Spatenstich im Neuen Hulsberg-Viertel

Bremer Genossenschaft „Karl“ lässt baggern

Viele Menschen mit Spaten.
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Mit Spaten im Einsatz: Die Genossenschaft „Karl“ feierte den symbolischen Baubeginn für ihr Hausprojekt im Hulsberg-Viertel.

Die Entwicklung des Neuen Hulsberg-Viertels auf freiwerdenden Klinikflächen in Bremen nimmt weiter Fahrt auf. Die Baugenossenschaft „Karl“ hat einen Spatenstich gesetzt.

Bremen – „Karl“ legt los. „Karl“ hat den Baubeginn für ein Haus mit 29 Wohneinheiten im Neuen Hulsberg-Viertel gefeiert – mit dem symbolischen ersten Spatenstich an der Friedrich-Karl-Straße. „Karl“ ist eine genossenschaftliche Baugemeinschaft, die aus 43 Erwachsenen im Alter von 30 bis 70 Jahren sowie 20 Kindern und Jugendlichen besteht und im gemeinschaftlichen Eigentum ein „solidarisches, generationenübergreifendes Wohnprojekt“ verwirklichen will.

„Das durch einen starken Gemeinschaftssinn geprägte Projekt ist auch ein positives Signal an alle zukünftigen Baugemeinschaften in Bremen“, sagte Bau-Staatsrätin Gabriele Nießen beim Spatenstich. „Die große Vielfalt an Wohnungen und Nutzungen wird also in naher Zukunft auf den Stadtteil ausstrahlen.“ Katrin Tober aus dem Vorstand der Genossenschaft, sagte: „Vier Jahre intensiver Planung haben wir hinter uns. Jetzt freuen wir uns riesig, dass wir endlich die Bagger sehen.“

Eine Informationsveranstaltung zu einem 1 700 Quadratmeter großen Grundstück mit der Grundbuchbezeichnung „Gemarkung VR Flur 63 Flurstück 118/43“ am 8. Mai 2017 gilt als Geburtsstunde des Projekts. Es begann ein Dialog-, Planungs- und Entwicklungsprozess. Die Genossenschaft wurde gegründet, ein Bewerbungskonzept entwickelt. Im Sommer 2019 erhielt „Karl“ den Zuschlag fürs Areal, im Juli 2020 wurde ein Bauantrag eingereicht.

„Karl“: Planungsstart im Mai 2017

Und Ende Juli dieses Jahres haben die Bau-Genossen der Grundstücksentwicklungsgesellschaft Klinikum Bremen-Mitte (GEG) das Grundstück für einen Festpreis von 2,666 Millionen Euro abgekauft. Auf dem Grundstück soll eingangs erwähntes Haus mit 29 Wohneinheiten errichtet werden, von denen vier als öffentlich geförderte Wohnungen geplant sind. Auch eine inklusive Wohngemeinschaft ist geplant. Ins Erdgeschoss sollen unter anderem ein Kindergarten für zwei Gruppen und ein Café als Begegnungsort ziehen. Der Entwurf für das Niedrigenergiehaus (KfW-40-Standard) mit Dachbegrünung stammt vom Büro Praeger Richter Architekten aus Berlin. Der Bau selbst wird vom Bremer Architektenbüro Campe Janda Architekten umgesetzt.

Investitionskosten für „Karl“: 12,5 Millionen Euro

Die Finanzierung – die Genossenschaft kalkuliert mittlerweile mit Projektkosten von 12,5 Millionen Euro – soll gemeinschaftlich gestemmt werden. „Wir haben uns für eine solidarische Finanzierung entschieden, damit nicht die Höhe des Eigenkapitals von Einzelnen über die Teilnahme am Projekt entscheidet“, heißt es. Die Fertigstellung plant „Karl“ für Sommer 2023.

Neues Hulsberg-Viertel: Ein gemischtes Quartier

Das Neue Hulsberg-Viertel zählt zu den wichtigsten Bremer Stadtentwicklungsprojekten der nächsten Jahre. Auf den freiwerdenden 14 Hektar des Klinikums Bremen-Mitte entsteht mitten in der Stadt ein gemischtes Quartier mit rund 1 100 Wohnungen. Diverse Flächen hat die Grundstücksentwicklungsgesellschaft Klinikum Bremen-Mitte verkauft, weitere Areale und Bestandsobjekte sind im Verkaufsverfahren. So werden alte Klinikgebäude abgerissen und umgenutzt. Auf der Abrissliste steht beispielsweise „Haus 10“ (Frauenklinik). Unter Denkmalschutz steht „Haus 8“, das zuletzt Augenklinik und Urologie beherbergte. Hier ist eine „bunte Durchmischung angedacht“ – mit Markthalle, Gastronomie und Hotelnutzung. Das „Bettenhaus“ hingegen soll weiterhin für Klinikzwecke genutzt werden. Im St.-Jürgen-Quartier des Hulsberg-Viertels plant die kommunale Wohnungsbaugesellschaft Gewoba rund 120 öffentlich geförderte Wohnungen. Im März dieses Jahres ist auf dem Grundstück „Sorgenfrei 1“ der erste Grundstein gelegt worden. Jetzt folgt „Karl“. Mit der kompletten Fertigstellung des gesamten Quartiers rechnet die GEG für die Jahre 2026 und 2027.

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