrad stoppen, wenn ein Ornithologe auf eine Taste drückt. Da Ornithologen zu teuer sind, übernimmt das dann eine Lichtschranke“, erklärt Scout Melanie Wittig (29). „Im dritten Fall wurde festgestellt, dass nur rote Vögel in der Luft sind.“ Szenario drei wird nebenan von Meiko (14), Schüler an der Oberschule Leibnizplatz, bearbeitet. Eine Kamera erfasst RGB-Werte, damit ein Alarmprogramm das Windrad stoppt, sobald ein kritischer Rotwert überschritten wird. Bewegungen ermittelt die Kamera aus Pixelveränderungen. Nach einer halben Stunde hat Meiko ein Programm fertig. „Bei ,Rot' stoppt das Rad. Bei sonstigen Bewegungen verlangsamt es sich in drei Stufen“, erklärt er. „Sieht die Kamera ,Grün', startet das Rad wieder.“ Beide Schüler sind begeistert von den vielen MINT-Angeboten zum Ausprobieren an diesem Tag.

Leonard geht auf der ISS spazieren, allerdings nur virtuell. Wie auf dem Bildschirm hinten zu sehen, kann er zwei große Hände in der virtuellen Welt einsetzen.

Datenbrille auf, Controller in die Hand, und schon ist Leonard (12) vom Gymnasium Horn, der tatsächlich am Stand des DLR-School-Labs steht, ganz woanders: an Bord der Internationalen Raumstation (ISS). Ein Bildschirm hinter ihm zeigt, was er sieht. Er wandert durch die ISS. Mit im Blickfeld befinden sich zwei große Hände, mit denen er alles Mögliche greifen kann. „Das ist ziemlich realistisch“, sagt er über seinen Spaziergang mit dem Programm „Mission ISS“. Szenenwechsel. Leonard schwebt im Weltraum direkt an der ISS. Die Blickrichtung entscheidet, wohin er schwebt. Die Station, die Erde und der Weltraum sind gut dargestellt.

Am Stand von HEC IT-Engineering bleiben die Schüler zwar im wirklichen Raum, doch tauchen darin virtuelle Stühle auf. Man kann sie greifen, leicht durch die Luft schwenken und überall hinstellen. „Einfach krass“, sagt Tim (15), Schüler am Leibnizplatz. „Das muss cool sein, wenn man das bei der Planung von Räumen einsetzen kann.“ Tim interessiert sich sehr für Naturwissenschaften und will später Lehrer werden.

Auf einer Diskussionsveranstaltung empfiehlt Bildungssenatorin Eva Quante-Brandt (SPD), die Alltagsrelevanz von MINT-Wissen zu zeigen, um die Neugier der Schüler zu wecken und auch, um mehr Mädchen dafür zu begeistern.

Das MINT-Forum wurde im Frühjahr 2016 als eine gemeinsame Initiative des Wissenschaftsressorts, der Joachim-Herz-Stiftung, der Körber-Stiftung und der Nordmetall-Stiftung gegründet. Das Netzwerk mit 26 Partnern, darunter das Universum, will junge Menschen für ein Studium oder eine Ausbildung im MINT-Bereich begeistern.

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