Inhalt der Sendung harmlos

Neuer Pulverbrief aufgetaucht: Ermittler prüfen Zusammenhang mit vorherigen Fällen

  • Marvin Köhnken
    vonMarvin Köhnken
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  • Elisabeth Gnuschke
    Elisabeth Gnuschke
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Seit einigen Wochen werden in Bremen und Weyhe immer wieder Messer auf Spielplätzen gefunden. Zudem wurden in Bremen und Niedersachsen zuletzt oft Briefe mit Pulver verschickt. Die Polizei geht mittlerweile stark davon aus, dass all diese Taten zusammenhängen.

  • In Bremen und Niedersachsen sind Messer auf Spielplätzen platziert worden
  • An mehreren Orten kam es zudem zum Versand von Briefen mit verdächtigem Pulver
  • Polizei-Soko Spielplatz in Bremen vermutet ein und denselben Täter und sucht Zeugen

Update vom 10. Juni: In Bremen ist erneut ein Brief mit verdächtigem Pulver an ein Parteibüro geschickt worden. Am Mittwoch traf es nach Polizeiangaben die Piratenpartei. Der Brief wurde von Spezialisten der Bundespolizei und der Feuerwehr untersucht, wobei sich das Pulver als harmlos erwies. Der Sendung war ein Schreiben mit rassistischem und rechtsextremistischem Inhalt beigefügt, wie die Polizei mitteilte. Die Sonderkommission Spielplatz prüfe, ob es einen Zusammenhang zu vorherigen Briefsendungen gibt. In den vergangenen Monaten waren mehr als 20 Mal derartige Briefe bei Parteien in Bremen, aber auch in Bremerhaven und Göttingen eingegangen.

Update vom 9. Juni: Ist der Täter, der Messer auf Spielplätzen in Bremen und Weyhe versteckt, derselbe, der an Parteien Briefe mit Pulver schickt? Die Bremer Polizei jedenfalls geht davon aus, nachdem sie die internen Fallanalytiker eingeschaltet hat. Die 13-köpfige Soko Spielplatz bei der Bremer Polizei ermittelt seit etwa zwei Wochen und steht den Angaben nach in „engem Austausch“ mit der Polizei in Weyhe sowie weiteren Beamten in Niedersachsen, denn mittlerweile sind auch im Raum Göttingen Pulverbriefchen aufgetaucht. Auf Nachfrage bestätigte am Dienstag ein Polizeisprecher, dass nach dem jüngsten Aufruf am Sonntag weitere Zeugenhinweise eingegangen sind. Über Art und Umfang der Hinweise hielt sich der Sprecher bedeckt, nähere Angaben wolle man dazu nicht machen, sagte er. „Wir werden allen Hinweisen nachgehen“, betonte er.

Seit mehreren Wochen versetzen versteckte Messer auf Spielplätzen im südlichen Bremen Eltern in Angst und Schrecken. Mehrfach klebten Messer an Klettergerüsten, so dass sich Kinder hätten verletzen können. Zum Glück waren sie jeweils rechtzeitig von Eltern entdeckt worden. Zuletzt tauchten auch auf Spielplätzen im benachbarten Weyhe Messer auf. Die Soko Spielplatz unter Führung des Leiters der Staatsschutzabteilung ermittelt.

Messer auf Spielplätzen und Pulverbriefe: Polizei Bremen vermutet bei allen Taten denselben Täter

Hier fließen nun auch die Ermittlungen der Pulverbrief-Serie ein. Hintergrund ist, wie die Polizei am Sonntag bekanntgab, dass die Fallanalytiker, also sozusagen „Profiler“, zu dem Schluss gekommen sind: „Es ist sehr wahrscheinlich derselbe Mann.“ Mit seinen Taten wolle er die Öffentlichkeit vermutlich in Schrecken versetzen und Aufmerksamkeit erzeugen, sagen die Experten der Abteilung. Die geografische Nähe der Tatorte lasse ebenfalls auf einen Zusammenhang zwischen den Pulverbriefen und den Messern auf Spielplätzen schließen.

Seit Anfang Januar wurden 21 Briefe mit Pulver an Parteien – von Linken bis zur AfD –, ans Parlament und an die Jüdische Gemeinde geschickt, zum Teil mit Parolen versehen. Vor einigen Tagen erhielten auch Parteien in Niedersachsen Pulverbriefe. Nach Angaben von Polizeisprecherin Franka Haedke weisen sie teilweise Übereinstimmungen mit der Bremer Pulverbrief-Serie auf. Das Pulver war stets ungefährlich, doch lösen die Briefe zum Teil große Polizeieinsätze aus.

