Spaß mit „Schölern“

„Feuerzangenbowle“: Publikum feiert Kultklassiker im Boulevardtheater Bremen

Lehrer und „Schöler“ sorgen auf der Bühne des Boulevardtheaters Bremen im Tabakquartier für viel Spaß. In der zweiten Spielstätte des Weyher Theaters feierte jetzt der Kultklassiker „Die Feuerzangenbowle“ Premiere.
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Lehrer und „Schöler“ sorgen auf der Bühne des Boulevardtheaters Bremen im Tabakquartier für viel Spaß. In der zweiten Spielstätte des Weyher Theaters feierte jetzt der Kultklassiker „Die Feuerzangenbowle“ Premiere.

Bremen – Die Schüler springen auf und stehen, wenn sie sprechen. Die Lehrer wirken wirklich alt und die Schüler wirklich jung. Auch das Klassenzimmer sieht altmodisch aus. Dazu eine Handlung mit viel, viel Witz – vor 200 Zuschauern feierte der Kultklassiker „Die Feuerzangenbowle“ im neuen Boulevardtheater Bremen, der zweiten Spielstätte des Weyher Theaters, Premiere. Im Bremer Tabakquartier gab‘s dafür reichlich Applaus.

Auf einem Herrenabend kommt es heraus: Dr. Pfeiffer (mit drei „f“) fehlen die Erfahrungen des Schülerdaseins und der bösen Schülerstreiche. Er wurde von einem Hauslehrer erzogen. Die Folge des munteren Herrenabends und einer Wette: Der Schriftsteller geht an ein Gymnasium und drückt die Schulbank.

David Wehle spielt einen galanten und einfallsreichen Dr. Pfeiffer und Schüler Pfeiffer und erinnert stark an Heinz Rühmann, der 1944 im Film die Rolle spielte. Das Stück in zwölf Bildern erinnert auf der einen Seite stark an den Kultfilm aus dem Jahr 1944, auf der anderen Seite finden sich auch markante Freiheiten.

Der Professor und die „Schöler“

Mit dem Auftritt von Prof. Crey, genannt Schnauz, gibt es sehr bald Lacher. Christian Schliehe sieht dem Film-Original nicht nur sehr ähnlich, er übernimmt auch sehr genau dessen markante Sprechweise. Hart, etwas kratzig und gerne Vokale verfälschend, etwa: „Schöler“.

Professor Bömmel (Kay Kruppa) ist ein echter Kumpel des Schülers. Er sagt, er mag es volkstümlich. Er zieht seine Schuhe aus. Eine rote und eine grüne Socke kommen zum Vorschein. Sein Unterrichtsgegenstand: die Dampfmaschine. Ein Schuh wird von Schüler Rudi Knebel (Kai Hochhäusler) stibitzt und landet in der Ablage der ersten Bank. Anders als im Film wartet Bömmel nicht einfach, bis der Schuh zurückkommt, wobei im Film in der Zwischenzeit der nächste Lehrer im Klassenzimmer eintrifft. Er lässt sich auf dem Stuhl in die Höhe heben und will zum Direktor getragen werden. Und er sagt: „Was habt Ihr doch für ’ne fiese Charakter.“

Auch auf der Bühne klappt der berühmte Trick mit dem Spiegel. Mit diesem lenkt Pfeiffer Licht auf eine Europakarte und hilft Rudi, der von Direktor Knauer (Markus Weise) gerade zu den Wanderbewegungen der Goten befragt wird. Knauer blickt nur aufs Pult, kriegt aber dennoch alles mit. Eine Fünf für Knebel. Der behauptet, eine Zwei verdient zu haben. Doch die gibt es für Pfeiffer.

Auch die Szene mit der Weinprobe fehlt nicht. Die gibt es in einer Stunde von Prof. Crey. Die Schüler stehen an und bekommen ihren Schluck. Danach bewegen sie sich vermeintlich betrunken durch den Raum, eine Art Tanz entsteht. Das wirkt eher modern. Knebel sagt, der Professor sei Ju-Jutsu-Weltmeister. Dieser staunt. An einer Einladung zum Kampf ist Crey nicht interessiert. Vielmehr wird der Professor von den Schülern durch den Raum gejagt. . .

Langer Applaus im Bremer Tabakquartier

Und natürlich entbrennt die Liebe. Es ist die Referendarin Eva Knauer (Stephanie Liebl), Tochter des Schuldirektors, die im Musikunterricht die Herzen der Schüler erobert – auch (und ganz besonders) das von Pfeiffer. Um die Liebe zu tarnen, verschluckt dieser sogar einen Liebesbrief. Im Film dagegen war Eva Schülerin an der benachbarten Mädchenschule.

Der Applaus nach der Vorstellung ist unglaublich lang. Er scheint nicht zu enden, während sich der Vorhang mehrfach vor dem Ensemble öffnet und wieder schließt. Eine Inszenierung von Kay Kruppa und Frank Pinkus, der im September bei der Generalprobe zur ersten Aufführung im Boulevardtheater Bremen auf der Bühne zusammengebrochen und gestorben war. In der „Feuerzangenbowle“ übrigens musste Kruppa kurzfristig für einen ausgefallenen Kollegen einspringen – und spielt in den nächsten Wochen nun die Rollen des Professors Bömmel und des Apothekers Fröbel.

„Die Feuerzangenbowle“ nach dem Roman von Heinrich Spoerl in der Bühnenfassung von Wilfried Schröder ist bis zum 2. Januar 2022 im Boulevardtheater Bremen (Tabakquartier, Woltmershausen) zu sehen. Die nächsten Termine: 1. bis 4. Dezember (jeweils um 20 Uhr) sowie 5. Dezember, 15 Uhr. Es gilt die 2G-Regel; Impf- oder Genesenen-Ausweis und Personalausweis sind vorzuzeigen. Tickets (ab 32 Euro) gibt es unter dieser Adresse. Zur Kontaktdaten-Erfassung nutzt das Theater die Luca-App.

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