Sozialressort will Flüchtlinge im früheren Vulkan-Gebäude unterbringen / Aktionsbündnis demonstriert

Erstaufnahme in der alten Werftzentrale

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Der Demo-Zug des Aktionsbündnisses „Refugees Welcome“.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „Geplante Unterbringung von Flüchtlingen im ehemaligen Verwaltungsgebäude des Bremer Vulkan, Lindenstraße.“ Als sechster Punkt steht dieses Thema auf der Tagesordnung für die Vegesacker Beiratssitzung am Donnerstag, 8. Oktober.

In der früheren Werftzentrale soll eine zweite zentrale Aufnahmestelle für Flüchtlinge eingerichtet werden. Auf der Beiratssitzung will das Sozialressort die Pläne detaillierter darstellen. In dem früheren Vulkan-Gebäude sollen mindestens 500 Flüchtlinge untergebracht werden.

500 Menschen unter einem Dach – das bedeutet für den Bremer Norden eine (weitere) große Herausforderung. Im Zusammenhang mit dem Thema Wohnungsbau hatte Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) in seiner Regierungserklärung zur Flüchtlingspolitik jüngst noch gesagt: „Es darf nicht passieren, dass wir Ghettos errichten.“ Die große Zahl der ankommenden Flüchtlinge lässt Bremen nun zumindest bei der Erstaufnahme offenbar keine andere Wahl mehr, als nach großen Unterkünften zu suchen.

Von einer „unwürdigen Unterbringung“ vieler Flüchtlinge sprachen unterdessen Vertreter des Bremer Aktionsbündnisses „Refugees Welcome“ („Flüchtlinge willkommen“). Das Bündnis hatte am Wochenende zu einer Demonstration am Hauptbahnhof und im Ostertor aufgerufen, an der nach Schätzungen der Polizei etwa 1600 Menschen teilnahmen.

„In einem Redebeitrag verwies ein junger Geflüchteter aus Sierra Leone auf die beengten und unhygienischen Zustände im Großzelt auf der Werderinsel“, hieß es gestern in einer Erklärung des Bündnisses. „Zu seiner eigenen Lage sagte er, dass er nach dem Tod seiner Eltern ‚einfach einen Ort brauche, wo es eine Perspektive gebe, jemand zu sein‘.“

Mit Blick auf die Ministerpräsidentenkonferenz in Bremen (7. bis 9. Oktober) kündigte das Aktionsbündnis Proteste „gegen die geplanten Asylrechtsverschärfungen“ an.

Wann die ersten Flüchtlinge in die geplante weitere Erstaufnahme in Vegesack ziehen können, stand am Wochenende noch nicht fest. Das Gebäude muss umgebaut werden.

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