650 Warnschilder werden in Bremen aufgehängt

Die Fallanalytiker beschreiben den Täter als Mann mittleren Alters, wahrscheinlich in Deutschland geboren oder aufgewachsen, ortskundig im Bremer Süden, vermutlich berufstätig und recht fit. Die Polizei sammelt weiter Hinweise unter 0421/362-3888. Spielplätze sollen verstärkt kontrolliert, Bürger direkt angesprochen und zur Vorsicht aufgerufen werden. Die Polizei appelliert: „Entdecken Sie gefährliche Gegenstände, fassen Sie bitte nichts an und alarmieren die Polizei unter 110.“
Das Bremer Sozialressort hat inzwischen 650 Warnschilder drucken lassen, die nun an den Spielplätzen in der Stadt aufgehängt werden, teilte Sprecher Bernd Schneider am Dienstag mit. Eltern werden auf den Plakaten um besondere Achtsamkeit gebeten und angehalten, unverzüglich die Polizei einzuschalten, sobald sie Auffälligkeiten entdecken.

Das Bremer Sozialressort hat 650 Warnschilder drucken lassen, die nun an den Spielplätzen in der Stadt aufgehängt werden

Bremen: Soko Spielplatz

Ursprüngliche Meldung vom 8. Juni: Nach Erkenntnissen der Bremer Soko Spielplatz ist der Täter, der auf zwei Spielplätzen in Bremen Messer angebracht hat sehr wahrscheinlich derselbe Mann, der seit Anfang Januar insgesamt 21 Pulverbriefe verschickt hat. Mit seinen Taten wolle er die Öffentlichkeit vermutlich in Schrecken versetzen und Aufmerksamkeit erzeugen. Das berichtete die Polizei Bremen am Sonntag. Die räumliche Nähe der Tatorte lasse ebenfalls auf einen Zusammenhang der Taten schließen. Die Polizei intensiviert dementsprechend ihre Ermittlungen, erhöht die Präsenzmaßnahmen auf Spielplätzen weiter und sucht Zeugen, heißt es in einer Meldung der Beamten.

In der Sonderkommission „Spielplatz“ ermittelt die Polizei Bremen seit etwa zwei Wochen mit einem 13-köpfigen Team unter Führung des Leiters der Staatsschutzabteilung gegen einen unbekannten Täter, der Messer an Klettergerüsten auf Spielplätzen so anbrachte, dass sie Kinder verletzen könnten. Dort fließen auch die Ermittlungen bezüglich der Pulverbrief-Serie ein, teilten die Beamten jetzt mit. Seit Anfang Januar wurden 21 Pulverbriefe meist an Parteibüros in Bremen verschickt oder abgelegt. Die anschließenden Großeinsätze sind für die Polizei und Feuerwehr immer immens hoch, da anfangs nie klar ist, ob es sich tatsächlich um eine gefährliche Substanz und damit Gefahr handelt. Oft seien den Pulverbrief-Sendungen auch Schreiben mit antisemitischen, rechtsextremen oder ausländerfeindlichen Hetzparolen beigefügt gewesen.

Auch in Niedersachsen wurden zuletzt Pulverbriefe zugestellt

Auch in Niedersachsen ergingen in der vergangenen Woche erstmals acht Pulverbriefe an Parteibüros, die teilweise Übereinstimmungen mit der Bremer Pulverbrief-Serie aufweisen. Die Soko Spielplatz steht diesbezüglich in engem Austausch mit der Polizei Niedersachsen, dies betrifft auch die laufendenden Ermittlungen zu den Spielplatz-Fällen in Weyhe.

Die Soko Spielplatz hat mittels der operativen Fallanalyse ein Profil des Täters erstellen lassen. Die Profiler beschreiben ihn als Mann mittleren Alters, der wahrscheinlich in Deutschland geboren oder aufgewachsen und ortskundig im Bremer Süden ist. Er ist vermutlich berufstätig und verfügt über eine gewisse Grundfitness. Dieses Profil wird während der Ermittlungsarbeit weiter ergänzt. Die Polizei hat eine Internetseite eingerichtet, auf der alle Informationen zu Taten und Erkenntnisse zum Täter zu finden sind. Diese Webseite wird fortwährend aktualisiert.

Pulverbriefe und Messerfunde: Polizei Bremen bittet Zeugen um Hinweise

Personen, die Hinweise zur Pulverbrief-Serie haben oder in diesem Zusammenhang jemanden kennen, der über Pfingsten in Göttingen war, wird gebeten, sich beim Kriminaldauerdienst der Polizei Bremen unter 0421/3623888 zu melden. In dringenden Fällen ist es acuh möglich, den Notruf unter der Nummer 110 zu wählen.

Die Spielplätze im Bremer Stadtgebiet werden weiter verstärkt kontrolliert und Bürger direkt angesprochen und zur Vorsicht aufgerufen, teilten die Beamten weiter mit. Diese Maßnahmen sollen intensiv fortgesetzt werden, um die Besucherinnen und Besucher von Spielplätzen zu sensibilisieren. „Entdecken Sie gefährliche Gegenstände, fassen Sie bitte nichts an und alarmieren die Polizei unter 110", heißt es in der Meldung der Polizei Bremen abschließend.

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