Sieg für „Swapfiets“

„Start-up Pitch Night“: Sieben Minuten für komplexe Ideen

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Lukas Vroemen von „Swapfiets“ hat ein Fahrrad dabei, das mit Rundum-Service zu mieten ist.

Bremen - Von Martin Kowalewski.  Lukas Vroemen aus Amsterdam schiebt ein Fahrrad auf die Bühne. Damit zeigt er keine Kunststücke, aber das Rad symbolisiert den Nutzen, den sein Unternehmen „Swapfiets“ bietet: ein Fahrradabonnement mit Vollservice. Vroemen holte am Donnerstagabend den ersten Platz bei der „Start-up Pitch Night“ im alten Postamt 5 am Hauptbahnhof. 150 Zuschauer gaben ihre Stimme ab.

Sieben Minuten für eine komplexe Geschäftsidee. In dieser Zeit müssen vier Start-up-Gründer wesentliche Inhalte auf der Bühne erklärt haben. Da erklingt ein Signal. Organisator Jan Wessels sagt zu den Zuschauern: „Wenn Ihr das hört, stampft Ihr mit den Füßen. Dann ist klar, die Zeit ist um.“ Die nächsten sieben Minuten gehören den Fragen einer dreiköpfigen Experten-Jury, die vor der Bühne auf einem Sofa sitzt. Danach haben die Zuschauer sieben Minuten für Fragen. Die Stimmung ist locker.

Der 24-jährige Vroemen zeigt den Gästen, woran er ein „Swapfiets“-Fahrrad erkennt. Fünf Gestellfarben, verschiedenfarbige Schlösser und Aufkleber machen es dem Nutzer leicht, sein Rad zu erkennen. Das Unternehmen gibt es seit drei Jahren in den Niederlanden. Zum 1. Mai bietet das Start-up seinen Service in Bremen, Oldenburg und Münster an.

Für 15 Euro im Monat gibt es ein hochwertiges Rad. Geht etwas kaputt, kommt binnen zwölf Stunden der Service zum Reparieren oder mit einem neuen Rad, allerdings nur in den Grenzen der Stadt. Eine Frage aus der Jury: „Was passiert bei Diebstahl?“ Vroemen antwortet: „Wir bringen ein neues Rad, nehmen vom Kunden aber 40 Euro Beteiligung, wenn das Rad abgeschlossen war. Sonst kostet es 350 Euro.“

Platz zwei geht an den Bremer Norbert Hegmann. Der 44-Jährige hatte vor anderthalb Jahren die Idee zu einem Online-Supermarkt, in dem der Kunde entscheidet und gestaltet. Am 25. April nimmt das Bremer Unternehmen „My  Enso“ in 15 Städten seinen Betrieb auf. Die Nutzer des Online-Supermarktes können nicht nur bestellen, sondern auch Wünsche formulieren.

„Wenn 1 000 Unterstützer zusammenkommen, wird das umgesetzt oder es wird transparent erklärt, warum wir es nicht umsetzen konnten“, sagt Hegmann. Das Unternehmen kooperiert mit Konzernen und regionalen Herstellern. Aus dem Publikum kommt die Frage, ob auch Dörfer beliefert werden. Eine Steilvorlage für Hegmann. Auf einer Karte zeigt er das Dorf Blender im Landkreis Verden. Dort würden viele Ältere ohne Auto leben, und es gäbe keinen Supermarkt mehr. Von dort haben sich schon viele angemeldet. „Der Bäcker nimmt die Bestellungen von Leuten an, die nicht ins Internet wollen“, sagt Hegmann.

Am Donnerstag, 3. Mai, um 18 Uhr findet die nächste „Start-up Pitch Night“ statt.

www.bremen-startups.de

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