Neujahrsempfang der Werkstatt Bremen: Günter Oelscher Interims-Chef

Der Weg ins sichere Fahrwasser

Der neue Mann an der Spitze der Werkstatt Bremen: Sozialisenatorin Anja Stahmann stellt auf dem Neujahrsempfang Günter Oelscher vor. Foto: Sussek

Bremen - Von Ralf Sussek. Na, das hat zeitlich ja so gerade noch geklappt. Gestern, am 31. Januar, hatte der Martinshof (Werkstatt Bremen) zum Neujahrsempfang ins „Kwadrat“ an der Wilhelm-Kaisen-Brücke geladen.

Zeit war denn auch im Grußwort von Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) ein Thema. Es ist schon einige Zeit her, dass Martinshof-Chef Ahlrich Weiberg und der Prokurist der Werkstatt Nord, Holger Clausen, beurlaubt wurden (wir berichteten). Nun, rund drei Monate später, präsentierte die Senatorin den rund 200 Gästen im „Kwadrat“ eine externe Interimslösung: Günter Oelscher.

Der 68-Jährige ist seit mehr als 30 Jahren in der Behindertenhilfe tätig, hatte nach eigenen Angaben mehr als 25 Jahre die Leitung des Franz-Sales-Hauses im nordrhein-westfälischen Essen inne. Er kennt sich also mit großen Einrichtungen aus. Und mit dem Norden. Der gebürtige Bremer hat ein Haus in Ostfriesland, ist Werder-Fan.

Um im Jargon zu bleiben: Oelschers „Leihe“ war notwendig geworden, weil bis zur Neubesetzung der Position noch einige Monate ins Land gehen können, vielleicht sogar ein Jahr. Das hängt davon ab, wann der designierte neue Martinshof-Chef zur Verfügung steht, so die Senatorin im Gespräch mit dieser Zeitung. „Er hat Zeit, und das gefällt mir“, hob Stahmann einen Vorzug Oelschers heraus. Die Auswahlgespräche starten nächste Woche, fügte Stahmann an; sie wolle die Stelle „so schnell wie möglich“ besetzen.

Eile scheint dennoch nicht geboten, denn bei Oelscher handelt es sich um einen ausgewiesenen Fachmann. „Er wird die Werkstatt in sicheres Fahrwasser führen“, zeigte sich die Senatorin überzeugt.

Und dies trotz der Änderungen durch das neue Bundesteilhabegesetz. Bei der Umsetzung des Gesetzes „werden wir die Werkstatt brauchen“, sagte Stahmann und nannte unter anderem ausdrücklich die Zielsetzung, mehr Arbeitsplätze nahe am ersten Arbeitsmarkt zu schaffen. Die Folge davon: „Die Werkstatt wird sich strukturell und organisatorisch verändern“, sagte die Senatorin. Und ungeachtet der „Diskussionen um die Werkstatt“ und Befürchtungen einer Schließung ließ Stahmann an ihrer „positiven Grundhaltung“ keine Zweifel aufkommen. „Ich sehe die Werkstatt gut aufgestellt.“

Ebenfalls einen Ausblick in die künftige Arbeit gab Christine Gottschalch. Sie sprach über die „Werkstatt Bremen im Wandel“. Die Musikgruppe „Echtes Leben“ führte musikalisch durch den Empfang, bei dem die Verbundenheit der Gäste mit der Werksatt zum Ausdruck kam. Begrüßt wurden Bürgerschaftspräsident Frank Imhoff (CDU), der ehemalige Werkstatt-Chef und heutige Vorstandsvorsitzende der Martinshof-Stiftung, Wilfried Hautop, Ratskellermeister Karl-Josef Krötz und Vertreter befreundeter Organisationen.

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