Investorengruppe bekommt den Zuschlag

Sparkassen-Areal Am Brill verkauft

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Die Sparkasse hat ihr Areal Am Brill an eine Investorengruppe um die israelische Familie Schapira verkauft. Das Geldinstitut zieht bis voraussichtlich 2020 auf ein Grundstück in Uni-Nähe.

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Das ging relativ schnell: Die Sparkasse Bremen hat ihr großes Areal Am Brill mit dem historischen Gebäude verkauft. Den Zuschlag bekam die internationale Investorengruppe um die Familie Schapira, die in Israel ihren Sitz hat.

Auf der Agenda der Schapiras stehen bereits mehrere Projekte in Deutschland – und auch in Bremen. An der Weser hat sie das Areal um die Bücherei Am Wall projektiert und das DHL-Gebäude im Güterverkehrszentrum.

Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, sagte am Montag Sparkassen-Vorstand Tim Nesemann. Aber einige Millionen dürfte die Familie Schapira für das 11.000 Quadratmeter große Gelände am Rande der Bremer Innenstadt schon hinblättern.

Vor fast einem Jahr hatte die Sparkasse bekanntgegeben, dass sie ihren Stammsitz Am Brill verlassen möchte. Zuviel würde es kosten, das alte Gebäude auf den neuesten Stand zu bringen, hieß es damals unter anderem. Das Geldinstitut möchte dort hinziehen, „wo neue Ideen geboren werden“ – in die Nähe der Uni.

Seit wenigen Tagen liegt nun der Sparkasse laut Nesemann eine schriftliche Reservierungszusage für ein Grundstück auf dem Campus in Horn vor. Der Neubau soll auf einer 7.200 Quadratmeter großen Fläche an der Universitätsallee/Ecke Autobahnzubringer entstehen. Bis Ende 2020 soll die Verwaltung umgezogen sein. Am Brill soll der historische Bauteil erhalten bleiben, hier wird die Sparkasse mit einem kleinen Standort vertreten sein.

Ausrichtung auf die Digitalisierung

„Wir werden die Sparkasse Bremen technisch, organisatorisch, räumlich und kulturell auf das Zeitalter der Digitalisierung ausrichten“, begründet Nesemann den Umzug zur Uni. Die Wettbewerber von morgen seien nicht mehr die Banken von heute, sondern Unternehmen wie Google, Amazon oder Paypal. 

Nesemann: „Die haben ihren Sitz auch nicht in der Wall Street, sondern dort, wo neue Ideen geboren werden: in der Nähe von Universitäten.“ Die Verbindung von Forschung, Lehre, Leben und Arbeiten mache dieses Areal für das Unternehmen besonders attraktiv.

Zurück zum historischen Brill-Gebäude, das vor rund 190 Jahren entstand: Die Sparkasse habe „einige interessante Gespräche mit Investoren geführt“, sagte Nesemann am Montag. Den Zuschlag für das attraktive Innenstadtareal zwischen Brill, Hanken-, Jakobi- und Bürgermeister-Smidt-Straße bekam die Familie Schapira.

Zuschlag nach jahrelanger Zusammenarbeit

Mit ihr arbeitet die Sparkasse seit langen Jahren zusammen, sagte der Vorstandschef. Man habe sich „immer wieder“ von ihrer „Leistungsfähigkeit und Kreativität“ überzeugen können, so Nesemann weiter. Er zeigte sich zuversichtlich, dass das Konzept der Familie die Innenstadt bereichern werde. Durch die Bücherei Am Wall und das DHL-Gebäude ist Bremen den Brüdern aus Israel wohlbekannt.

Da die Sparkasse laut Nesemann „ein großes Interesse an einer attraktiven Innenstadt“ habe, wird es in Zusammenarbeit mit der Stadt ein Werkstattverfahren geben. Dabei sollen Ideen für das Areal erarbeitet werden. Mitte Januar 2018 sollen in die Ergebnisse öffentlich präsentiert werden.

Planungen für neues Gebäude schreiten voran

Für die Sparkasse gehen die Planungen für ein zeitgemäßes Verwaltungsgebäude an der Uni in die nächste Runde. Seit Ende Oktober sind 15 Architekturbüros aus Deutschland, Österreich und Schweiz eingeladen, einen Entwurf einzureichen. „Wir haben nur die wichtigsten Eckpunkte für die Architekten vorgegeben und erwarten eine große Bandbreite an kreativen Lösungen“, sagte Joachim Döpp, Vorstandsmitglied der Sparkasse. 

Ein entscheidendes Kriterium soll die Funktionalität des Gebäudes sein. Insbesondere das Kriterium „Nachhaltigkeit“ spiele eine große Rolle. Acht Preisrichter, darunter Architekten, Vertreter der Baubehörde und der Vorstand der Sparkasse, werden im März 2018 den Siegerentwurf küren. Döpp: „Erst mit diesem Entwurf kann die konkrete Planung für die Baugenehmigung an einem neuen Standort beginnen.“

Infos zur Sparkasse Bremen

Die Sparkasse Bremen wurde 1825 gegründet und weist eine Bilanzsumme von mehr als elf Milliarden Euro auf. Rund 1.400 Menschen arbeiten für das Geldinstitut. Neben dem Privatkundengeschäft zählen die Vermögensberatung, das Private Banking und das Firmenkundengeschäft zum Angebot. 

Nach eigenen Angaben hat die freie Sparkasse Bremen etwa 400.000 Privat- und 34.000 Firmenkunden. Damit hat sie in der Region Bremen einen Marktanteil von über 40 Prozent, wie es im Haus heißt.

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