Genossenschaft „NKF Dichtstoffe“ feiert 100-jähriges Bestehen

Sonderfarben für die Fugen

Bremen - Von Ilka Langkowski„Wir haben eine ganz rasante Entwicklung genommen“, sagt der geschäftsführende NKF Vorstand Joachim Korritter. Die NKF-Genossenschaft behauptet sich mit Silikonen und Farben seit 100 Jahren am Markt.

In der Hermann-Funk-Straße am Hemelinger Hafen stellt NKF elastische Kleb- und Dichtstoffe für Fenster- und Baufugen her. In über 200 Farbtönen und auch in kleinen Mengen werde für Genossenschaftsmitglieder und Fremdmarken produziert, erklärt Korritter, der seit 38 Jahren im Betrieb ist und gemeinsam mit Andreas von Engelbrechten den Vorstand bildet. Elf Personen sind heute bei der NKF beschäftigt.

Silikone, MS-Polymere und Hybriddichtstoffe heißen die Produkte der Gegenwart und Zukunft. Sie haben den Kitt abgelöst, der manchmal noch für historische Gebäude eingesetzt werde, sagt Thomas Niemann, der bei der NKF die norddeutschen Kunden im Außendienst betreut. Geliefert werde aber auch nach Dänemark, Schweden, Österreich und in die Schweiz. 70 Prozent des Umsatzes würden bei der NKF über den Fachhandel gemacht. Über ihn kommen Produkte wie „Nordsil“ an das meist glasverarbeitende Handwerk. Zusätzliche Absatzmärkte bedient die NKF in der Fensterindustrie, im Schiffs-, Fassaden-, Klima- und Lüftungsbau sowie im Kühlzellen- und Sanitärbau.

Das Sortiment umfasst unter anderem Acryl-Dichtstoffe, Foliensysteme, vorkomprimierte Dichtbänder, Fensterkitte, Montagekleber und PU-Schäume. „Etwa 3,6 Millionen Euro Umsatz macht das Unternehmen“, so Niemann, „unsere besonderen Stärken sind die Sonderfarben.“

In der Produktions- und Lagerhalle der NKF wird die transparente Rohware aus 200-Liter-Fässern an zwei vollautomatischen Abfüllanlagen und für Kleinstmengen an einer handgesteuerten Maschine gemischt und in Kartuschen oder Folienbeutel gefüllt. Mit drei Prozent Farbanteil sei das Silikon voll durchgefärbt. Die zunehmende Beliebtheit von Glas- und Stahlfassaden verschafft auch der NKF lukrative Aufträge. Für eine 80 000 Quadratmeter große Glasfassade bedürfe es etwa 65 Tonnen Silikon, so Niemann. Beim sogenannten „structural glazing“ würden die Glasfassaden hingegen verklebt. Ein Beispiel für diese Verglasungstechnik sei der „Weser-Tower“ in der Überseestadt.

Im Verwaltungsgebäude erinnert ein historischer „Doppel-Z-Kittkneter“ an die Anfangsjahre der NKF, in denen sich im Februar vor 100 Jahren 42 Bremer Glaser zusammenschlossen, um in Walle Produkte zur Verglasung und Abdichtung zu produzieren und zu vertreiben. Sie kauften die 120 Geschäftsanteile der „Norddeutschen Kittfabrik GmbH“ zu je 100 Mark. Der Zweite Weltkrieg zwang die Kittfabrik Ende 1943 zu einem Produktionsstopp. Im Herbst 1944 wurde das Fabrikgelände zerstört. Mit einer gebrauchten Teigknetmaschine gab es 1953 einen Neubeginn in der Grünenstraße. Starke Jahre des Wachstums erforderten den Bau eines neuen Betriebsgebäudes in der Paul-Feller-Straße in der Neustadt. 1999 wurde aus der „Norddeutschen Kittfabrik“ die Genossenschaft „NKF Dichtstoffe“ mit Firmenadresse in Hemelingen.

http://www.nkf-dichtstoffe.de

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