Clown Penny Penski führt Kinder durch die Popmusik-Ausstellung im Focke-Museum

Spaßige Zeitreise mit Gitarre

Penny Penski greift in die Saiten seiner Gitarre und macht bei der Probeführung im Focke-Museum ordentlich Stimmung mit Drittklässlern aus Oberneuland. - Foto: Kowalewski

Bremen - Von Martin Kowalewski. Um die Ausstellung „Oh Yeah! Popmusik in Deutschland“ für Kinder gut erlebbar und leicht verständlich zu machen, kommt der Clown und Musiker Penny Penski ins Focke-Museum und bietet eine Mitmach-Führung für Familien an. Eine Probe mit einer 3. Klasse von der Grundschule Oberneuland hat geklappt. Morgen, Sonntag, um 15 Uhr läuft die Premierenführung.

Die Ausstellung ist nicht speziell für Kinder konzipiert. Darum hilft Penski nach, nicht nur mit seiner lustigen Art, sondern auch mit seiner Gitarre. Außerdem hilft ihm ein Volkslied: „Alle meine Entchen“. Der Clown singt und spielt es im Swing-Stil und liefert dann noch ein herrlich quakendes Flöten-Solo. „Dazu haben die Leute vor 100 Jahren getanzt“, erzählt Penski den durchaus verdutzt dreinblickenden Kindern. Doch mit dem Song geht noch mehr. Etwas später macht der Clown die Schulklasse zur Rhythmus-Maschine. Die Kinder stampfen mit den Füßen. Der Rhythmus ist sofort klar: „We will rock you“ von „Queen“. Und höre da, auf die Gesangsmelodie passt auch „Alle meine Entchen“.

Wie vielfältig Pop-Musik ist, zeigt sich auch daran, dass die Drittkässler unterschiedliche Erfahrungen damit haben. „Pop, das ist eher ruhige Musik“, sagt ein Kind. „Also, Rock’n’Roll ist laut“, sagt ein anderes. Auf eine Eigenschaft von Pop-Musik können sich der Clown und die Kinder aber schnell einigen: Pop-Musik ist sehr bekannt.

Dann geht es weiter zu einer Station, an der es ernst wird. Ein Plakat der „Comedian Harmonists“ ist zu sehen aber auch eines der „Hitlerjugend“. „Die ,Comedian Harmonists“ waren in Deutschland sowas wie Popstars um 1930. Die haben sehr lustige Sachen gemacht“, erzählt Penski. „Doch es gab Leute, die wollten, dass in Deutschland nur Deutsche leben und deutsche Sachen da sind.“ Die Kinder sollen raten, wer von den sechs Musikern auf dem Plakat wohl nicht deutsch ist. Ihnen fällt nicht viel ein. Ein paar zögerliche Versuche folgen. „Die Band wurde dann aufgespalten. Drei Musiker durften weiter auftreten. Drei mussten das Land verlassen, um nicht umgebracht zu werden. Die Platten, auf denen sie zu hören waren, durften nicht mehr verkauft werden.“ Recht traurig klingt ein aus der Tonkonserve angespielter Song der „Hitlerjugend“. Für die Kinder mitreißend präsentiert der Clown seine Version des „Comedian-Harmonist“-Klassikers „Ich wollt, ich wär‘ ein Huhn“.

Gut an kommt auch der Blick in die Nachkriegszeit. Die Kinder sehen den Twist in Filmen und dürfen den Tanz auch selber mal ausprobieren. Penski stellt auch Stimmungsmusik für damalige Ältere vor. „Freddy Quinn tat immer so, als würde er dauernd auf See fahren und gerade wiedergekommen sein.“ Auch die Bremer Bandleader-Legende James Last spricht er an und natürlich den „Beat-Club“. „Damals wurde eine Sendung ganz speziell für junge Leute gemacht. Das verursachte einen regelrechten Aufschrei“, so Penski. „Da waren Männer mit langen Haaren. Normal hatten die ihre Ohren frei.“

Es geht noch weiter bis in die Gegenwart. „Also mir hat alles gefallen“, sagt Grundschülerin Sofie. „Am besten hat mir aber der Rock’n‘Roll-Tanz gefallen.“ Ihr Mitschüler Logan mochte besonders den Gesang. Auch die Klassenlehrerin Jana Gefken ist durchaus beeindruckt. „Das ist total abwechslungsreich für Kinder. Sie wurden gut animiert und haben viel gelernt, ohne es zu merken“, sagt sie.

Die Ausstellung „Oh Yeah!“ läuft bis zum 16. Juli 2017. Neun Führungen mit Penski sind geplant.

www.focke-museum.de

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