Sohn soll seine Mutter erwürgt haben

Hilferuf des Vaters verhallt

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Wegen Totschlags an seiner Mutter muss sich jetzt ein 23-Jähriger vor Gericht verantworten.

Bremen - Von Steffen Koller. Efkan A. (23) soll seine eigene Mutter erwürgt haben. Seit Dezember muss sich der Mann wegen Totschlags vor dem Landgericht verantworten. Gestern folgten die Schlussvorträge in einem Verfahren, das es so hätte nie geben dürfen, sagen Familienangehörige des Angeklagten.

Der Angeklagte wirkte teilnahmslos, er starrte während des Plädoyers der Staatsanwältin geradeaus, nur ab und an schweifte sein Blick in den Zuschauerraum. So still und friedlich, wie A. sich gestern in Trainingsjacke und kurzgeschorenen Haaren präsentierte, mag man kaum glauben, dass er Ende Juni 2015 seine eigene Mutter im Zustand der Schuldunfähigkeit getötet haben soll. Das zumindest nimmt die Staatsanwaltschaft an und fordert für den 23-Jährigen die Unterbringung in einer psychiatrischen Klinik. Die Anklagevertreterin hat „keinen Zweifel“ daran, dass A. seine Mutter zu Tode würgte und sie anschließend in der Dusche der gemeinsamen Wohnung ablegte. DNA-Spuren unter den Fingernägeln sowie Kratzer im Gesicht und am Oberkörper würden auf einen vorherigen Kampf hindeuten. Zudem gäbe es keine Einbruchspuren, die auf einen anderen Täter hindeuten würden. Noch wichtiger ist für die Staatsanwältin jedoch der Umstand, dass A. mehr als zwei Jahre vor der Tat wiederholt zu „Gewaltexzessen“ geneigt habe, seine Mutter geschlagen und auch Nachbarn bedroht habe. Mehrfach rückte die Polizei an, sein Vater Faruk A. drängte nach eigener Aussage wiederholt darauf, dass sein Sohn in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werden soll.

Bereits Anfang 2013 lagen psychologische Gutachten vor, die A. eine „Drogen indizierte Psychose“ attestierten. Die Empfehlung damals: Unterbringung in der Psychiatrie. Im Juli wurde die Unterbringung angeordnet, wenige Wochen später wurde A. wieder entlassen, heißt es aus Gerichtsakten. Doch die Situation habe sich nicht verbessert, berichtete der Vater. A. schoss mit einer Gaspistole vom Balkon und wurde Ende 2013 erneut eingewiesen. Er selbst behauptet, er sei nicht krank, doch die Gutachten kommen zu einem anderen Urteil.

Vier Wochen vor der Tat wandte sich der Vater wieder ans Amtsgericht, er müsse unbedingt seine Situation schildern, sonst „würde etwas Schlimmes passieren“, erklärte die Vertretung der Nebenklage. Doch der Hilferuf des Vaters verhallte, Ende Juli wurde seine Frau tot in der Wohnung aufgefunden, der Sohn festgenommen. Während die Staatsanwältin die Tat in ihren Einzelheiten schilderte, kämpfte Faruk A. mit den Tränen. Nach der Verhandlung sagte er: „Er ist mein Sohn, aber er muss weggesperrt werden.“

Efkans Verteidiger Thomas Becker sieht die Lage anders. Es gäbe keine eindeutigen Beweise für die Täterschaft seines Mandanten. Seine Forderung: Freispruch. Das Urteil soll am 15. März fallen.

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