Die Sparkasse bastelt an der Zukunft / Vorstand Fürst: Wir binden Kunden ein

„Strategische Leitplanken“

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Die Sparkassenfiliale in der Sögestraße wird am 9. März geschlossen.

Bremen - Von Jörg Esser. Neue Medien, Apps, alternative Vertriebswege, Kontowecker, Werder-Card, „girogo“ – die Sparkasse Bremen bastelt an ihrer Zukunft in der digitalen Welt. Doch das Geldinstitut bleibt flächendeckend präsent – solange die Kunden die Filialen ansteuern. Das sagte Thomas Fürst, Vorstandsmitglied der Sparkasse Bremen, gestern vor Pressevertretern.

Aus der Produktsparkasse ist längst eine Vertriebssparkasse geworden. Und die Kunden „segmentieren sich selbst“, sagt Fürst. Es gibt mittlerweile mehr als 107000 Sparkassen-Kunden, die das Online-Banking nutzen – 49 Prozent mehr als 2011. 70 Prozent aller Kunden nutzen mehrere Vertriebswege. Es gebe Leute, die fünf Jahre lang keine Filiale besuchen. Und es gibt diejenigen, die extra wenig Geld abheben, um häufiger kommen zu können. „Wir wollen allen gerecht werden“, sagt Fürst.

Das ist eine Gratwanderung für die 1825 gegründete Sparkasse, die 400000 Privat- und 300000 Firmenkunden hat, elf Milliarden Euro Umsatz pro Jahr macht, rund 1450 Mitarbeiter beschäftigt, vier Millionen Euro pro Jahr spendet und zu den Top Ten der deutschen Sparkassen zählt. „Das ist ein Spannungsfeld“, sagt der Sparkassen-Vorstand und spricht von „strategischen Leitplanken“. Eine Strategie: „Wir binden die Kunden ein.“ Soll heißen: Es gibt jede Menge Umfragen. Und Analysen. Das Geldhaus will wissen, ob der Kunde in die Filiale kommt, und wenn ja, weswegen. Es wird ermittelt, wer mit welchem Verkehrsmittel die Sparkasse ansteuert. Letztlich entscheidet laut Fürst das Kundenverhalten über die Zukunft einer Filiale.

Fürst weiter: „Die digitale Welt ist ein komplementärer Kanal, Produkte werden elastischer.“ Der Vertriebsweg Internet führe zu einer Veränderung der Strukturen, „aber nicht zum Tod der Filialen“. Die Sparkasse fährt weiterhin ein dreistufiges Konzept. Derzeit gibt es 15 große, 42 kleine und mittlere und 26 Selbstbedienungs-(SB)-Filialen. Innerhalb der nächsten fünf Jahren soll das Angebot modifiziert werden. Von 83 bleiben 80 Filialen, darunter 17Beratungscenter mit umfangreichem Angebot und 34 Filialen sowie 29 SB-Standorte in Fußgängerzonen und Einkaufszentren. Und es bleibt dabei: Auch wer ungünstig wohnt, soll maximal 1,5 Kilometer bis zur nächsten Filiale zurücklegen müssen. Zudem sollen die Filialen zu Begegnungsstätten werden. Veranstaltungen rund ums Thema Finanzen sind geplant.

Als auffälligste Veränderung in der Filialstruktur kündigt Fürst die Schließung des Standorts in der Sögestraße zum 9. März an. Dafür wird die SB-Station am „Kreyenhorst“ (Stichweg Lloydpassage zur Pelzerstraße) aufgerüstet. Und die Sparkassen-Filiale Am Markt wird renoviert und darum ab 29. Januar für einige Wochen geschlossen.

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