Gast beim CDU-Neujahrsempfang

Spahn sammelt Pluspunkte: „Müssen die schützen, die uns beschützen“

Jens Spahn sammelte beim Neujahrsempfang der Bremer CDU am Donnerstagabend viele Pluspunkte. Foto: KOLLER
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Jens Spahn sammelte beim Neujahrsempfang der Bremer CDU am Donnerstagabend viele Pluspunkte.

Bremen - „Ärmel hoch, Bremen wartet nicht“ – das Motto prangt auf den Plakaten beim CDU-Neujahrsempfang im Dorint City-Hotel am Hillmannplatz. Bremen wartet aber doch. Zumindest die Bremer CDU. Oder noch besser: die Gäste des Empfangs. Sie warten auf den Gastredner, den Stargast des Abends. Sie warten auf den Gesundheitsminister und vielleicht Bald-Kanzler Jens Spahn.

Der Saal füllt sich. Vorgeplänkel, Smalltalk. Der Geräuschpegel steigt. Die Pressemenschen und Fernsehleute werden unruhig. Zeit genug, sich umzuhören. „Kann Spahn Kanzler?“ Die Meinungen sind geteilt. Die jüngeren Parteimitglieder wünschen sich den Münsterländer als Parteichef und eben als Kanzler. Bei den älteren Semestern ist eine Präferenz für Friedrich Merz zu spüren. „Spahn ist zu jung“, sagt einer, der die 75 locker überschritten hat. „Der Rest ist egal.“ Der Gesundheitsminister ist übrigens 39 Jahre alt.

Immer häufiger werden Smartphones gezückt. Und Selfies gemacht. Mit und ohne lokaler Parteipromis wie Fraktionschef Thomas Röwekamp oder Jens Eckhoff. Dann wird es unruhig. Die Personenschützer schreiten den Einmarschweg ab. Wenig später ertönt Musik. Spahn kommt. Mit dem Bremer CDU-Chef und erfolgreichen Spitzenkandidaten der jüngsten Bürgerschaftswahl, Carsten Meyer-Heder im Schlepptau. Es ist 19.20  Uhr. Applaus ertönt. Meyer-Heder tritt ans Pult und ruft zu einer Gedenkminute für die Opfer des rechtsradikalen Anschlags von Hanau auf. Es ist ruhig im Saal, der mittlerweile nach Parteiangaben mit 900 Leuten gefüllt ist. Und der Bremer mischt sich in die Personaldebatte der Bundes-CDU ein. „Friedrich Merz polarisiert, mit ihm als Kanzler haben wir in Bremen keine Chance. Es gibt bessere Kandidaten“, sagt Meyer-Heder. Spahn eben. „Jens, Du bist einer, der anpackt und gegen Widerstände kämpft.“

Spahn zu Hanau: „Darf uns keine Sekunde ruhen lassen“

Und Spahn packt an, verurteilt zunächst auch die Anschläge von Hanau sowie Hass und Hetze, die zu oft mit Worten beginne. „So etwas darf uns keine Sekunde ruhen lassen.“

Weiter geht’s im Galopp nach Thüringen, wo CDU, SPD, FDP und Grünen zusammen keine Mehrheit haben. Spahn verweist auf den massiven Vertrauensverlust in den Staat. „Wir müssen Vertrauen zurückgewinnen“, sagt er. „Und Debatten führen, bei denen man einander zuhört.“ Zuhören sei schließlich der Anfang von Verstehen. Spahn weiter: „Ein Kompromiss, der aus einer ehrlichen Debatte entsteht, ist ein Wert an sich.“ Auf diese Weise sei es gelungen, das Thema Organspende in die Gesellschaft zu tragen.

Elektronische Patientenakte soll 2021 endlich kommen

Irgendwann müsse man auch entscheiden, fährt der Minister fort. So will er zum 1. Januar 2021 endlich die elektronische Patientenakte eingeführt haben. Spahn: „Nirgendwo wird so viel gefaxt wie im Gesundheitswesen.“ Auch das Verbandsklagerecht ist Spahn ein Dorn im Auge. Er nennt als Beispiel den Widerstand gegen die geplante Tesla-Ansiedlung in Brandenburg. Spahn weiter: „Jeder Nistplatz eines Molches führt dazu, dass eine Umgehungsstraße zehn Jahre später fertig wird.“

Auch der politische Gegner bekommt sein Fett weg: „Die Rot-Rot-Grünen vergessen immer, dass vor dem Verteilen das Erwirtschaften kommt.“ Schließlich streift er das Thema Sicherheit. „Die Polizisten haben es verdient, dass wir zunächst mal hinter ihnen stehen. Wir müssen diejenigen schützen, die uns beschützen.“ Dafür gibt es jede Menge Applaus. Und letztlich sammelt Spahn bei seinen Bremer Parteifreunden ganz viele Pluspunkte. „Schaun ‘mer mal, wie es weitergeht“, sagt eine junge Frau.

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