Die Sepsis steht im Fokus des Bremer Intensivmedizin-Symposiums

Eine unterschätzte Gefahr

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Eine Fachausstellung begleitet das Symposium. Dabei stellen Experten unter anderem neue Technologien aus der Intensivmedizin und Intensivpflege vor.

Bremen - Häufig, tödlich und dennoch kaum bekannt: Sepsis kostet im Jahr mehr Menschenleben als Brust- oder Darmkrebs. Eine rechtzeitige Behandlung rettet Menschenleben. Doch wie lässt sich eine Sepsis frühzeitig erkennen? Zu diesem und weiteren Vortragsthemen diskutieren 4600 Teilnehmer des 26. Symposiums für Intensivmedizin und -pflege von morgen, Mittwoch, bis Freitag, 26. Februar, im Messe- und im Congress Centrum.

„Die Sepsis wird umgangssprachlich als Blutvergiftung bezeichnet, doch ganz so leicht ist es nicht“, sagt Prof. Dr. Herwig Gerlach, Chefarzt am Vivantes-Klinikum Neukölln in Berlin. Jeder Sepsis liege vor allem eine lokale Infektion zugrunde, von der aus unter anderem eine große Menge an Bakterien direkt in die Blutbahn gestreut wird. „Der Zustand des Patienten kann schnell drastisch werden. Lebenswichtige Organe wie Lunge, Herz oder Niere kommen ihrer Funktion nicht mehr nach, können schließlich ganz versagen“, sagt Gerlach. Zu den häufigsten Ursachen einer Sepsis zählen Lungenentzündung, Entzündungen im Bauchraum und Harnwegs- und Nierenbeckenentzündung. „Sie ist in der Intensivmedizin die häufigste Todesursache.“ Wie lässt sich eine Sepsis also richtig behandeln? „Wichtig ist in der akuten Zustandsphase des Patienten, nicht nur nach der Ursache zu forschen, sondern schnell und pragmatisch die Therapie zu beginnen“, sagt Gerlach.

Das Intensivmedizin-Symposium ist nach Veranstalterangaben die größte deutsche verbandsunabhängige Kongressmesse. Es handelt sich um eine Fortbildung für Intensivmediziner und Pflegekräfte sowie Verwaltungsmitarbeiter. Das dreitägige Programm umfasst neben Vorträgen, Workshops und interaktiven Abstimmungssitzungen aus den Bereichen Anästhesie, Intensivmedizin, Intensivpflege und Notfallmedizin auch „Intensiv-Starter-Seminare“, die sich an Ärzte richten, die gerade erste Erfahrungen mit der Arbeit auf einer Intensivstation sammeln oder diese vertiefen möchten.

Neu im Programm ist die „International Medical Class Paediatric Critical Care“, ein internationales Forum, bei dem es um kinderintensivmedizinische Themen geht. „Rund acht Millionen Kinder im Alter bis 17 Jahren sterben jährlich weltweit an den Folgen von Herzerkrankungen oder angeborenen Herzfehlern“, sagt Dr. Matthias Angrés, Gründer der Stiftung Robin Aid. „Dabei genügt in 99 Prozent der Fälle nur eine Operation für eine vollständige Genesung.“ Robin Aid schafft in Schwellenländern eine Perspektive, indem sie Ausbildungsprogramme durchführt und Equipment zur Verfügung stellt.

Das Symposium wird von dem Wissenschaftlichen Verein zur Förderung der klinisch angewendeten Forschung in der Intensivmedizin, der HCCM Consulting GmbH und der Messe Bremen veranstaltet. Es findet im Congress Centrum und in der Halle 4 des Messezentrums auf der Bürgerweide statt.

je

www.intensivmed.de

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