Kälte lässt Gastronomen zögern

Biergarten-Saison an der Schlachte: 2700 Stühle kommen an die frische Luft

Mina Ibrahim (links) und Andrew Laukant stoßen bei minus sieben Grad in Shirt, kurzen Hosen und Badelatschen auf die am Sonntag beginnende Biergarten-Saison an der Schlachte an.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Vorfreude auf eine hoffentlich schöne Biergartensaison? Andrew Laukant (48), Geschäftsführer des Restaurants „Enchilada“, und Mina Ibrahim (29), dort zuständig für den Biergarten, haben sich sommerlich angezogen und stoßen erstmal an. Am Sonntag um 11 Uhr beginnt an der Schlachte offiziell die Biergarten-Saison. Aufgrund der eisigen Temperaturen werden wohl kaum Biergärten öffnen. 2700 Stühle haben die Schlachte-Gastronomen bereits an die frische Luft geholt.

Laukant zieht sich danach erstmal eine lange Hose und richtige Schuhe statt Badelatschen an und wärmt sich auf. Mehr als fünf Minuten war er bei etwa minus sieben Grad draußen. „Gefühlt war es eine halbe Stunde“, sagt er. Seit 1999 leitet er das „Enchilada“, und es ist nicht das erste Mal, dass er mit seinen Kollegen eine solche Aktion macht. „Wir standen auch schon in Badehosen draußen zur Saison-Eröffnung. Da waren es aber acht oder neun Grad“, sagt Laukant. Wie seine meisten Kollegen geht er absolut nicht davon aus, seinen Biergarten mit 250 Plätzen am Sonntag zu öffnen. Dafür müssten es schon Plus-Grade sein. Der Grund: die Schläuche draußen, zum Beispiel Wasserleitungen. „Die würden einfrieren und platzen, zumindest nachtsüber“, sagt Laukant.

Viktoria Zemaityte von der Bar „Red Rock“ hat das Problem nicht. „Sobald die Sonne scheint, setzen sich Leute draußen hin und trinken einen Drink. Wir haben Decken draußen und servieren auch Glühwein und Irish Coffee.“ Im April wird das „Red Rock“ zehn Jahre alt.

Auch Karolin Minka macht die Kälte keine Sorgen. Sie ist für die Gastronomie im Casino Bremen zuständig, und da ist das Verhältnis zum Wetter eher umgekehrt. „Wir haben keine Außenplätze und machen unser Hauptgeschäft im Winter“, sagt sie.

Laukant hofft auf ein ambitioniertes Vorhaben der Schlachte-Gastronomen, die „Schlachte Summer Lounge“, die aber noch in der Vorplanung ist. „Wir wollen das ab Mai jeden ersten Donnerstag machen. Von 16 bis 23 Uhr würde dann die Schlachte sanft mit Lounge-Musik beschallt“, sagt Laukant. Das „Enchilada“ würde dazu Liegen rausstellen. Die Gestaltung regele aber jede Gastronomie individuell. Einen genehmigten Probelauf habe es im vergangenen Jahr schon gegeben. Hohe Erwartungen haben die Gastronomen an die am 14. Juni beginnende Fußball-Weltmeisterschaft.

Am 28. und 29. April beginnt die besucherträchtige Kajenmarkt-Saison.

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