Handelskammer ehrt pfiffige Azubis: Ein Heim für 100 000 Bienen

Siegertypen

Sie schufen ein Heim für 100 000 Bienen: Leslie Bultmeier (23, l.) und Julian Rothkehl (22), Auszubildende beim Projektentwickler Peper & Söhne. Foto: PEPER & SÖHNE

Bremen - Von Martin Kowalewski. Was macht Siegertypen aus? Die Handelskammer Bremen hat am Montagabend im Bremer Theater im Rahmen ihres Wettbewerbs „Siegertypen 2019“ 21 Azubis von Bremer Unternehmen für ihr besonderes soziales, ökologisches und kreatives Engagement ausgezeichnet. Auf Platz eins bis drei finden sich Projekte, an denen drei Frauen und ein Mann beteiligt sind.

„Nur wer selber brennt, kann andere anstecken.“ Das sagt Lutz Peper, Geschäftsführer des Immobilienunternehmens Peper & Söhne, über Azubi Leslie Bultmeier (23) und den Studenten Julian Rothkehl (22). „Beide haben viel Leidenschaft für die Sache, die sie gerade machen.“ Beide sind auf dem ersten Platz.

Beim Umzug ihrer Firma an den Hemelinger Hafen schafften sie nebenbei ein Zuhause für 100 000 Bienen. Ihre Ausbilderin Anja Fritz sagt, die jungen Azubis seien sehr fröhliche, offene und sehr engagierte Menschen.

Rothkehl, für das Duale Studium der Betriebswirtschaftslehre aus der Region Gütersloh nach Bremen gekommen, hat nebenher ein sehr abenteuerliches Hobby: Er ist Apnoetaucher und kommt nach eigenen Angaben bis in eine Tiefe von 32 Metern. Bultmeier, aus Thölstedt bei Wildeshausen stammend, macht Yoga. Sie hat bereits eine Ausbildung im Einzelhandel hinter sich und lernt nun Kauffrau für Büromanagement.

Die beiden Lehrlinge haben dafür gesorgt, dass die Freiflächen auf dem 32 000 Quadratmeter großen Standort bienenfreundlich bepflanzt werden, um etwas für die vom Aussterben bedrohten Insekten zu tun. Auf das gravierende Problem des Bienensterbens kamen die jungen Menschen, weil sie für die Bepflanzung des neuen Standorts zuständig waren. Gut für die Bienen seien alle früchtetragenden Bäume und auch Klee, sagt Rotkehl. Beide haben recherchiert, organisiert und sich ins Zeug gelegt, damit das Ganze auch gut aussieht.

Jana Uhlhorn (21) aus Ritterhude belegt mit ihrem Projekt „Transparentes Unternehmertum“ Platz zwei. Sie lernt bei der Kommunikationsagentur Bernstein Mediengestalterin und ist im dritten Lehrjahr. Sie hat ein sogenanntes „Skill Board“ aufgebaut. Die Kompetenzen der einzelnen Mitarbeiter sind darin dargestellt. So wird klar, wen man für was fragen kann. Die Kompetenzbereiche sind Programmieren, Foto, Buchhaltung, Beratung, Zeichnen sowie Social Media.

Uhlhorn erstellte einen Fragebogen für die Mitarbeiter und hat selber das Skill Board programmiert. Ein halbes Jahr hat sie an dem Projekt gearbeitet, immer mal wieder. Zu ihrem Antrieb sagt sie: „Ich wollte es lernen, den Umgang mit der Technik. Ich war neu in dem Unternehmen und wollte das von Grund auf kennenlernen und den anderen die Möglichkeit geben, auch davon zu profitieren.“ Sie hat zuvor ihr Fachabi im Bereich Gestaltung gemacht. Ihr Lieblingsfach war immer Kunst.

„Von Azubi zu Azubi“ heißt das Projekt der Drittplatzierten Marlin Barner (24). Sie befindet sich im dritten Lehrjahr zur Fotografin bei „Das gute Portrait – Niemann und Schmoll“ im Viertel. Sie fotografierte Azubis im Viertel, die andere Berufe lernen, interviewte sie und stellte die Ergebnisse online auf die Seite des Vereins „Das Viertel“. So sollen Schüler einen direkten Einblick in Ausbildungsberufe bekommen.

„Fotografie ist dafür ein super Medium“, sagt Marlin Barner. Ihre Motivation: Aufgewachsen in Horn und Borgfeld, hat die 24-Jährige in der Schule nie etwas über Berufsausbildungen gelernt. Erst nach einem Studienabbruch kam sie auf ihren heutigen Beruf.

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