Uni-Forscher entwickeln intelligentes System zur Erkennung von Rissen in Trailern

Sensoren „hören“ Schäden

Rund drei Viertel aller Güter werden auf der Straße transportiert. Uni-Wissenschaftler forschen an Sensoren, die gefährliche Risse in Trailern frühzeitig erkennen. - Foto: Pixelio.de/Andreas Hermsdorf

Bremen - Von Viviane Reineking. Rund 4,5 Milliarden Tonnen Güter wurden in Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im vergangenen Jahr hin- und hertransportiert – mehr als jemals zuvor. Rund drei Viertel des Transportaufkommens werden mit Lastwagen bewegt. Doch Schäden an den Nutzfahrzeugen wie Risse können zu gefährlichen Unfällen und hohen Reparatur- und Ausfallkosten führen. Uni-Wissenschaftler forschen jetzt an einem neuartigen elektronischen System, das ständig „mithören“ und Schäden frühzeitig erkennen soll.

Der Güterverkehr in der Luft stagnierte im vergangenen Jahr gegenüber 2014, im Eisenbahnverkehr, Seeverkehr und in der Binnenschifffahrt ging das Transportaufkommen dem Bundesamt zufolge zurück. Der Transport mit Lastwagen dagegen boomt: 2015 wurden knapp 3,6 Milliarden Tonnen befördert. Doch wo die Fahrzeuge möglichst ohne Pause ständig im Einsatz sind, treten auch mehr Schäden auf – etwa in tragenden Strukturen von Aufliegern, den sogenannten Trailern.

Diese automatisch und rechtzeitig zu erkennen, ist das Ziel eines drei Jahre laufenden Forschungsprojektes, in dem die Bremer Wissenschaftler von der Einrichtung Stiftung Institut für Werkstofftechnik (IWT) und und der Forschungsgruppe „Elektronische Fahrzeug- und Mobilitätssysteme“ der Uni Bremen gemeinsam mit Partnern aus der Wirtschaft zusammenarbeiten. Gefördert wird das Projekt vom Bundeswirtschaftsministerium mit knapp zwei Millionen Euro.

Entwickeln wollen die Wissenschaftler ein elektronisches Sensornetzwerk, dessen intelligente Sensorknoten ständig „lauschen“ und zum Beispiel Anrisse und Abrisse im Trailer erkennen und einordnen, indem charakteristische Körperschallsignale bei der Entstehung von Rissen auswertet werden.

In der Einführungsphase wird das System mit dem Service- und Reparaturmanagement des Fahrzeugherstellers Schwarzmüller vernetzt und bei Partnern aus der Logistikbranche im Transportalltag getestet. Durch die Vernetzung können notwendige Servicevorgänge verbessert, Reparaturarbeiten optimal geplant und abgewickelt und damit Kosten für Stillstand und Ausfall verringert oder vermieden werden, heißt es.

Die Forschungen könnten auch für andere Branchen nützlich sein: „Das System zur Erkennung von Rissereignissen in Echtzeit bietet ein enormes Potenzial, auch Belastungs- und Ermüdungsrisse in anderen industriellen Anwendungen zu erkennen – zum Beispiel in tragenden Strukturen von Offshore-Anlagen“, so Prof. Hans-Werner Zoch vom IWT der Uni Bremen.

Auch für den Logistikbereich biete das neuartige Sensornetzwerk weitere „zukunftsweisende“ Nutzungsmöglichkeiten: So könne es laut Thomas Niemann vom Unternehmen Hella Fahrzeugkomponenten zum Einsatz kommen, „um beispielsweise unberechtigte Zugriffe auf den Trailer zu erkennen“, etwa, um ihn beziehungsweise die Ware vor Diebstahl zu schützen.

www.trazu.uni-bremen.de

www.iwt-bremen.de

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