„Bild des Monats“ im Overbeck-Museum

Sommersonne auf dem Weg

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„Sonnenbeschienener Weg“ (Detail) von Hermine Overbeck-Rohte, das sommerliche „Bild des Monats“ im Vegesacker Overbeck-Museum.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „Sonne lacht – Blende acht.“ So lautet ein alter Fotografenkalauer. Die Sonne lacht auch auf dem Bild, um das es hier geht; auf eine Blende aber kam es überhaupt nicht an.

Denn schließlich handelt es sich um ein Gemälde – um ein Gemälde der Künstlerin Hermine Overbeck-Rohte. Ihr „Sonnenbeschienener Weg“ ist das neue „Bild des Monats“ des Vegesacker Overbeck-Museums.

Wie berichtet, suchen die Mitarbeiter des Museums in diesem Jahr reihum die Motive für die beliebte „Bild-des-Monats“-Reihe aus. Den „Sonnenbeschienenen Weg“ hat Sabine Eicke ausgewählt, die das Overbeck-Museum „seit vielen Jahren sowohl bei den regelmäßigen und aufwendigen Ausstellungswechseln als auch bei der Archivarbeit tatkräftig unterstützt“, wie Museumsleiterin Dr. Katja Pourshirazi sagt.

Es sei ein „ungewöhnliches Motiv“ für ein Gemälde. „Nichts als ein einfacher, menschenleerer Sandweg zwischen Bäumen und Büschen. Der Himmel ist kaum zu sehen“, so Pourshirazi. 

Und weiter: „Dominiert wird das Bild vor allem von den diagonalen Linien, die tief in das Bild hineinführen und beim Betrachten eine regelrechte Sogwirkung entwickeln. Aber auch vom leichten, flirrenden Spiel des Sonnenlichts, das sich auf dem Sandweg in der Bildmitte entfaltet.“ Das unverkennbare Flirren des Sommers eben.

Ein originelles wie schlichtes Bild

„Die Malerin Hermine Overbeck-Rohte zeigt hier ihr besonderes Gespür für originelle Bildausschnitte“, sagt die Museumsleiterin. „Aber auch als Meisterin der Farbe präsentiert sie sich – fein abgestufte, intensive Grüntöne bringen das Sonnenlicht zum Leuchten.“ Mit ihrer Ölstudie „Sonnenbeschienener Weg“ habe die Künstlerin ein Werk geschaffen, das „auf den ersten Blick durch seine Schlichtheit besticht – und zu dem es doch viel zu sagen gibt“.

Und das wird natürlich auch gesagt. Am Mittwoch, 6. Juni, und am Donnerstag, 14. Juni, lädt Pourshirazi zu Kurzführungen ein, die „eine intensive Bildbetrachtung mit Fakten und Geschichten rund um das Gemälde“ verbinden. Sie beginnen jeweils um 17 Uhr. Die Führungen kosten zwei Euro plus Museumseintritt.

Der Maler Fritz Overbeck (1869 bis 1909) gehörte zu den fünf Gründungsvätern der Künstlerkolonie Worpswede. 1905 verließ er Worpswede, um sich in Bröcken bei Vegesack niederzulassen. Im Alten Packhaus an der Alten Hafenstraße 30 ist ihm und seiner Frau Hermine Overbeck-Rohte (1869 bis 1937) dort seit 1990 das Overbeck-Museum gewidmet. Das Museum hat täglich außer montags in der Zeit von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Auch noch: Fotos aus der Neustadt in der Neustadt

Ab Sonntag, 10. Juni, präsentiert das „Café K“ des Rot-Kreuz-Krankenhauses in der Neustadt seine zweite reine Fotoausstellung mit unterschiedlichen Blickwinkeln auf das eigene Quartier. Eröffnung: 11.30 Uhr. 

„Diesmal treten die neueren Seiten des Stadtgebietes samt ihrer verschiedenen Aspekte in Erscheinung: Klassische Architekturaufnahmen mit großer Schärfe und dokumentarischem Charakter erkunden analytisch und rational das Quartier“, so eine Sprecherin. Die Ausstellung wird bis Oktober zu sehen sein.

Zur Eröffnung spricht der Kurator und Fotograf Nikolai Wolff. Die Arbeiten stammen von Architekturstudenten der Hochschule Bremen sowie von professionellen Fotografen. „Sie zeigen sowohl größere städtische Zusammenhänge wie Gebäudegruppen und Straßenzüge als auch Detailaufnahmen und einzelne ,Haus-Porträts‘“, hieß es vorab. 

„Andere Aufnahmen spiegeln ein individuelles und subjektives Empfinden in der Stadt – besondere Farben oder Formen, Menschen oder Wetterphänomene bis hin zu Pflanzen oder Stimmungen.“

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