Die Shanty-Rocker von „Santiano“ auf großer Fahrt in der Stadthalle

Lieder voller Lebenslust

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Die Shanty-Rocker von „Santiano“ stachen am Sonntagabend in der Stadthalle in See. Die fünf Seemänner nahmen ihr Bremer Publikum zweieinhalb Stunden mit auf große Fahrt.

Bremen - Von Isabel Niesmann. In „Lieder der Freiheit“ oder „Frei wie der Wind“ wird es besonders deutlich: Für die Shanty-Rocker von „Santiano“ ist Freiheit von unschätzbarem Wert. Und in diesen Zeiten singen sie umso lauter.

„Erst, wenn sie nicht da ist, spürt man sie. Erst dann merkt man, wie zerbrechlich sie ist. Sie stirbt stückchenweise, erst im Kopf, dann im Herzen und dann auf der Straße“, sagt „Santiano“-Musiker Björn Both mit Blick auf die Ereignisse in Paris. „Wir lassen uns von denen nicht unsere Freiheit nehmen. Wir bleiben gemeinsam frei.“

Richtig frei fühlen sich echte Seeleute nur auf dem Meer. So stechen „Santiano“ am Sonntagabend in der Stadthalle (ÖVB-Arena) im Rahmen ihrer Tour „Von Liebe, Tod und Freiheit“ in See. Das Meer rauscht, die Möwen kreischen. Die Bühne ist das Schiff, die Musiker Pete Sage, Björn Both, Timsen Hinrichsen, Axel Stosberg und Andreas Fannert sind die Seemänner. Und als sie zur großen Fahrt die Segel hissen, spürt man förmlich das Salz auf der Haut und riecht die See. Und das Schiff „Santiano“ segelt majestätisch, voller Energie und Kraft. Die Mischung ist zugleich facettenreich und unverwechselbar. Sie reicht von traditionellen internationalen Volksliedern über Rock und Pop bis hin zu Shantys und Schlagern. Alle Musiker überzeugen mit stimmlichem Können, als Solist oder gemeinsam, bei den schnelleren und den gefühlvolleren Stücken. Besungen wird das Leben auf der rauen See, immer voller Inbrunst und oft mit viel Pathos. Schnell wird klar: Hier ist die Welt noch in Ordnung. Zusammenhalt, Mut und Beständigkeit zählen hier noch wirklich.

Vor allem das virtuose Geigenspiel von Sage sticht bei Irish-Folk-Stücken, beispielsweise bei dem Traditional „Whiskey in the jar“, oder „Blow Boys Blow“ heraus. Bei „Alle, die mit uns auf Kaperfahrt fahren“, qualmt das Schiff und das Feuer zischt. Später gibt es Ballons, Konfetti und ein Lichtermeer von Feuerzeugen. Bei „Weh mir“ entsteht durch mystische Hintergrundprojektionen festliche Stimmung. Hymnisch ist „Santiano“ und „Bis in alle Ewigkeit“. Schließlich kommen sie zu dem Fazit: „Gott muss ein Seemann sein“. Die Nordlichter ziehen das Publikum mit ihren Liedern voller Lebenslust in ihren Bann. Schon nach den ersten Minuten steht ein Großteil in der mit rund 8000 Besuchern gefüllten Arena senkrecht. Den Zuruf „Hoch die Flossen“ hätte es zum Mitklatschen, Mitsingen und Mittanzen gar nicht gebraucht.

Nur ungern verabschieden sich die Zuschauer nach zweieinhalb Stunden von den fünf Seemännern. Nach dem finalen „Hoch im Norden“ und zwei Zugaben ist Schluss. Das Schiff legt wieder ab. Am Freitag, 19.Februar 2016, nimmt es erneut Kurs auf Bremen. Dann ist „Santiano“ wieder zu Gast in der Stadthalle. Karten gibt es unter anderem in den Geschäftsstellen unserer Zeitung.

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