Serientäter Martin Ney

„Maskenmann“ äußert sich erstmals zum Mordverdacht in Frankreich

Der zu lebenslanger Haft verurteilte sogenannte Maskenmann Martin Ney im Gerichtssaal
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Der inzwischen 50-jährige Serienmörder Martin Ney wurde 2012 zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

Zehn Jahre nach seiner ersten Festnahme steht der Bremer Serienmörder Martin Ney in Frankreich erneut unter Mordverdacht. Jetzt hat er sich gegenüber dem Spiegel geäußert.

Bremen/Celle/Nantes – Er hat die ganze Republik fast zwei Jahrzehnte in Atem gehalten: der Bremer Serienmörder Martin Ney, besser bekannt als der „Maskenmann“. Im Frühling 2011 schließlich gelang es Ermittlern, den Gesuchten, der zwischen 1992 und 2002 drei Kinder in Norddeutschland verschleppt und ermordet hat, zu schnappen. Er wird schließlich im Jahr 2012 zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt*, die besondere Schwere der Tat wird festgestellt.

Stadt im Land Bremen:Bremen
Fläche:325,56 Quadratkilometer
Einwohner:566.573 (Stand: 31. Dezember 2020)
Vorwahl:0421
Bürgermeister:Andreas Bovenschulte (SPD)

Bereits da besteht der Verdacht, dass der inzwischen 50-Jährige auch für den Tod des zehnjährigen Jonathan C. aus Saint-Brevin-les-Pins an der französischen Atlantikküste verantwortlich sein könnte. Die Spuren in dem Fall und auch das Vorgehen des Täters sollen denen von Martin Ney sehr ähneln. Einzig ein handfester Beweis wie etwa eine DNA-Spur scheint zu fehlen. Dann wird bekannt: Martin Ney soll die Tat an dem zehnjährigen französischen Kind einem Mithäftling gestanden haben. Es folgt im Januar 2021 schließlich die Auslieferung an die französischen Behörden. Zurzeit sitzt Ney im französischen Nantes in Untersuchungshaft.

Maskenmann weist Mordverdacht in Frankreich zurück: Serientäter Martin Ney wendet sich in Brief an Spiegel

Jetzt hat sich der verurteilte Serienmörder in einem Brief an das Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“ gewandt und bestreitet die Tat aus dem Jahr 2004. Es ist das erste Mal, dass der Kinderschänder sich öffentlich zu seinen Taten und zu seinen mutmaßlichen Taten äußert.

Die Staatsanwaltschaft Nantes führt wegen dieses Mordverdachts ein Ermittlungsverfahren gegen den 50 Jahre alten Ney, der bis zu seiner Auslieferung im Januar seine Haftstrafe in der JVA Celle verbüßte. Das Landgericht Stade hatte den „Maskenmann“, der nach seiner Verhaftung 2011 die Ermordung dreier Kinder sowie den sexuellen Missbrauch 40 weiterer Minderjähriger gestanden hatte, zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.

Laut dem Europäischen Haftbefehl, mit dem die französische Justiz Neys Auslieferung erwirkte und den der „Spiegel“ einsehen konnte, stützt sich der Mordverdacht auch auf belastende Aussagen von Neys früherem Celler Mithäftling Mario T. Dieser hatte in mehreren Zeugenvernehmungen 2017 behauptet, Ney habe ihm gegenüber fünf weitere unaufgeklärte Morde an Minderjährigen gestanden, darunter die Tat in Frankreich.

Maskenmann äußert sich erstmals zu Vorwürfen: Kindermörder soll Tat gegenüber Mithäftling gestanden haben

In dem Brief an den „Spiegel“ beschreibt Martin Ney seinen früheren Mithäftling Mario T. als traumatisierten Menschen und stellt die Frage, ob dessen „gesamtes Aussageverhalten völlig pathologisch“ sei. Er habe „ein gewisses Verständnis dafür, dass man aufgrund zweifelsfrei vorhandener Ähnlichkeiten in der Tatbegehung“ ihn als „Verdächtigen in die Ermittlungen“ einbeziehe. Er sei jedoch unschuldig.

Der Fall des Jonathan C. weist ebenfalls parallelen zum Fall Maddie McCann* auf, die 2007 aus einer Ferienanlage in Portugal als Vierjährige verschwand. Auch in diesem Fall steht Martin Ney weiterhin unter Verdacht. * kreiszeitung.de und tz.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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