Senator Günthner präsentiert Wirtschaftsbilanz für 2016

Stimmung durch Statistik

Faktor Industrie: Produktion bei Mercedes in Bremen. - Foto: dpa
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Faktor Industrie: Produktion bei Mercedes in Bremen.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Die Wirtschaft im Land Bremen ist auf Wachstumskurs. Das hat Wirtschafts- und Häfensenator Martin Günthner (SPD) am Dienstag im Rathaus verkündet. Gute Stimmung für den Standort zu machen – das gehört ja schließlich zu den Aufgaben eines Senators.

Zur Unterstützung bei seinem Bericht über Bremens Wirtschaftsentwicklung im Jahr 2016 hatte Günthner Dr. Andreas Cors mitgebracht, den Abteilungsleiter für Wirtschaft beim Statistischen Landesamt. Cors brachte ein paar Zahlen ins Spiel. Nicht viele, aber immerhin. Die Wirtschaftsleistung im Land Bremen „dürfte“ – so die Formulierung – im vergangenen Jahr um etwa 2,5 Prozent gestiegen sein. Damit liege Bremen über dem Bundesdurchschnitt. Deutschlandweit ist das Bruttoinlandsprodukt um 1,9 Prozent gestiegen.

Mit etwa 7 900 neuen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen im Land Bremen sei die positive Wirtschaftslage auf dem Arbeitsmarkt angekommen, sagte Günthner. Und sprach von einer „robusten Phase des Aufschwungs“. In Bremerhaven allerdings scheint der Aufschwung weniger robust zu sein. In der Seestadt nämlich ist die Zahl der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze nur um 780 gestiegen.

Die guten Konjunkturdaten für das Land gehen laut Cors vor allem auf die Industrie zurück – und hier wiederum vorwiegend auf den Fahrzeugbau. In der Zeit von Januar bis November 2016 seien die Industrieumsätze im Bundesland „überaus kräftig“ gestiegen – um 15,6 Prozent. Der Fahrzeugbau habe dabei ungefähr die Hälfte der Umsätze erwirtschaftet. Auch im Maschinenbau seien die Umsätze „merklich“ gestiegen – um drei Prozent. Geringer fielen die Raten in der Nahrungs- und Genussmittelindustrie aus.

Günthner sprach in diesem Zusammenhang auch von „Rückschlägen“ – etwa dann, wenn Standortentscheidungen gegen Bremen fielen, was auch zu Arbeitsplatzverlusten führen werde. Ein Rückschlag sei auch der Stopp des Offshore-Terminals Bremerhaven (OTB) durch eine gerichtliche Eilentscheidung.

Zu den Rückschlägen zählte der Senator auch die Entwicklung bei der Lloyd-Werft. „Wir haben uns vom Engagement der Genting-Gruppe deutlich mehr versprochen“, sagte er. In den nächsten Jahren komme es darauf an, dass Bremen weiter in die wirtschaftliche Infrastruktur investiere, so Günthner. Er meinte damit die Entwicklung der Gewerbegebiete. Aber auch das Projekt OTB.

Günthner wies auch darauf hin, dass Bremen nicht alle Früchte seiner Infrastruktur-Investitionen selbst ernten könne – etwa dann, wenn in Bremen Beschäftigte im Umland wohnen und dort ihre Steuern zahlen.

Auch in Bremen geschaffene Ausbildungsplätze würden zum Teil „von Niedersachsen besetzt“. Die hohe Einpendlerquote bedeute: „Wir machen Strukturpolitik für das niedersächsische Umland mit.“ Niedersachsen würden bremische Theater ebenso wie bremische Kindertagesstätten besuchen. „Es würde mir einmal im Jahr ein Dankeschön dafür reichen.“

„Dankeschön“ will auch Günthner sagen – gemeinsam mit Bürgermeister Carsten Sieling (SPD). Die beiden Politiker wollen in diesem Jahr verstärkt Unternehmen besuchen, kündigte Günthner an. So wolle man „den Beitrag der Unternehmen für die positive wirtschaftliche Entwicklung“ deutlich machen. Da war sie dann wieder, die gute Stimmung.

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