INTERVIEW Johnny Sheehy spielt in Pub-Party-Show „Choir of Man“ mit

Singen, tanzen, stampfen

Singen, tanzen, stampfen: Im Pub mit neun biertrinkenden und talentierten Männern geht es richtig ab. Die Pub-Party-Show „Choir of Man“ ist im November im Bremer Metropol-Theater zu sehen. Mit dabei: der Ire Johnny Sheehy (2.v.r.). Foto: CHRIS CANN

Bremen – Singen, tanzen, stampfen: Vor zwei Jahren feierte die Pub-Party-Show „Choir of Man“ Uraufführung beim Kulturfestival „Edinburgh Fringe“, das als eines der größten weltweit gilt. Inzwischen eroberte die Show um neun attraktive und talentierte Männer, die in einem britischen Pub zusammenkommen, die Herzen der Zuschauer in Kanada und den USA. Am Freitag, 1. November, 20 Uhr, ist das Stück im Bremer Metropol-Theater zu sehen. Wolfgang Klauke sprach mit dem Iren Johnny Sheehy, der von Anfang an dabei ist.

Johnny Sheehy (34), Baustatiker, BWL-Absolvent, Yoga-Lehrer und Halbfinalist bei „The Voice of Ireland“ 2015, spielt in der Pub-Party-Show „Choir of Man“ den Casanova.

Vom Baustatiker zum Bühnendarsteller ist ein interessanter Weg. Wie kam es dazu?

Die Bühne war schon immer meine große Leidenschaft. Darum bin ich nach dem Abschluss meines Ingenieurs- und BWL-Studiums direkt auf die Schauspielschule in Cork gegangen und habe mich dort eingeschrieben. Danach bin ich noch für eine professionelle Tanzausbildung auf die „Liberatus School of Performing Arts“ nach Swindon (England) gegangen.

Ihre erste große Bühnenerfahrung war im Bereich Gesang bei „The Voice of Ireland“…

Richtig, das war 2015. Und ich habe es bis ins Halbfinale geschafft. Das war eine ganz außergewöhnliche Erfahrung. 2016 habe ich dann mit Shauna Lea Nolan den Song „Lay your head down“ aufgenommen. Als sie mich für die Aufnahmen angefragt hatten, dachte ich, dass ich als Background-Sänger agieren soll. Erst im Studio wurde mir klar, dass ich mit ihr gemeinsam singen darf. Die Single war sogar Platz 1 in den irischen Charts. Mit den Erlösen aus dem Verkauf haben wir die Obdachlosenhilfe unterstützt. 2016 bin ich erstmals mit der Idee vom „Choir of Man“ in Berührung gekommen. Das Konzept hat mir auf Anhieb gefallen – und so bin ich dort gelandet.

Und seitdem dreht sich alles in Ihrem Leben um Bühne und Shows?

Nicht alles, ich arbeite zwischen den Shows und Tourneen immer noch in meiner Heimatstadt Cork als Baustatiker in der Immobilenentwicklung und bei Renovierungen. Damit möchte ich auch nicht aufhören. Außerdem war ich zweimal in Indien, um mich als Yoga-Lehrer ausbilden zu lassen – auch Yoga spielt in meinem Leben eine bedeutende Rolle. Aber der „Choir of Man“ nimmt aktuell definitiv die meiste Zeit in Anspruch.

In „Choir of Man“ dreht sich alles um biertrinkende Männer – wie erklären Sie sich den Erfolg eine solchen Konzeptes?

Na ja, vor allem haben diese biertrinkenden Männer ja alle besondere stimmliche und tänzerische Talente. Und auf der Bühne trinken wir auch nur alkoholfreies Bier. Obwohl, um ehrlich zu sein, bei der ersten Show haben wir noch echtes Bier getrunken. Am Ende des Auftritts konnten die meisten von uns kaum noch gerade stehen. So haben wir uns für die alkoholfreie Show-Variante entschieden. Für die Zuschauer schafft die Pub-Atmosphäre eine gewisse Nähe und Vertrautheit. Die verschiedenen Charaktere helfen dabei, sich in der Bar heimisch zu fühlen. Außerdem bekommen die Zuschauer natürlich echtes Bier, schließlich ist es ja eine echte Pub-Party.

Sie spielen den Casanova – ist das auch Ihre Rolle im echten Leben?

Nein, ich denke nicht. Interessanterweise hat der Regisseur bei den ersten Proben noch gar nicht gewusst, welchen Charakter ich im Pub spielen soll. Erst bei den Proben wurde ihm plötzlich klar, dass ich der Casanova sein soll. Nach drei Jahren kann ich auf jeden Fall bestätigen, dass mir die weiblichen Zuschauer die Rolle offenbar voll abnehmen. Obwohl ich mich im echten Leben ganz und gar nicht als Casanova sehe.

Was fällt Ihnen zuerst zum Stichwort Deutschland ein?

Auf jeden Fall Jürgen Klopp. Ich bin absoluter Liverpool-Fan. Und Klopp ist einer der großartigsten Trainer, den es gibt. Ich habe ihn sogar persönlich kurz kennengelernt. Und er scheint auch privat ein toller Kerl zu sein. Ich hoffe, er bleibt noch lange bei Liverpool.

Und was fällt Ihnen außerdem noch zu Deutschland ein?

Vor allem, dass ich während meines Studiums zwei Jahre Deutsch gelernt habe – und heute nicht einmal mehr auf Deutsch ein Bier bestellen kann. Ich erinnere mich aber noch an die Kampagne „Du bist Deutschland“. Die Spots dazu haben wir im Unterricht geschaut. Ich fand dieses neue Nationalgefühl sehr interessant. Und zu guter Letzt hatte ich auch schon einige Begegnungen mit Frauen aus Deutschland. Das war sehr beeindruckend. Sie waren meist sehr weltoffen und aufgeschlossen – und die Gespräche waren fast immer auf einem recht hohen intellektuellen Niveau. So etwas gefällt mir. Ich bin schon sehr gespannt auf die Treffen in Deutschland.

Und die letzte Frage: Was trinken Sie privat im Pub?

Guinness. Gilt das in Deutschland denn als ein Bier? Wichtig ist dabei, dass es richtig eingeschenkt wird – in zwei Etappen. Sogar in England bekomme ich oft Guinness, das einfach in einem Zug eingeschenkt wurde. Das geht gar nicht!

Tickets

Die Pub-Party-Show „Choir of Man“ ist am Freitag, 1. November, 20 Uhr, im Metropol-Theater (Richtweg) zu sehen. Tickets für etwa 20 bis knapp 60 Euro in den Geschäftsstellen unserer Zeitung.

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