Open-Air-Theater zum 111. Geburtstag des Botanischen Gartens

Shakespeare mit Blumen

Markus Seuß (links) und Peter Lüchinger von der Bremer Shakespeare-Company stellen sich als Franz Schütte, Gründer des Botanischen Gartens, und William Shakespeare in zeitgenössischen Kostümen und mit den Rhododendren „Romeo“ und „Julia“ im Schmuckhof der Anlage vor. Hier wird das Shakespeare-Szenenspiel im Juni aufgeführt. - Foto: Niesmann

Bremen - Von Isabel Niesmann. Shakespeare und Pflanzen – auf den ersten Blick scheint da kein enger Zusammenhang zu bestehen, auf den zweiten hingegen schon: Der englische Dramatiker baute 120 Pflanzen in seine Stücke ein, allein die Rose wird fast 70-mal erwähnt. Die Affinität zu Blumen nutzt jetzt der Botanische Garten im Rhododendronpark zu seinem 111. Geburtstag.

Zahlreiche Pflanzen sind nach dem englischen Dramatiker selbst oder seinen Figuren benannt. Oft spielt der Garten als Handlungsort eine wichtige Rolle, in den Stücken werden mit Pflanzen Krankheiten kuriert oder Menschen vergiftet. Ganz besonders fasziniert außerdem die Symbolik, die Witze und verschiedenste Interpretationen zulässt. „Shakespeare nutzt Pflanzen als Wortkulisse, so gibt er der Handlung einen Rahmen“, erklärte Dr. Hartwig Schepker, Leiter des Bremer Rhododendronparks und Botanischen Gartens. Er präsentierte gestern das Programm zum 111. Garten-Geburtstag, der in das Jahr des 400. Todestages Shakespeares fällt.

Ein Grund mehr, die exotische Verbindung von Pflanzen und Shakespeare einzugehen. Deshalb wird es am Freitag und Sonnabend, 10./11. Juni, um 20 Uhr ein Open-Air-Theater im Schmuckhof des Botanischen Gartens geben. Unter dem Titel „Shakes-peare durch die Blume“ wird die Bremer Shakespeare-Company (BSC) ein Szenespiel ausgewählter Stücke aufführen. William Shakes- peare zieht sich hier niedergeschlagen auf das Land zurück, um sich von der Natur inspirieren zu lassen. Komödianten aus der Stadt heitern ihn mit eigenen Figuren und Versen auf, bringen Metaphern aus der Botanik in einen neuen Zusammenhang und so eine „florale Perspektive“ ein.

Ausgerichtet wird diese aufregende Symbiose von Schauspiel, Literatur und Botanik von der „Stiftung Bremer Rhododendronpark“, welche sich seit dem Jahr 2009 um den Botanischen Garten und Rhododendronpark kümmert und sich primär durch Zinsen und Spenden finanziert. Schepker betonte: „Wir möchten die Vielfältigkeit des Gartens zeigen, er kann eine Bühne für Schauspiel, Kunst und Kultur bilden.“

„Durch Pflanzen werden Erlebnisse und Prozesse in menschlichen Beziehungen dargestellt“, sagte Renate Heitmann, Theaterleiterin der BSC. Dafür sind nur sehr wenige Requisiten auf der Bühne notwendig, der Garten ist die Kulisse, die Atmosphäre und die Blütenpracht im frischrenovierten Schmuckhof werden ihre Wirkung ganz allein entfalten. Bereichert wird das Gartenjubiläum durch eine musikalische, Facette. Der Chor „Plan B“ aus Borgfeld unter Leitung von Marco Nola wird Shakespeares Sonette musikalisch interpretieren.

Außerdem wird es vom 10. Juni bis Mitte Oktober eine Poster-Ausstellung zum Thema „Garten = Theater – Shakespeares Pflanzenwelt“ geben. Für den 12., 15. und 19. Juni sind zudem Führungen unter dem Thema „Shakespeare führt durch den Botanischen Garten“ geplant.

Theaterkarten zum Preis von 22 Euro sind bei der BSC und beim Rhododendronpark unter 0421/427 066 15 sowie info@rhodendronprak-bremen.de erhältlich.

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