„Spanisch für Anfängerinnen“ feiert Premiere im Packhaustheater

Temperamentvoller Macho

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José (Manuel Jadue), ein Torero wie aus der Macho-Werbung, und sein Gitarrist Manolo (Markus Krutzfeld) geben im Packhaustheater im Schnoor Spanisch-Unterricht für Anfängerinnen.

Bremen - Von Isabel Niesmann. Lasziv wirft José (Manuel Jadue) die langen schwarzen Locken über seine Schultern, stemmt die Hände in die Hüften, zieht ein paar Mal verheißungsvoll die Augenbrauen hoch und säuselt dann: „Lección seis: el amor“ (Lektion sechs: die Liebe). Im edlen rot-goldenen Torero-Kostüm ist er ein Prachtexemplar des stereotypen südländischen Machos: schmalzig, theatralisch und temperamentvoll.

Beim Premierenpublikum von „Spanisch für Anfängerinnen“ am Donnerstagabend im ausverkauften Packhaustheater im Schnoor kommt diese Mischung sehr gut an. „El amor“ ist eine von zehn lehrreichen Lektionen in dem Musik-Comedy-Stück von Autor und Regisseur Enrique Keil. Das Ziel dieses Spanisch-Crash-Kurses der etwas anderen Art ist es, den – weitestgehend weiblichen – Zuschauern zu erklären, wie man im Urlaub einen Spanier kennenlernt, einen schönen Sommer mit ihm verbringt und ihn danach möglichst einfach wieder los wird. „Vamos alla playa“ für das Date am Strand und „Ritmo de la noche“ für den Discoabend dürfen da natürlich nicht fehlen.

Der zweite Mann auf der Bühne ist Josés Halbbruder Manolo (Markus Krutzfeld). Die meiste Zeit blickt er stoisch ins Publikum, ist dafür aber umso virtuoser an der Gitarre. Der studierte Konzertgitarrist, „die fettige Manolo“, wird von dem eitlen José kräftig verspottet. Darunter aber leidet das Gitarrenspiel, unter anderem mit Hits von Ricky Martin und Julio Iglesias, in keiner Weise.

Spanisch, das ist die Sprache der Liebe und Leidenschaft. Daran lässt der mit beiden Sprachen galant jonglierende José keinen Zweifel. Italienisch hingegen sei nur schlecht gesprochenes Spanisch, in dem an jedes Wort ein zusätzlicher Vokal gehängt werde, wie eben bei „amore“. Besser kommt das deutsche Wort „Liebe“ auch nicht weg. „Das hört sich an, als ob gerade jemand erwürgt wird“, so der energiegeladene Spanier. Wenn man jemanden beschimpfen wolle, könne man auch einfach Deutsch sprechen. Das funktioniere zum Beispiel gut mit dem Wort „Apfffartszzzaittt“.

Während José inbrünstig „Amor, amor, amor“ singt, schlängelt er sich flirtend durch das Publikum, nimmt auf dem Schoß einer Zuschauerin Platz und fegt danach wieder voller Energie über die Bühne. Nicht nur stimmlich und schauspielerisch beeindruckt er, sondern auch tänzerisch, als er bei „La cucaracha“ die fiktiven Küchenschaben mit ausladenden Schritten vertreibt. Am Ende des Abends stehen dann tatsächlich ein Examen und die Erkenntnis, dass ein Spanischkurs richtig Spaß machen kann. In der Zugabe stimmen alle die „neue deutsche Nationalhymne“ auf Spanisch und im Samba-Rhythmus an: „Tanz im Rausche dieses Rhythmus, komm zu mir nach Spanien“. Ein paar Zuschauerinnen wird José wohl davon überzeugt

haben.

„Spanisch für Anfängerinnen“ steht noch bis zum 6.Dezember auf dem Spielplan des Packhaustheaters im Schnoor.

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