Senator a.D. stirbt im Alter von 88 Jahren

Trauer um Franke

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Senator a.D. Walter Franke wurde 88 Jahre alt.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Bremens Politik trauert um Walter Franke. Der Sozialdemokrat, 1926 in Salzgitter geboren, ist – wie am Wochenende bekannt wurde – am 1. November gestorben; nur wenige Tage vor seinem Geburtstag am 20. November.

„Walter Franke war hoch anerkannt für seine geradlinige Haltung als Sozialdemokrat und Politiker“, sagte Bürgermeister Carsten Sieling (SPD). „Ein besonderes Anliegen waren ihm immer die Rechte der Arbeitnehmer. Über viele Jahre hat er sich um die Freie Hansestadt Bremen in verschiedenen Ämtern verdient gemacht.“ Und weiter: „Unser Mitgefühl gilt seiner Familie.“

Von 1963 bis 1975 war Franke Bürgerschaftsabgeordneter und Mitglied der Deputationen für Justiz, Wissenschaft und Wirtschaft. 1971 wählte ihn die SPD-Fraktion zunächst zu ihrem stellvertretenden Vorsitzenden, später zu ihrem Vorsitzenden. 1975 wechselte Franke – unter Bürgermeister Hans Koschnick (SPD) – in den Senat. Franke war Bürgermeister und stellvertretender Präsident des Senats sowie Senator für Soziales, Jugend und Sport (sowie später Senator für Arbeit).

Als studierter und promovierter Jurist war Franke von 1960 bis 1965 Geschäftsführer und Justiziar der Arbeiterkammer Bremen (heute Arbeitnehmerkammer). Nach 1971 hielt Franke Vorlesungen an der Universität Bremen. Als Franke nach der Wahl 1979 zum Arbeits- und Wirtschaftssenator berufen werden sollte, verzichtete er aufgrund der aus seiner Sicht unglücklichen Ämterkombination auf eine weitere Mitgliedschaft im Senat. Er arbeitete wieder für die Arbeiterkammer – bis 1985.

Für überregionale Schlagzeilen sorgte im Dezember 1981 der Besuch einer Delegation der polnischen Gewerkschaft Solidarnosc in Bremen, den die Arbeiterkammer auf Grund der Kontakte von Franke zu Lech Walesa vorbereitet hatte. Während des Besuchs wurde im kommunistischen Polen das Kriegsrecht ausgerufen. Gewerkschaftsführer wurden interniert. Die sieben Delegationsmitglieder mussten zunächst in Bremen bleiben. Es wurde ein Bremer Koordinationsbüro der Solidarnosc eröffnet.

Walter Franke engagierte sich zudem auf Landes- und Bundesebene im Reichsbund der Kriegsopfer, Behinderten, Sozialrentner und Hinterbliebenen (später: Sozialverband Deutschland). Zudem war er von 1991 bis 2001 Honorarkonsul für das Königreich Marokko und Vorsitzender des Deutsch-Arabischen Clubs in Bremen.

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