Bremer überwindet nach Krebserkrankung ein tiefes Loch / Ganz persönliche „Auferstehung“

Ein Signal zur Veränderung

Er nahm seine überstandene Krebserkrankung als Signal, Grundlegendes zu verändern: Ulf Buschmann.

Bremen - Von Dieter Sell(epd) · Noch heute steigen Ulf Buschmann die Tränen in die Augen, wenn er sich an seinen Schicksalstag erinnert. Es war an einem 11. September, als die Ärzte bei dem damals 29-Jährigen aggressiven Lymphdrüsenkrebs diagnostizierten. Heute ist der Journalist aus Bremen geheilt. Der Weg zu seinem „Oster-Erlebnis“, wie er es selbst nennt, hat sein Leben nachhaltig verändert.

Menschen wie Buschmann, der auch für unsere Mediengruppe arbeitet, sehen in solchen existenziellen Erfahrungen ihre ganz persönliche „Auferstehung“. „Im ersten Moment habe ich mich gefühlt, als ob unter mir eine Falltür aufgeht und ich in ein tiefes schwarzes Loch stürze“, erinnert sich der Bremer an die Diagnose. Durchwachte Nächte mit ständigen Schweißausbrüchen, eine seltsame Mattigkeit und „irgendwas im Oberbauch“ trieben ihn in die Klinik. Nun hatte er Klarheit, die ihn trotz einer dunklen Vorahnung wie ein Blitz aus heiterem Himmel traf.

Er hatte Glück im Unglück. „Die Chemotherapie schlug bei mir sofort an. Nebenwirkungen gab es kaum.“ Nach fünf Chemozyklen durfte er kurz vor Heiligabend wieder nach Hause. „Herr

Buschmann, wir gehen davon aus, dass Sie nicht mehr wiederzukommen brauchen – diese Worte waren für mich das schönste Weihnachtsgeschenk“, erinnert sich der heute 44-Jährige. In der Krise habe ihm sein Glaube an Gott geholfen. „Ohne ihn hätte ich gleich in die Kiste springen können.“

„Es gibt eine Auferstehung nach dem irdischen Leben und eine mitten im Leben“, sagt Bremens leitender Theologe Renke Brahms. Und verbindet damit Buschmanns Heilung mit der österlichen Auferstehung Jesu Christi von den Toten nach dem Leiden und Sterben am Kreuz.

„Auferstehen kann auch heißen, Krisen zu meistern“, übersetzt Brahms. Er sieht das auch politisch und erinnert sich an die Wendezeit, als in der DDR viele Menschen mit ihren Protesten eine friedliche Revolution in Gang brachten.

Bei Buschmann entdeckten die Ärzte bei einer routinemäßigen Nachuntersuchung an einer Niere noch einen kleinen Knoten, der mit einer mehrwöchigen Strahlentherapie beseitigt wurde. Doch die Angst blieb: „Beim kleinsten grippalen Effekt habe ich gedacht, das ist jetzt der Rückfall.“ Eltern und Freunde hielten zu ihm, bauten ihn mit dem Satz auf: „Junge, Du bist gesund!“

Er begann eine Psychotherapie und eine Analyse, lernte entspannter mit Problemen umzugehen, fand eine Freundin, machte sich beruflich selbstständig, ließ sich weniger von außen bestimmen, suchte nach seinen familiären Wurzeln. „Ich glaube, dass der Krebs ein Signal für mich war, viele Dinge grundlegend zu verändern“, blickt Buschmann zurück. „Insofern sehe ich ihn als eine Chance.“

Ob zu Ostern, am Krankenbett oder in Beratungsstellen der Diakonie – Auferstehung kann überall stattfinden, urteilt die evangelische Pastorin Jacqueline Barraud-Volk. „Das bleibt oft Stückwerk, man sieht nur Augenblickserfolge“, sagt die Theologin. „Aber von den überraschenden Lichtblicken und den kostbaren Augenblicken leben wir. Sie sind freundliche Zeichen des lebendigen Gottes.“

WWW.

e-auferstehung.de

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