Corona: Sicher auf Schnäppchenjagd

Die großen Geschäfte in der Bremer City sind wieder geöffnet

Masken und Desinfektionsspray sind zur Zeit im Shop „Marke Outlet“ der Renner, wie Geschäftsführerin Pirezou Gran und Hamed Gran zeigen. Der Hauptartikel ist jedoch eigentlich Abendgarderobe. Foto: KOWALEWSKI

Es füllt sich langsam, aber sicher. Kurz vor Mittag am Mittwoch belebt sich die Bremer Fußgängerzone. Die großen Geschäfte mit mehr als 800 Quadratmetern Fläche dürfen erstmals nach wochenlanger Corona-Pause wieder auf ganzer Fläche öffnen. Trotz aufwendiger Sicherheitsmaßnahmen lässt es sich gut shoppen. Zum Mittag kommt richtig Betrieb auf.

Bremen - Direkt am Eingang gibt es bei Galeria Kaufhof (offiziell heißen die beiden großen Kaufhäuser ja nun Galeria Karstadt Kaufhof) ein Desinfektionsspray für die Hände. Ein- und Ausgänge sind strikt getrennt. „Damit sich die Menschen nicht entgegenkommen“, erklärt der Sicherheitsmann. Außerdem wird gezählt, damit es nicht zu voll wird. Erlaubt ist nach der Verordnung ein Kunde pro zehn Quadratmeter Verkaufsfläche. Die Trennung von Ein- und Ausgang findet sich bei allen größeren Geschäften, so also auch bei Karstadt und bei Karstadt Sports. Bei Karstadt-Sports gibt es dazu noch einen Korb in die Hand, frisch desinfiziert, wie die Frau am Eingang versichert. Die Kunden werden anhand der Körbe gezählt. Hier ist besonders bei den Turnschuhen im Erdgeschoss viel los. Der Sport ruft! Einige Disziplinen durften unter Auflagen schon loslegen, andere müssen sich gedulden.

Reges Treiben den ganzen Mittwoch über – das war in den vergangenen Wochen nicht das übliche Bild in der Bremer City. Foto: KOWALEWSKI

In den großen Geschäften sind Schuhe und Kleidung neben Waren des täglichen Gebrauchs gefragt. An den Kassen wird der Mindestabstand eingehalten, die Kunden tragen brav Masken. Überall erinnern Sicherheitshinweise und Markierungen auf dem Fußboden an die Vorsichtsmaßnahmen. Die Schlange der Wartenden wird so etwas gestreckt. Das hindert nicht am sicheren Small Talk mit Abstand. „Dann wollen wir mal ein bisschen die Wirtschaft ankurbeln“, sagt eine Frau. Das sehen andere ebenso. Etwas später sagt die Kassiererin: „Das macht 270 Euro.“

Schilder versprechen „20 Prozent Rabatt“. Bei manchen Artikeln geht die Ermäßigung noch um einiges weiter. Die Bummler können stöbern und anprobieren. So auch ein Mann mit blauer Gesichtsmaske, der ein ähnlich gefärbtes Hemd in seinem Spiegelbild mustert. „Passt doch“, sagt seine Begleiterin trocken. Beim Spielzeug übernimmt ein Kind die Führung, die Mutter läuft hinterher. „Wir wollen aber nur gucken“, sagt die Mutter zum Nachwuchs. Ob es wohl dabei bleibt?

Corona in Bremen: Geschäfte in der Sögestraße haben Schilder vor der Tür

Wer zum Elektronikhändler Saturn oben bei Galeria Kaufhof will, dem werden an der Rolltreppe die Hände desinfiziert. Außerdem gibt's eine leichte Tragetasche. Kunden stöbern nach DVDs. Richtig voll ist es bei den Handys.

Draußen ist der Himmel grau. Das hält die Leute nicht vom Bummeln ab. Die kleinen Geschäfte in der Sögestraße haben teilweise Schilder am Eingang, auf denen steht, wie viele Kunden reindürfen. Ein Laden erlaubt drei, ein anderer sechs.

Auf dem Marktplatz ist ein Esel zu hören. Eine kleine Gruppe vom Menschen steht am „Bremer Loch“. Jemand hat eine Münze hineingeworfen. Die Leute lachen. Etwas später erklingt der Hahn, und nachdem eine Straßenbahn vorbeigefahren ist, auch die Katze. Der Marktplatz füllt sich derweil mit Inhabern und Mitarbeitern von Reisebüros, die um fünf vor zwölf ihre inzwischen wöchentliche Demonstration starten.

Corona in Bremen: Volle Straßen, leere Geschäfte

Der Shop „Marke Outlet“ in der Obernstraße hat weniger als 800 Quadratmeter Fläche und deshalb bereits – wie andere kleinere Läden – seit wenigen Wochen geöffnet. Das Geschäft lasse sich jedoch nicht als normal bezeichnen, sagt Geschäftsführerin Pirezou Gran. Zunächst seien viele Kunden gekommen, um Masken und Desinfektionsspray zu kaufen. „Seit vergangener Woche ist es sehr ruhig“, so die Geschäftsführerin. Spray und Masken mit Filter seien hier „extrem günstig“, heißt es. Aber der Hauptartikel, stark preisreduzierte Kleidung, zumeist Abendgarderobe, laufe weniger gut als vor der Zwangspause. Mitarbeiter Hamed Gran nennt eine Ursache: „Die Discos haben zu, und es finden keine Partys statt, auch keine Hochzeiten.“ Auf den Straßen sei es zwar voll, aber die Menschen gingen nicht in die Läden, ist Pirezou Grans Erfahrung. Solche Klagen habe sie auch schon von Nachbargeschäften gehört.

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