Kurt Zech investiert 300 Millionen Euro

Sichtbares Wachstum am Bremer Europahafen

Blick auf die Baustelle eines Gebäudekomplexes.
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Im Zeitplan: Das 300-Millionen-Euro-Projekt am Europahafenkopf wächst in die Höhe. Das „Zechhaus“ ist bereits ausgepackt.

300 Millionen Euro investiert der Bauunternehmer Kurt Zech in sein Projekt am Europahafen. Es entstehen unter anderem ein 18-stöckiger Büroturm und zwei Lofthäuser.

Bremen – Der markante Turm ist weithin sichtbar. Die Fassade ist fast fertig. Und schimmert rötlich in der Sonne. Die Bauarbeiter haben die obersten der 18 Stockwerke erreicht. Auch die Konturen der „Sky-Bar“ sind zu erkennen. Das „Zechhaus“ am Europahafenkopf in der Überseestadt ist das höchste Gebäude eines wuchtigen Ensembles aus vier Objekten. 300 Millionen Euro investiert der Bremer Bauunternehmer Kurt Zech in das Projekt.

Das „Zechhaus“ soll der neue Firmensitz der international agierenden Zech-Gruppe werden – mit 32 000 Quadratmetern Bürofläche für bis zu 1 400 Mitarbeiter. „Wir wollen die schönsten Arbeitsplätze Bremens bauen“, sagte der Firmenchef Zech bei der Grundsteinlegung im Februar 2019. Ein Sextett schaufelte damals symbolisch im Sand: Die politischen Schaufler sind nicht mehr im Amt. Es waren Wirtschafts-Staatsrat Ekkehart Siering, Bausenator Joachim Lohse (Grüne) und Bürgermeister Carsten Sieling (SPD).

Einfahrt: Wer aus Walle kommt, steuert auf das zukünftige Mobilitätshaus zu.

Zurück ins Projekt: Zum Gebäudeensemble mit einer Gesamtbruttogeschossfläche von 82 815 Quadratmetern auf 2,2 Hektar Fläche zählen zudem die Lofthäuser „Nord“ (13 Stockwerke) und „Süd“ (elf Stockwerke) mit rund 30 000 Quadratmeter Wohnfläche, verteilt auf 340  Zwei- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen (davon 25 Prozent Sozialwohnungen) sowie ein Mobilitätshaus mit 870 Stellplätzen für Autos sowie 1 200 für Fahrräder. Die Pläne für das Projekt stammen vom Kopenhagener Architekturbüro Cobe.

Architekten aus Kopenhagen

Im Erdgeschoss des Büroturms soll eine 1 000 Quadratmeter große Markthalle (Grundfläche: 40 Meter mal 25 Meter) mit 7,50 Metern Deckenhöhe entstehen. In der riesigen Betriebskantine soll laut Römer Streetfood angeboten werden, „ergänzt um Foodtrucks, die für ein abwechslungsreiches kulinarisches Angebot durchwechseln“. Außerdem sollen die Flächen für unterschiedlichste Veranstaltungen zur Verfügung stehen. Und in den Lofthäusern werden laut Planung rund 20 Einzelhandelsgeschäfte Platz finden.

„Das Projekt ist im Zeitplan“, sagte Zech-Sprecher Holger Römer auf Nachfrage. „Die Gebäude werden im ersten Quartal 2022 nach ziemlich genau zwei Jahren Bauzeit fertiggestellt sein.“ Bis zu 400 Arbeiter waren zeitweise auf der Baustelle beschäftigt. Und Römer hat noch ein paar Zahlen parat, die die Dimensionen verdeutlichen: So sind für das Europahafenkopf-Projekt rund 55 000 Kubikmeter Beton gegossen worden. In der Bewehrung wurden zur Verstärkung der Bauteile 7 500 Tonnen Stahl verbaut. Weitere 470 Tonnen seien für die Stahlträger im Erdgeschoss, 185 Tonnen für die Träger der Dächer und 50 Tonnen Stahl für Atriumtreppen und -brücken benötigt worden. Der Gebäudekomplex soll mit seiner Fassade aus rotem Backstein und „Fabrikdächern“ die historische Industrie- und Hafenarchitektur der Überseestadt widerspiegeln. „Gestaltungselemente aus der Überseestadt wurden in die Architektur übernommen“, sagt Römer. „Die Fassade besteht aus 2 060 Elementen, die für dieses Projekt entwickelt worden sind.“ Zu den Elementen zählen maßgefertigte Fenster mit gebogenen Scheiben, die sich drehen und von innen putzen lassen.“ Zech: „Die sind irrsinnig teuer, aber das hat der Standort verdient.“

2060 maßgefertigte Fassaden-Elemente

Ein kleiner Park auf dem Franziusplatz soll als eine Art Marktplatz den Neubaukomplex beleben. 47 Bäume werden neu angepflanzt, hieß es beim Spatenstich. Durch den Park bleibt der Europahafen von der Ostseite sichtbar und zudem fußläufig erreichbar.

Spatenstich: Im Februar 2019 schaufelten eine Frau und fünf Herren am Europahafenkopf im Sand.

Die Zech-Gruppe ist zu einem international tätigen Unternehmen gewachsen, das in drei operativen Geschäftsbereichen – Building, Real Estate und Hotel – rund um die Immobilie agiert. Es beschäftigt an rund 300   Standorten weltweit mehr als 10 000 Mitarbeiter. Der Umsatz lag zuletzt jenseits der Zwei-Milliarden-Euro-Grenze. Gegründet wurde das Unternehmen 1909 in Breslau – von Kurt Zechs Großvater Gustav Zech.

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