Smart und neugierig

Handelskammer stellt bei Frühjahrsmatinee junge Firmen vor

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Bringt den natürlichen Sound in den Schütting: Benjamin Heck, Gründer von „Vitru Akustik“, mit seinem Betonlautsprecher „Meracu“.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Mit unterschiedlichen Musikaufnahmen präsentiert Ingenieur Benjamin Heck (30) sein Werk: zwei Lautsprecher vom Typ „Meracu“ mit einem Gehäuse aus Beton, eine Neuheit auf dem Markt. Die Instrumente erklingen sehr klar und scheinen recht plastisch im Raum zu stehen. Eine schöne klangliche Kulisse bei der Frühjahrsmatinee „Welcome“, bei der sich am Sonnabend junge Firmen der Medien- und Kreativbranche im Haus Schütting der Handelskammer vor 150 Gästen präsentierten.

Der harte Beton verhindert Resonanzen und mit ihnen entstehende Klangverfälschungen. „Beim Beton und der dazugehörigen Technologie hat es einen Sprung nach vorne gegeben“, sagt Heck. „Die Gehäuse wurden in einem Stück gegossen.“ Billig sind die Lautsprecher nicht: Sie kosten 10 000 Euro pro Paar. Vor einem Jahr hat Heck seine Firma „Vitru Akustik“ gegründet.

Sie ist ein faszinierender und alter Gedanke: Die Glaskugel, die uns die Zukunft verrät. So eine Glaskugel hat Simona Popisti zwar nicht, doch leitet die Psychologin das in Bremen ansässige „Innolab“ von Daimler-Benz, das sich der Erforschung von Megatrends widmet. „In einem anderen Zeitalter wäre ich vielleicht Abenteurerin oder Entdeckerin geworden. Heute ist die Zukunft neben dem Weltraum die einzige Terra incognita“, sagt die 42-Jährige, die auch die Abteilung Unternehmensentwicklung des Konzerns leitet. Im „Innolab“ arbeiten Doktoranden unterschiedlichster Fachrichtungen an entsprechenden Fragestellungen

Das „Innolab“ wird zeitnah Erkenntnisse veröffentlichen. Einiges verrät Popisti bereits. Zukunftstransformationen werden immer eine Schnittmenge aus Technik, Organisation und der Einbeziehung von Menschen sein, sagt sie. „Vermutlich müssen wir gar nicht so viel dazulernen, sondern einige Dinge verlernen. Wir haben in der Schule problemlösendes Denken gelernt, also zu klassifizieren. In Zukunft steht erkenntnisorientiertes Denken im Vordergrund. Es geht darum, die richtige Frage zu stellen.“ Man müsse sich auf die Grundkompetenzen besinnen, darunter Kooperation und Empathie. Eine weitere These: Je mehr Information wir haben, desto weniger wissen wir. „Wir haben zu viel Information. Es fehlen Verknüpfung und Sinnbildung“, sagt Popisti.

Marcel Kunfeld (21), Student der Nachrichtentechnik an der Jade-Hochschule Wilhelmshaven, ist mit seiner Ausgründung „Pariot“ vor Ort. „Pariot One“ ist ein kompaktes Gerät plus App, das Ordnung ins Smart-Home bringen soll: eine Bedienungseinheit für alles, die zudem noch auf Sprachanweisungen hört. „Es geht darum, dass im Bereich des Smart-Homes jeder Hersteller eine Insellösung nutzt“, sagt Kunfeld.

„Pariot One“ ersetzt Infrarot-Fernbedienungen, kann auf der 433-Megahertz-Frequenz auch Baumarktsteckdosen, RGB-Leuchten und Rollläden steuern, dazu kommen Wifi und W-Lan und Bluetooth sowie Zigbee für drahtlose Netzwerke. Das Gerät wird getestet und soll im Sommer für 199 Euro auf den Markt kommen, heißt es.

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