„Tag des offenen Denkmals“: Ehrenamtliche im Fokus 

„Die Sparsamkeit liegt in der Pflege“

Eine lange Warteschlange am Rathauseingang. Das Weltkulturerbe-Bauwerk ist stets eine der Hauptattraktionen am „Tag des offenen Denkmals“ in Bremen. - Foto: Kuzaj

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Warteschlangen vor dem Bremer Rathaus – die gab es Sonntag wieder. Und sie gehören beim „Tag des offenen Denkmals“ in Bremen beinahe schon zum gewohnten Bild. Das Weltkulturerbe zählt da schließlich stets zu den besonders gefragten Attraktionen.

„Gemeinsam Denkmale erhalten“ – unter diesem Motto stand der Tag dieses Mal. Landeskonservator Professor Georg Skalecki warnte bei der Eröffnungsfeier im (jetzt genau 50 Jahre alten) Haus der Bürgerschaft (einmal mehr) davor, dass Investoren und Anleger Immobilien als gewinnbringendes Geschäftsmodell entdeckt hätten. In vielen Fällen komme der Denkmalschutz zu spät, um sich bei erhaltenswerten Gebäuden oder Ensembles ohne Schutzstatus abschließend zu positionieren.

Gemeinschaftliches Handeln – ein Motto, das in der Denkmalpflege von entscheidender Bedeutung ist. Oft sind es Vereine, die sich engagieren und Denkmäler mit Leben füllen.

In Bremen setzt sich beispielsweise der Bürgerparkverein für den Schutz, den Erhalt und die Pflege des Bürgerparks ein. Der Verein Altes Pumpwerk in Findorff bot Sonntag Rundgänge durch die Maschinenhalle, die Ausstellung und den unterirdischen Kanal an. Der Verein hat das Alte Pumpwerk mit regelmäßigen Veranstaltungen zu einem Kulturveranstaltungsort gemacht. In Bremen-Nord präsentierte der Deutsche Schulschiffverein ein – eben – schwimmendes Denkmal, die „Schulschiff Deutschland“. In Oberneuland führte der Verein Overnigelant durch Heinekens Park. Und, und, und.

Seit 1993 koordiniert die Deutsche Stiftung Denkmalschutz den „Tag des offenen Denkmals“ bundesweit. Die Stiftung mit Sitz in Bonn steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten. In Bremen war sie gestern natürlich auch präsent – Infoständen im Rathaus, im Haus der Bürgerschaft und in Schloss Schönebeck in Bremen-Nord.

Ums das Haus der Bürgerschaft kümmert sich auch – sozusagen schon von Amts wegen – der Bürgerschaftspräsident. Christian Weber liegt das Bauwerk, in dem er seinen Arbeitsplatz hat, sehr am Herzen. „Ich hoffe, dass die nächsten Generationen es genauso wertschätzen und den Stil des Hauses respektieren“, sagt der Sozialdemokrat mit Blick auf gelegentlich aufkommende Diskussionen – etwa dann, wenn es darum geht, Mobiliar aufzuarbeiten oder auszutauschen.

Die Einrichtung des Hauses ist hier Teil eines architektonischen Gesamtkonzepts. Sie steht mit unter Denkmalschutz. Und so gilt es eben, gut auf sie aufzupassen. „Die Sparsamkeit liegt in der Pflege, habe ich bei meiner Mutter gelernt“, sagt Weber. Die Ehrenamtlicher vieler Denkmals-Vereine dürften da zustimmen.

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