Lob vom Partner / Förstemann gerührt

Schreie animieren Keisse zur Doublette

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Tolle Geste: Der noch im Gesicht gezeichnete Robert Förstemann (li.) war nur einen Tag nach seiner Operation in der Halle und nahm die Genesungswünsche vom Sportlichen Leiter Erik Weispfennig (re.) und Sixdays-Chef Mario Roggow entgegen.

Bremen - Von Gerd Töbelmann. Klar, der Kampf um den Gesamtsieg bei den Bremer Sixdays war schon spannender. Da entschied vor Jahren mal ein mageres Pünktchen Vorsprung über Platz eins und zwei. Bei der 55. Auflage war das am Dienstagabend gegen 23.00 Uhr anders. Die Begier Iljo Keisse und Jasper De Buyst hatten alles im Griff, konterten die Attacken und setzten sich nach einer tollen Doublette wenig später die Krone auf. Die beiden waren einfach zu stark, um große Spannung aufkommen zu lassen.

Bremens Sportlicher Leiter Erik Weispfennig, der die Belgier ohnehin als Topfavoriten angesehen hatte, meinte nach deren Sieg: „Das war reine psychologische Kriegsführung. Sie haben sich Hester/Reinhardt förmlich zurecht gelegt und dann zugeschlagen.“

Der 36-jährige Keisse, der nach 2008 und 2017 schon das dritte Mal in Bremen triumphiert hatte, meinte nach seinem Coup 13 Runden vor Rennende: „Ich habe die Leute nach meinem ersten Rundengewinn schreien gehört und habe Jasper angeschaut. Dann haben wir zur Doublette angesetzt und es auch geschafft. Reinhardt hat vorher oft attackiert, aber wir konnten immer wieder kontern.“

Partner De Buyst (25), auf der Straße für das World-Team Lotto Soudal unter Vertrag, lobte später seinen „Chef“: „Als ich gehört habe, dass ich bei meiner Premiere in Bremen mit Iljo fahre, war das natürlich eine tolle Sache. Mit ihm kann man ja nur gewinnen.“

Die Konkurrenten konnten da nicht mithalten. Der zweitplatzierte Vorjahressieger Theo Reinhardt gab das neidlos zu: „Das war heute ein toller Fight, aber die Belgier hatten am Ende mehr zuzusetzen.“ Für den Sportlichen Leiter Erik Weispfennig kam das nicht überraschend: „Beide fahren mit ihren Straßen-Teams die großen Rundfahrten wie Tour, Giro oder Vuelta. Das gibt ihnen die Rennhärte, um zum Beispiel hier am Ende unserer letzten Stundenjagd auch noch genug Kraft zu haben.“

Verdienter Schluck aus der Pulle: Sieger Iljo Keisse (re.) lässt es sich schmecken und wird von Theo Reinhardt abgeduscht.

Aber Reinhardt war ein fairer Verlierer, denn unmittelbar nach dem Abschuss der Jagd fasste er Keisse an den Arm und drehte mit dem „Überflieger“ eine Runde. In Berlin kann das für Reinhardt ab dem 24. Januar schon wieder ganz anders aussehen, denn zusammen mit Roger Kluge, dem momentan wohl besten deutschen Sechstagefahrer, gehört der 28-Jährige zu den Topfavoriten und peilt den Sieg an - und Keisse ist nicht da.

Den wohl emotionalsten Teil des Abends gab es vor der Entscheidung um den Sixdays-Sieg. Sprinter Robert Förstemann, der aufgrund eines Reifendefekts am Samstagabend schwer gestürzt war und sich Schlüsselbein, Schulter und zwei Rippen gebrochen hatte, war nur gut einen Tag nach seiner OP im Diako-Krankenhaus in der ÖVB-Arena. „Ich wollte mich bei dem Publikum für die tolle Unterstützung bedanken“, sagte der im Gesicht noch vom Sturz gezeichnete 32-Jährige. Die Organisatoren waren offenbar vorbereitet, denn sie hatten eine überdimensional große Karte mit den Unterschriften aller in Bremen fahrenden Sportlern und der Aufschrift „Gute Besserung“ angefertigt, um sie dem sichtlich gerührten Förstemann zu übergeben.

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